Vorbereitung auf die neue Sportsaison
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Trainingstagebuch - von Oktober 2012 bis Januar 2013


26./27.01.2013 - Der Winter hat uns im Griff
Das vorvergangene Wochenende viel leider ins Wasser. Samstags kam Rocky zu spät vom Einkaufen zurück und sonntags machte uns das Blitzeis einen Strich durch die Rechnung.
Nach dieser kleinen Pause merkte ich sofort, dass wir uns erst wieder finden müssen. Im Parcours machte sich das weniger bemerkbar, im Gehorsam war die Konzentration am Samstag aber nicht so, wie ich es für erforderlich halte.
Deshalb habe ich das Sonntagstraining im Gehorsam auf Video dokumentiert. Zuerst ist eine Stehsequenz zu sehen. Da Rocky die Beute in der Hand sehr genau beobachtet, entschied ich mich jetzt, die Beute unter der rechten Achsel zu verstecken. So wird er mehr gefordert, auf das Hörzeichen zu reagieren.
Daneben trainierten wir noch die Kehrtwendung. In der vergangenen Wettkampfsaison waren zum Teil sehr schöne, zum Teil aber auch abzugbehaftete Kehrtwendungen dabei. Zum einen lag es daran, dass er nicht aufmerksam genug war, zum anderen arbeitete er zu wenig mit der Hinterhand. Eine gute Übung das zu verbessern ist, sich rückwärts auf der Stelle im Kreis zu drehen. Wichtig ist dabei, dass der Schultergürtel gerade bleibt und nicht mit der linken Schulter der Hund nach hinten gedrückt wird (sieht man häufig). Die Übung machte ich sowohl mit als auch ohne Beute, die anschließenden Kehrtwendungen erfolgten ebenfalls mit und ohne Beute unter der Achsel. Mit den Ausführungen von Rocky war ich sehr zufrieden.
Bei den Parcours ist eine Zick-Zack-Gerade in Verbindung mit drei Hürden auf dem Video zu sehen. Die Ausführung von Rocky machte mich im positiven Sinn stutzig. Er lief permanent auf meiner Höhe, schaute mich aufmerksam an und beobachtete, was ich mache. Nur mit leiser Stimme steuerte ich ihn. Eigentlich perfekt – allerdings weiß ich nicht, warum er so gut lief. Deshalb ordne ich das im Moment noch unter Zufall ein und nicht unter Können.
Sonntags lief Rocky dann zum ersten Mal über die neue Schrägwand. Nach ein paar Eingewöhnungssprüngen machten wir dann ernst. Ich hatte drei Meter Vorsprung und lief in hohem Tempo los. Wie schon im November formuliert, versuche ich dadurch, den Geschwindigkeitsunterschied (auf Grund der Kälte bzw. des Bodens) zum Sprinten im Sommer auszugleichen. Rocky soll damit langfristig auf die Wettkampfgeschwindigkeiten vorbereitet werden und diese auch motorisch verarbeiten können.
Bereits an der Schrägwand hatte er mich eingeholt, die weiteren Hindernisse lief er locker durch.
Alleine das Ersetzen der alten Schrägwand bzw. der Treppe durch dieses Hindernis wird rund einen Laufpunkt ausmachen. Seither lief ich bei einem Start auf gleicher Höhe immer in reduziertem Tempo bis zum zweiten Hindernis. Interessant wird in der Folge das Zulaufen auf den Laufdiel. Die Geschwindigkeit wird jetzt höher sein. Es kann zur Herausforderung werden, dass er dies auch auf dem Laufdiel ausbalanciert bekommt. Das werden wir aber erst trainieren, wenn der Boden nicht mehr gefroren bzw. auch nicht matschig ist.
Insgesamt wird die neue Schrägwand zu einer höheren Leistungsdichte bei den Männern beitragen. Hier mussten doch einige Teams das Tempo reduzieren, Zeiten unter 10 Sekunden wird es deutlich häufiger geben. Mehr Wettbewerb und bessere Leistungen, das finde ich klasse! Eine ähnliche Entwicklung sehe ich im CSC. Bei den Frauen hingegen wird sich das neue Hindernis weniger bemerkbar machen, da die alte Version kaum ein Team ausbremste.
In diesem Zusammenhang will ich aber eines erwähnen, das mir noch wichtiger ist: Die vielen üblen Überquerungen und Landungen der Hunde nicht mehr sehen müssen. Gott sei Dank konnten sich nach vielen Jahren die verantwortlichen Funktionäre endlich einigen. Bereits 2006 hatte ich in einem Konzeptpapier über den THS in den 2010er-Jahren eine Veränderung gefordert, 2009 hat es die ersten konkreten Vorschläge für die neue PO gegeben. Ein Rückschlag dann im Frühjahr 2012. Auf einer Sondersitzung des Fachausschuss THS des dhv konnten sich die Mitgliedsverbände auf keine Lösung einigen und die Vorschläge zur neuen PO wurden ohne Änderung an Treppe und Schrägwand dem VDH übergeben. In der finalen Fachsitzung des VDH im August 2012 konnte man sich dann doch noch kurz vor Torschluss auf diese neue Variante einigen.


