
Die Grundprinzipen der Periodisierung sind in den Trainingsbroschüren Mit System trainieren und Auf dem Weg zum Team erläutert. Hier werden die Grundlage für neue Sportsaison gelegt und an individuellen Schwächen gearbeitet. Das Tempo ist eher reduziert Tempo, vielmehr ist es das Ziel auf kleine Details zu achten und sehr exakt zu arbeiten.
„ … Jedes Team und jeder Trainer wird nicht umhinkommen, den Weg zwischen diesen Planken selbst zu finden. Das situative Arbeiten, das Reagieren auf Nuancen und das Antizipieren von Verhaltensweisen des Hundes sind stetige Lernprozesse, die im Trainingsprozess permanente Anpassungen erfordern und nicht vorgeschrieben werden können…“ (Printbroschüre Mit System trainieren)
Unter diesem Kontext sollen die hier veröffentlichten Trainingssequenzen verstanden werden. Es geht nicht um das Nachmachen, sondern darum, die Trainingsmethodik an konkreten Beispielen zu visualisieren, um so Impulse für die eigene Trainingsarbeit zu bekommen.
Bei den Hürden ist es das zweite Mal, dass ich überhaupt mit ihm Hürden trainierte. Es ist gut zu sehen, dass je dichter die Hürden kommen, desto eher will er nach vorne, obwohl das Tempo sehr niedrig ist. Das Prinzip des gemeinsamen Überquerens ist von ihm noch gar nicht verinnerlicht.
Im Gegensatz zum Pylonen-Zick-Zack stimmen hier das Timing und die Ausführung auf den Punkt. Ich bleibe immer in Bewegung, unterstütze mit Hörzeichen und Körpersprache, Linkskreise haben den richtigen Durchmesser, insgesamt flüssige Bewegung. Dass er sich einmal kurz hinsetzen will wird ignoriert, da es in diesem Kontext irrelevant ist. Deshalb bleibt die Übung auch im Fluss.
Beim zweiten Anlaufen teste ich mit einer kleinen Verzögerung kurz an, ob er auf mich reagiert. Das klappt tadellos. Deshalb laufen wir – so wie es ein soll – beim dritten Mal über die Hürde.
Da die erste Hürde beim zweiten und dritten Anlaufen sehr gut geklappt hat, wollte ich an der nächsten Hürde gleich prüfen, inwieweit sich das Niveau verfestigt hatte. Nach einer kleinen Tempoverschärfung musste ich aber gleich wieder rausbremsen. Beim zweiten Versuch auf die zweite Hürde reagierte Rocky sofort auf mein Abbremsmanöver. Im dritten Anlauf lief Rocky dann im dosierten Tempo so wie er laufen sollte. Das ganze wiederholten wir dann an der dritten Hürde.
Grundsätzlich gilt, dass nur wenn der Hund an Grenzen geführt wird, sich dieser auch weiterentwickeln kann. Ist die Grenze nur leicht überschritten, gilt es sofort zu reagieren. Auf Grund der besonderen Umstände bei Rocky konnten wie einen stark beschleunigten Trainingsprozess durchlaufen. Jede Sequenz wurde quasi on-the-fly validiert und so zur Maßgabe für die nächste Sequenz. Deshalb sollen diese Aufnahmen nur die Methodik verdeutlichen, nicht aber als Maßstab für das Lerntempo genommen werden. Unter normalen Umständen muss man sich deutlich mehr Zeit lassen, bis sich die Trainingsschritte verfestigten.
Erleichtert wird es Rocky in diesem Kontext, dass auch der Hundeführer die Hürden sicher überquert, es also kein Trippeln oder ähnliches gibt und ihm so falsche Impulse gegeben werden. Die Korrektur zur Grundstellung am Ende der Sequenz ist nichts was forciert wurde. Das war der eigenständige Beitrag von Rocky für ein gemeinsames Arbeiten.