Lauftraining vom 02.01.2013 bis 23.01.2013 - Start in das neue Jahr
Die zwei Tage Erholung taten gut. Erholt machte ich am 2.1.13 einen Dauerlauf von 40 Minuten und innerhalb dieses Laufes 10 Steigerungen über 60 bis 80 m. Am 3.1.13 lief ich zuerst 30 Minuten im flotten Tempo, anschließend machte ich ein Sprintpyramide (40 – 60 – 80 – 60 – 40 m) und zum Abschluss zwei Bergläufe über 120 Meter. Diese dienten weniger der Schnelligkeit, da die Beine dabei gnadenlos übersäuerten. Es ging vielmehr darum, Schnelligkeitsausdauer zu trainieren und den inneren Schweinehund zu überwinden.
Durch das Training mit Rocky hatte ich am 6.1.13 nicht mehr so viel Zeit, deshalb machte ich nach dem Aufwärmen 5 x 50 m bergauf mit einer schnellen Gehpause zurück. Durch die kurzen Pausen wurde es eine intensive Sprinteinheit. Am 8.1.13 startete ich mit einem ruhigen Dauerlauf. Das Sprintprogramm bestand heute aus 5 Läufen über ca. 110 Metern. Ich habe zwar nach jedem Lauf ziemlich gepumpt, war dann aber froh, am Ende diese Überdistanzläufe durchgezogen zu haben.
Interessant war das Training am 14.01.13. Es war winterlich, aber ich fand noch einen gut beleuchteten Straßenabschnitt, um ein Sprintprogramm (6 x 100 m) mit Trabpause zu machen. Das war endlich mal eine Einheit, die mir richtig locker von der Hand ging. Ich musste mich nicht quälen, der Puls ging in Trabpause schön nach unten und ich dachte schon, ich dass ich mich zu stark geschont habe. Als ich aber eine halbe Stunde später bei mir zu Hause die Treppen hochging, spürte ich, dass die Belastung doch nicht ganz ohne war.
Da sich der Schneefall im Laufe der Woche fortsetzte und die Temperaturen weiter vielen, macht ich am mittwochs und samstags nur einen Dauerlauf. Der Samstaglauf war mit 55 Minuten ungewöhnlich lang. Das lag daran, weil mich Jan – 2005 zweiter bei der DM im 2.000-Meter-Geländelauf und heute Marathonläufer – begleitet. Die Zeit verging wie im Flug, nur die letzten 15 Minuten merkte ich, dass ich so lange Läufe nicht mehr gewöhnt bin. Trainingsmethodisch wäre es da besser gewesen, 30 Minuten an der anaeroben Schwelle zu laufen, aber es hat unheimlich Spaß gemacht.
Am 21.01.13 wurde es dann wieder schnell und vor allem intensiv: Bergsprints, zuerst 4 x 80 m und dann 2 x 50 m. Der Unterschied zwischen 30, 50 und 80 Metern am Berg ist enorm. Die Läufe am Berg haben bei mir ganz unterschiedliche Auswirkungen. 30 m kann ich voll durchpowern, ab 40 m beginnt die Muskulatur langsam zu übersäuern (was ich bei einem 50-Meter-Sprint noch gut verkraftet) und ab 60 Metern schafft ich es nicht mehr, die Frequenz zu halten. Die Beine übersäuern die letzten 20 Meter gnadenlos und ich rette mich nur noch irgendwie ins Ziel. Anschließend pumpe ich wie ein Maikäfer, um wieder Luft zu bekommen.
Dieses Training sehe ich mehr als Kraftausdauertraining an. Mein Ziel ist es, die Kondition so weit zu verbessern, dass ich Belastungen von 10 Sekunden und mehr am Berg mit gleich bleibender Geschwindigkeit absolvieren kann. Dann bin ich auch in der Lage, wenn es in das Wettkampfstraining mit Rocky geht, innerhalb einer Trainingseinheit mehrere maximale Belastungen auf gleich hohem Niveau umzusetzen. Genau das hat mir 2012 gefehlt.
Am 23.01.13 standen dann wieder kurze Bergläufe an meinem Hausberg auf dem Programm. Ich machte – wie am 28.12.12 – 6 x 30 Meter. Dieses Mal war ich im Schnitt 1/10 Sekunde schneller als vor 4 Wochen. Anschließend machte ich noch 3 x 16 Wechselsprünge.

Tag, Datum / Dauerlauf / Schnelligkeitsinhalte
Mi, 02.01.2013 / 40 / 10 x Steigerungen zw. 60 bis 80 m innerhalb DL
Do, 03.01.2013 / 30 / Sprintpyramide: 40 - 60 - 80 - 60 - 40 m; 2 x 120 m bergauf
So, 06.01.2013 / 25 / 2 Steigerungen; 5 x 50 m bergauf (zügige Gehpause)
Di, 08.01.2013 / 35 / 2 Steigerungen; 5 x 110 m mit Gehpause
So, 13.1.2013 / 25 / 3 Steigerungen; Sprints leicht bergauf: 40 - 55 - 70 - 70- 55 - 40 m
Mo, 14.1.2013 / 25 / Sprints mit Trabpause: 6 x 100 m mit Trabpause (Tempo ca. 85 %)
Mi, 16.1.2013 / 30
Sa, 19.1.2013 / 55
Mo, 21.1.2013 / 10 / 2 Steigerungen; Bergsprints: 4 x 80 m + 2 x 50 Sprints
Mi, 23.1.2013 / 20 / 2 Steigerungen; Bergsprints: 6 x 30 m Sprints; 3 x 16 Wechselsprünge



13.01.2013: Die Trainingsgruppe beflügelt
Auf Grund des Wintereinbruchs und da Rocky am Freitag geimpft wurde, machten wir am Sonntag nur ein reduziertes Training. Das winterliche Wetter und die Atmosphäre durch die Trainingsgruppe (das erste gemeinsame Training seit 4 Wochen) beflügelte Rocky dermaßen, dass er kaum zu zügeln war.
Gespannt war ich im Gehorsam auf die Stehsequenzen. Wie im Video zu sehen, machte ich mehrere Varianten hintereinander. In der ersten Sequenz lief ich rückwärts und machte zuerst Sitz und Steh. Die Übung streue ich ab und zu ein, damit vor lauter Steh-Training, das Sitz nicht vernachlässigt wird. Als ich in die Tasche griff, um die Beute rauszuholen, wurde Rocky unruhig. Über die Stimme schaffte ich es dennoch, dass er in seiner Position blieb.
In der zweiten Sequenz lasse ich den Gegenstand fallen, Rocky nimmt unverzüglich das Hörzeichen an. Wichtig ist mir, dass er verharrt und erst auf mein Hörzeichen seine Position auflöst. Ich lasse ihn im Laufschritt bewusst sehr frei laufen, um ihn bei Laune zu halten. Mir ist das Risiko zu groß, dass er mit dem formalen Laufschritt die Lust verliert und damit dann etwas Negatives verknüpft. Kann der Hund die Postion (Steh) und kann er einen einwandfreien formalen Laufschritt, dann ist es nur noch eine Kleinigkeit, beides zusammenzuführen.
In der dritten Sequenz machte ich nur eine ausholende Armbewegung, bevor in der nächsten Sequenz das Steh ganz ohne Hilfe folgte. Hier hatte Rocky eine leichte Verzögerung, bis er das „Steh“ annahm. Das war ein Test, aber diese Variante ist zum momentanen Zeitpunkt noch zu früh, da mir die Ausführung nicht exakt genug ist. Die fünfte Sequenz war dann wieder analog der zweiten, in der ich die Beute auf den Boden fallen lasse.

Als Laufparcours stellten wir heute die parallelen Graden mit einer Hürdensequenz auf. Mein Ziel ist es, dass Rocky ohne große Vorbereitung, Hörzeichen oder sonstiger Einwirkungen mit mir mitläuft. Um später im Wettkampf mich weitestgehend auf mich selbst konzentrieren zu können, will ich erreichen, dass das Kontrollieren des Hundes übergeht in ein synchrones Laufen auf Basis der Freude und Begeisterung an der gemeinsamen Bewegung. Bei seinem derzeitigen Temperament und dem submaximalen Tempo, funktioniert das durch die Pylonen hindurch sehr gut.
Bei den Hürden (die erste Hürdensequenz seit dem Wettkampf in Kindenheim Ende August) sind aber Linkskreise notwendig. Rocky nimmt die Tempoverzögerung seht gut an. Trotz des vorher genannten Ziels, reicht mir das im Moment völlig aus, ich sehe das als Teil des Grundlagentrainings.


30.12.2012 bis 06.01.2013: Gehorsamstraining
Nach den Weihnachtsfeiertagen hatte ich drei Mal die Gelegenheit, mit Rocky etwas Gehorsam zu trainieren.
Beim ersten Mal spürte ich die pure Lust am Arbeiten bei ihm. Das zeigte mir wieder einmal, dass eine Pause auch Positives bewirken kann. Gerade in der Wettkampfszeit kann man das schnell vergessen, wenn man versucht, Details zu optimieren, aber nur in kleinen Steps vorankommt.
Grundsätzlich habe ich bei Rocky fünf Trainingsschwerpunkte: Aufmerksames Fußgehen ohne zu Pendeln; aufmerksames Fußgehen, wenn es auf die Platzgrenze/Abschrankung zugeht; Kehrtwendung; Platz und Steh aus dem Laufschritt sowie das schnelle Herankommen beim Abrufen.
Aus den Trainingseinheiten im November / Dezember habe ich bereits die Herangehensweise für das Platz und Steh aus dem Laufschritt beschrieben. Dies nahm ich wieder auf und merkte, dass die gleichen Schwachpunkte da waren, wie zuvor. Rocky nimmt zwar die Hörzeichen an, die Ausführung ist aber nicht unverzüglich.
Mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich bei Rocky so nicht weiter kommen werde. Deshalb versuchte ich am Ende ersten Trainingseinheit eine Variante, die ich vor ein paar Jahren bei Heidi Bilquam (mehrfaches Mitglied der norwegischen Nationalmannschaft in Obedience) kennen gelernt hatte. Und zwar wirft man die Beute mit dem Hörzeichen Steh nach hinten. Der Hund verharrt für den Bruchteil einer Sekunde, wird verbal bestätigt und holt sich anschließend die Beute. Sowohl bei Rocky, als ich ihm das Steh auf dem normalen Schritt anlernte als auch bei anderen Hunden aus meiner Trainingsgruppe schlug diese Variante nicht wie gewünscht an. Dieses Mal hatte ich aber das Gefühl, dass es passen könnte.
Deshalb war ich gespannt auf die nächste Trainingseinheit. Und ich war positiv überrascht. Mit dem Beutewurf nach hinten unterbrach Rocky unverzüglich das Laufen, allerdings setzte er gleich der Beute nach. Das gefiel mir insofern nicht, da mir die Ausführung zu weit weg von der in der Prüfung geforderten Ausführung war. Gab ich über das Hörzeichen mehr Druck, setzte sich Rocky hin – er verharrte in diesem Moment, aber in der falschen Position. Deutete ich nur den Wurf nach hinten an ohne zu werfen war die Ausführung perfekt. Er nahm das Hörzeichen sofort an und blieb in Laufrichtung so lange stehen, bis das Steh aufgelöst wurde. Das zeigte mir, dass ich jetzt den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Nur immer den Beutewurf zu simulieren, wäre aber auch falsch, denn nach relativ kurzer Zeit, würde es Rocky nicht mehr glauben. Deshalb ließ ich als Variante die Beute einfach nach unten fallen. Das hat den Vorteil, dass es keine Ausholbewegung mit dem Arm gibt. Weiterhin liegt die Beute in unmittelbarer Nähe zu seiner Steh-Position und er verharrt solange, bis ich mit einem Hörzeichen auflöse.
Interessant ist wieder einmal zu lernen, dass das, was bei dem einem Hund gut ist, bei dem anderen noch lange nicht funktionieren muss. Bei Rocky war es für das Steh-Anlernen die falsche Unterstützung, jetzt aus dem Laufschritt liegen wir richtig.
Das dritte Training begann nicht wie geplant. Meine Standard-Trainingswiese liegt unmittelbar neben einem Schießstand. Heute waren wohl die großkalibrigen Geschosse dran, ein Training in unmittelbarer Nähe war unmöglich. Selbst noch einen halben Kilometer entfernt meinte ich, direkt neben dem Abzug zu stehen.
Gespannt war ich auf die Steh-Übungen. Ich verfolgte den Ansatz vom letzten Training und er funktionierte wieder. Allerdings musste ich ein klein wenig nachsteuern. Lass ich die Beute fallen, bleibt er sofort stehen. Er hat die Beute aber inzwischen so gut im Blick, dass er – ohne dass die Beute fällt – nur leicht verzögert stehen bleibt. Fällt die Beute nicht, es wird mit dem Arm aber eine Ausholbewegung gemacht, ist das Steh wieder ohne Beanstandung. Jetzt muss ich den richtigen Mix im weiteren Aufbau finden, um die Übung später auch unter formalen Bedingungen (ohne jedwede Hilfe) perfekt ausführen zu können.
Mit einem Blick nach vorne beendete ich das Training. Auf der einen Seite sehe ich, dass in einigen Bereichen das Niveau noch nicht erreicht ist, das ich haben will. Auf der anderen Seite, habe ich jeweils konkrete Ansatzpunkte, diese Schwachpunkte zu beheben. Das stimmt mich sehr positiv. Es ist jetzt erst Anfang Januar. Obwohl ich mehr als ein bis zwei Gehorsamseinheiten pro Woche zeitlich nicht schaffe, ist bis April noch viel Zeit, die Einzelübungen zu einem prüfungsreifen Ganzen zu festigen.
Ich freue mich schon auf das Training am Wochenende. Es ist dann genau 12 Monate her, seit wir das erste Mal Parcours in der Trainingsgruppe des HSVM trainierten. Mit einem Blick auf die damaligen Videos sehe ich zum einen Hund, der für einen Einsteiger ein unheimlich hohes Niveau hatte. Schaue ich mir die Sicherheit und das Ausführungstempo an, bewegen wir uns heute auf einem ganz anderen Level. Sollte das Wetter mitspielen, werden wir wieder ähnliche Inhalte wie vor einem Jahr trainieren.


Lauftraining Dezember
Auf Grund eines Magen-Darm-Problems machte ich knapp zwei Wochen Trainingspause. Ich lag zwar nicht im Bett, bei körperlicher Belastung bekam ich aber Magenkrämpfe. Die ersten zwei Einheiten danach waren eher ein vorsichtiges Abtasten. Ich spürte aber, dass das Trainingsniveau nicht gelitten hatte. Der kontinuierliche Trainingsaufbau macht sich so langsam bemerkbar.
Im Moment kann ich ohne körperliche Einschränkungen die Trainingseinheiten absolvieren. Das heißt zwar nicht, dass ich vollkommen scherzfrei bin. Man darf dem Schmerz aber auch nicht permanent aus dem Weg gehen. Solange der Körper sich bis zur nächsten Trainingseinheit regeneriert, ist alles im grünen Bereich.
Allerdings merke ich, dass ich mich konditionell verbessern muss, bei intensivern Belastungen komme ich sehr schnell außer Atem bzw. die Beine werden schwer. Es genügt nicht, nur schnell zu laufen, im Wettkampftraining werde ich mehrere maximale Belastungen an einem Trainingstag absolvieren müssen. Deshalb will ich in den kommenden Trainingseinheiten den Trainingsumfang steigern. Das heißt, die Belastungen sollen sukzessive auf 6 und später auf 8 Wiederholungen gesteigert werden. Die Anzahl der Wiederholungen ist in Abhängig der Streckenlänge, der Laufintensität und der jeweiligen Pause zu sehen.
Welche konkreten Trainingsbelastungen ich mache, entscheide ich nach wie vor spontan. Die Sprints am 16.12.12 waren sehr intensiv, da der Anstieg zum Ende hin immer steiler wurde. Das ging ziemlich in die Säure und die Schritte wurden zum Schluss immer kleiner, deshalb machte ich nur 4 Wiederholungen.
Am 18.12.12 wurden die Sprints auf ebener Strecke gelaufen. Für mehr als 5 Läufe reichte aber auch hier die Kraft nicht, allerdings war die Sprintstrecke auch länger als sonst. In den Einheiten am 21.12. und 22.12.12 bin ich die Dauerläufer zum ersten Mal schneller gelaufen. Am 22.12. war das Tempo am Ende in einem 4:30er-Schnitt (auf 1000 m). Das ist zwar nicht sonderlich schnell (vor ein paar Jahren waren Dauerläufe in diesem Tempo für mich noch Regenerationsläufe), es ist aber deutlich schneller, als die seitherigen Einheiten. Das zeigt ebenfalls auf, dass sich meine Form so langsam entwickelt.
Ab jetzt integriere ich auch den letzten Baustein neben Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit in das Training. In den Trainingsaufzeichnungen versteckt sich hinter „Stabi“ ein Stabilisationstraining. Hier mache ich nur Übungen mit meinem eigenen Körpergewicht. Dazu gehören unterschiedliche Übungen für die Rumpf-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Das reicht vollkommen aus, es nicht notwendig, hierfür in ein Fitness-Studio zu gehen. Zudem kann man diese Übungen überall und zu jeder Zeit machen, auch zu Hause im Wohnzimmer – eine Isomatte genügt, und schon kann man starten.
Warum ist das Stabi-Training wichtig? Mit den Kräftigungsübungen will ich die schnellen und extremen Sprintbewegungen besser ausgleichen. Diese Bewegungen müssen vom Rumpf bzw. vom Oberkörper ausbalanciert werden. Geschieht dies nicht im ausreichenden Umfang, kommt es häufig zu Rückenproblemen bzw. zu muskulären Dysbalancen und in Folge dessen zu Muskelverletzungen. Für dieses Training kann ich mich mit Abstand am schwersten motivieren, früher habe ich es immer erst dann gemacht, wenn ich Probleme hatte.
Beim Training am 23.12.12 war ich dann ziemlich müde, den dritten Tag hintereinander zu laufen, verkrafte ich dann doch nicht so einfach. Deshalb entschied ich mich, ein paar Steigerungen mit Trabpause zwischen den Läufen zu machen, um durch schnellkräftige Bewegungen keine Verletzungen zu provozieren. Das Tempo lag bei ca. 80 % und hatte durch die Trabpause mehr einen konditionellen Charakter.
Dienstags folgte eine etwas längere Ausdauereinheit mit nur drei Sprints im Anschluss daran, die waren aber gut akzentuiert. Donnerstags und freitags machte ich zum ersten Mal maximal-intensive Sprints. Zuerst 6 x 60 m auf ebener Strecke, dann 6 x 30 m an meinem Hausberg. An beiden Tagen hatte ich leichten Muskelkater in den Beinen. Dies zeigt auf, dass es einen Unterschied gibt zwischen 95-Prozent-Belastungen und 100-Prozent-Belastungen.
Auch in der Regeneration merke ich einen Unterschied. Trotz einem Tag Trainingspause fühlte ich mich sonntags nicht frisch. Mit der Geländelaufgruppe des HSVM wurde zuerst eine flotte halbe Stunde gelaufen. Die Steigerungen und Sprints waren anschließend so zäh, dass ich das Training vorzeitig beendete. 10 Trainingseinheiten in 15 Tagen ist eine ganze Menge, das war seither das Pensum von fast einem Monat. Deshalb werde ich jetzt auch etwas länger Pause machen, um im neuen Jahr wieder frisch ans Werk zu gehen.

Tag, Datum / Dauerlauf / Schnelligkeitsinhalte
Mo, 10.12.2012 / 20 / 3 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge
Mi, 12.12.2012 / 25 / 2 Steigerungen; 4 x 30 m Sprints bergauf
So, 16.12.2012 / 25 / 2 Steigerungen; 4 x 80 m Sprints bergauf
Di, 18.12.2012 / 45 / 3 Steigerungen; 5 x 100 m Sprints
Mi, 19.12.2012 / 45 / 3 Steigerungen
Fr, 21.12.2012 / 20 / Tempo < 5 Min, 3 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge
Sa, 22.12.2012 / 40 / Tempo < 5 Min, letzte 2 km 4:30; 2 Steigerungen; 4 x 60 m Sprints; Stabi
So, 23.12.2012 / 20 / 8 x 70 m Steigerungen mit Trabpause, 2 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge; Stabi
Di, 25.12.2012 / 40 / 2 Steigerungen, 3 x 70 m Sprints leicht bergauf, Stabi
Do, 27.12.2012 / 30 / 2 Steigerungen, 6 x 60 m Sprints
Fr, 28.12.2012 / 20 / 2 Steigerungen; 3 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge; 6 x 30 m Sprints bergauf, Stabi
So, 30.12.2012 / 30 / 3 Steigerungen; 4 x 60 m Sprints submax.



8.bis 15. Dezember 2012
Aus den letzten beiden Wochen gibt es wenig Spannendes zu berichten. Das Wochenende 8./9. Dezember war vor allem durch Schnee und Kälte gekennzeichnet, so dass der Schwerpunkt auf den Gehorsamsübungen lag, die auch am Wochenende davor gemacht wurden.
Am Sa., 15.12.12, war es dagegen wieder viel wärmer. Deshalb integrierten wie wieder den Hindernislauf in das Programm. Wir machten 4 Läufe à 5 Hindernisse, wobei das Zulaufen auf den Laufdiel dieses Mal beanstandungslos funktionierte. Von der kleinen Schwäche aus dem Training vom 25.11.12 war nichts mehr zu sehen, allerdings forderte ich Rocky auch nicht mit maximalem Tempo.
Viel berichtenswerter empfand ich die Entwicklung von zwei neuen Teams aus meiner Trainingsgruppe, beide noch ohne Begleithundeprüfung. Sie liefen ebenfalls die Parcours DreieckPlus und QuadratPlus.
Bei dem einen Team – der Hund ist vom Typ steuerbar auf dem Übergang zum zweiten Level – lag das Augenmerk auf den Extremen Tempo und Ruhe. Sobald der Hundeführer das richtige Gefühl entwickelte, ab wann er beschleunigen sollte und ab wann er die Abbremsphase einleiten und ins ruhige Laufen übergehen sollte (bzw. gelernt hatte, was ruhig laufen heißt, da er beim Traben fast gerannt ist), machte das Team einen Quantensprung. Der Hund ist auf Grund seiner ungestümen Art (er bricht dann gerne aus) nicht einfach zu führen. Werden die tatsächlichen Schwachpunkte gezielt angesprochen und die Trainingstechniken richtig angewendet, steigt die Lern- und Leistungskurve rapide an. Das Ausführungstempo wurde höher und die Sicherheit in der Ausführung gleichzeitig deutlich besser.
Das zweite Team – der Hund ist vom Typ wechselhaft, ebenfalls auf dem Übergang zu Level 2 – werden die Beschleunigungs- und Abbremsvorgänge insofern zur Herausforderung, dass der Hund eher in eine Meideverhalten kommt und ein Tor auslässt. Ist das Tempo zu niedrig, beginnt er zu trotteln. Es gab dann eine Sequenz, bei der aus dem Dreieck heraus auf die Hindernisgerade zugelaufen werden sollte und es galt eine Distanz von ca. 7 Metern zu überbrücken. Sobald das Tempo angezogen wurde, um über die Hindernisse zu laufen, ließ er ein Hindernis aus.
Ein völlig typisches Verhalten dieser Hunde, da der Kontakt in der Ruhephase verloren ging und mit der Beschleunigung der Hund auch gleich einen Bogen machte.
Im Korrekturlauf sollte die Hundeführerin deshalb auf den Weg zu den Hindernissen permanent den Kontakt suchen. Prompt klappte der Übergang in die Beschleunigung und der Hund lief fehlerfrei über die Hindernisse. Auch hier zeigte sich wieder, dass es darum geht, das Zusammenspiel Mensch/Hund nicht nur als Worthülse zu benutzen, sondern dass dies – wenn man erfolgreich sein will - auch mit Leben erfüllt werden sollte.

Bis zum 12. Januar 2013 haben wir jetzt Winterpause. Ab und zu werde ich in dieser Zeit mir Rocky etwas Gehorsam trainieren, ansonsten berichte ich noch vom weiteren Verlauf des Lauftraining.


1./2. Dezember 2012
Das Thermometer fiel gegenüber der Vorwoche um gut 20 Grad und der Trainingsplatz war gefroren und mit Schnee bedeckt. Wir passten die Trainingsinhalten dahingehend an, dass wir das Hauptaugenmerk auf den Gehorsam legten.
2013 steht für den VK 3 Platz und Steh aus dem Laufschritt an, wobei einmal die Entwicklung zuerst in normaler Gangart erfolgt und dann in den Laufschritt übergeht und einmal gleich im Laufschritt beginnt. Die Übungen erinnern mich noch an meine VPG 3-Zeit vor gut 20 Jahren. Mit Askhan – ebenfalls einem Boxer - hatte ich damals neben erfolgreichen THS-Wettkämpfen auch sehr gute VPG-Prüfungen abgelegt. Leider konnte er auf Grund einer Arthroseerkrankung sein Leistungspotenzial nur für rund zweieinhalb Jahre zeigen. In dieser Zeit machten wir 14 Vierkämpfe, 13 davon über 280 Punkte. Im VPG-3 machten wir 3 Prüfungen, zwei Mal davon gesamt 288 Punkte und einem Punktedurchschnitt von 98 im Schutzdienst (!). Zwischen Rocky und Askhan ziehe ich viele Parallelen, wobei Rocky für mein Geschmack die noch besseren Anlagen mitbringt. Der Vorteil von Askhan war, dass er – mit absoluter Ausnahme – nie einen Fehler machte. Wie ich allerdings damals das Platz und Steh aus dem Laufschritt trainierte, weiß ich nicht mehr. Also heißt es jetzt kreativ zu werden.
Analog zum Gerätetraining wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt auch im Gehorsam sehr variabel trainieren. Formale Übungen haben da keinen Raum. Eine Übung ist, rückwärts im Laufschritt zu laufen und variabel Sitz, Platz und Steh zu machen. Mit dem Hörzeichen wird die Bewegung eingestellt. Deutlich schwerer ist es, das Hörzeichen zu geben, ohne die Bewegung einzustellen. Die Belohnung bei Platz erfolgt in Laufrichtung aus der Bewegung, bei Steh entgegen der Laufrichtung aus der Ruhe. Mit den Ausführungen von Rocky bin ich zufrieden.
Als weitere Variante machen wir freie Bewegungen im Laufschritt mit plötzlichen Unterbrechungen. Teilweise werden sogar Hindernisse mit eingezogen. Hier fällt es Rocky aber schwer, sofort zur Ruhe zu kommen. Das kann etwas am rutschigen Boden liegen, aber auch daran, dass er hier noch nicht so gefestigt ist. Die erfahrenen Hunde in der Trainingsgruppe nehmen auch in diesen Situationen das Hörzeichen unvermittelt und sofort an.


Lauftraining Oktober / November oder „Hinten wird die Ente fett“
In Ergänzung zum Training mit Rocky werde ich von Zeit zur Zeit auch das reine Lauftraining veröffentlichen.
Den kompletten September habe ich regeneriert, Anfang Oktober war ich dann nochmals beim Osteopathen. Er versuchte erneut, die Blockaden, die zu den Schmerzen im Wadenbeinköpfchen führen, zu lösen. Mit der Achillessehne war er ganz zufrieden, sie war nur noch minimal angeschwollen. Seiner Erfahrung nach sind Achillessehnenprobleme auch immer mit Stoffwechselproblemen in Verbindung zu bringen. Ein Aspekt, den ich nur bestätigen kann.
Der Oktober und November standen ganz unter dem Zeichen leichter Ausdauer- und Sprintbelastungen. Die Ausdauerbelastungen begannen bei 15 bis 20 Minuten im ruhigen Tempo (> 5:30 Min). Am Anfang machte ich danach auch nur drei bis vier ganz ruhige Steigerungsläufe. Die Schmerzen waren zwar nicht völlig weg, aber sie reduzierten sich von Training zu Training. Zusätzlich machte ich noch ein Sprungkrafttraining. Am Anfang gab es zwar entsetzlichen Muskelkater, der wurde aber von Training zu Training weniger.
Im Laufe der Zeit steigerten sich die Belastungen, allerdings reize ich mich im Training nach wie vor nicht aus. Wenn ich merke, dass die Beine schwer werden, beende ich das Training. Mein Körper soll ich erst sukzessive an die Belastungen gewöhnen. Auch nach 8 Wochen, habe ich noch nach fast jedem Training leichten oder mittleren Muskelkater.
Vereinzelt führe ich maximale Belastungen durch, und wenn, dann meistens am Berg. Gesundheitlich habe ich dabei keine Einschränkungen, ich merke aber, dass ich konditionell noch großen Nachholbedarf habe – so wie am 28.11.12, dass mir nach drei Bergsprints über 80 m die Beine zitterten. Aber lieber mehrere kleine Belastungen, als wenige große.
Für die nächsten Wochen haben wir keinen festen Trainingsplan. Ich lasse mich mehr von meinem Gefühl und meiner Erfahrung leiten und entscheide über die Inhalte von Trainingseinheit zu Trainingseinheit.
Sollte ich das Aufbauprogramm weiter so fortsetzen können, dann werde ich im Frühjahr bei den ersten Wettkämpfen in ganz anderer Form an den Start gehen können, als im vergangenen Jahr. Viel wichtiger ist für mich, dass ich bis dahin ein fundiertes Grundlagentraining absolviert habe. Von diesem muss ich dann über die Saison zehren können. Mein Körper wird dann besser wettkampforientierte Trainingseinheiten und die Wettkampfbelastungen selbst tolerieren können. So kann ich Verletzungen auf Grund von Über- oder Fehlbelastungen vorbeugen. Entscheidend wird die Fitness im Oktober sein, und nicht im April, denn wie steht es schon in der Überschrift: „Hinten wird die Ente fett“. Deshalb werden mich die Ergebnisse zu Beginn der Saison nur insofern interessieren, als dass ich sie als Qualifikationspunkte für die VDH-DM einbringen kann.

Tag, Datum / Dauerlauf / Schnelligkeitsinhalte
Fr, 05.10.2012 / 20 / vorsichtige Steigerungen
So, 07.10.2012 / 15 / vorsichtige Steigerungen
Fr, 12.10.2012 / 15 / Kraft: 3 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge; vorsichtige Steigerungen
Fr, 19.10.2012 / 20 / vorsichtige Steigerungen
So, 21.10.2012 / 20 / Kraft: 3 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge; vorsichtige Steigerungen
Mi, 24.10.2012 / 25 / flotte Steigerungen
Sa, 27.10.2012 / 20 / 5 x 70 m Steigerungen leicht bergauf (85 %)
Mi, 31.10.2012 / 15 / Kraft: 2 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge; 4 x 60 m steile Bergsprints (85 %)
Do, 01.11.2012 / 25 / 3 Steigerungen
Mi, 07.11.2012 / 20 / 4 x 70 m Steigerungen bergauf
Fr, 09.11.2012 / 20 / Kraft: 3 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge; 2 Steigerungen, 5 x 30 m Bergsprints
Sa, 10.11.2012 / 30 / 5 x 70 m Steigerungen
Mi, 14.11.2012 / 20 / Kraft: 3 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge; 2 Steigerungen, 5 x 30 m Bergsprints
Do, 15.11.2012 / 15 / 5 x 80 m Steigerungen leicht bergauf
So, 18.11.2012 / 20 / 3 x 80 m Steigerungen, 3 x 90 m Sprints
Mi, 21.11.2012 / 30 / Fahrtspiel: 10 x 60 m Steigerungen mit Trabpause
Sa, 24.11.2012 / 5 / Kraft: 2 Serien Sprintgeher + Wechselsprünge; 2 Serien Treppenläufe, 4 x 40 m Sprints
So, 25.11.2012 / 30 / 5 x 50 m Sprints
Mi, 28.11.2012 / 25 / 3 Steigerungen, 3 x 80 m Sprint



24./25. November 2012
An diesem Wochenende ist der offizielle Start meiner Trainingsgruppe für die Sportsaison 2013. Zwischen unserem letzten Wettkampf und heute trainierten wir nur sporadisch. Dazwischen waren viele (meist) Hundesporttermine, sodass es nach dieser Pause mit viel Motivation wieder losging.
Als Einstieg machten wir an beiden Tagen das Quadrat Plus. Mit dem im Video gezeigten Lauf versuche ich, ein paar neue Reize zu setzen. Die Hindernisse als Einstieg, dann 180-Gradwendung und im Linkskreis durch das Quadrat. Über die Hindernisse soll Rocky frei laufen, um sich anschließend einzuordnen. Die Linkswendungen werden relativ hart gelaufen, um Rockys Vertrauen auch auf engem Raum zu festigen.
Der Pylonen-Zick-Zack ist dieses Mal im Abstand 8 / 4 m, er ist also relativ steil aufgestellt. Das heißt, es wird sehr spitz gelaufen und der Hund muss sich ganz schön anstrengen, um immer auf Höhe des HF zu sein. Diese Variante ist aber nur für sichere und motivierte Hunde geeignet (Quadranten steuerbar bzw. nervös im Level 3 und 4.
Da es relativ mild war (16 Grad), haben wir auch den Hindernislauf stärker mit einbezogen als für die Jahreszeit üblich.
Der aufmerksame Leser weiß, dass wir in der abgelaufenen Saison nur einen Lauf unter 10 Sekunden. Das Potenzial von Rocky ist aber deutlich größer, die Frage ist nur, wie man es erschließen kann. Ein Ansatzpunkt ist, die Trainingsqualität zu erhöhen. Rocky muss regelmäßig an sein Grenzen geführt werden. So bekommt er Sicherheit und ein neues Basisniveau (ca. 10,2 Sek.), von dem aus Spitzenleistungen möglich sein sollten (< 9,7 Sek.).
Ich habe schon bei vielen Hunden beobachtet, wie sie in jungen Jahren reiften und ihre Geschwindigkeit von alleine verbesserten. Da aber bereits in 11 Monaten das große Event ansteht, heißt es, mit Überlegung und Geschick diesen Entwicklungsprozess zu beschleunigen. Da ich keine Erfahrungswerte diesbezüglich habe, bin ich gespannt, inwieweit ich tatsächlich in der Lage bin, auf diesen Entwicklungsprozess Einfluss zu nehmen.
Über den Winter fällt es mir aber schwer, schon auf Grund der Kälte, aber auch auf Grund meiner Fitness, maximale Sprintbelastungen zu zeigen. Deshalb will ich jetzt verstärkt Läufe mit Vorsprung einbauen. Das heißt, ein Helfer hält Rocky und ich starte mit ein paar Meter Vorsprung. Um für Rocky eine interessante „Competition“ zu gestalten, wähle ich den Abstand so, dass Rocky mich noch vor der Ziellinie einholen kann. Das hatte ich für die letzten vier Hindernisse schon samstags trainiert und das hat es sehr gut geklappt.
Heute wollte ich 6 Hindernisse machen. Ich wählte den Vorsprung geringer, da mir das Risiko eines zu schnellen Zulaufens auf den Laufdiel bewusst war. Leider hat der Start im ersten Lauf gar nicht funktioniert, deshalb war ich viel zu weit vorne, drehte mich auch gleich um und schon war Rocky seitlich vom Laufdiel abgesprungen. Dieses kleine Missgeschick hatte bereits genügt, dass Rocky in ein kleines Meideverhalten kam und im nächsten Lauf deutlich vor dem Laufdiel abbremste.
Das hieß, erst einmal zwei kurze Läufe einstreuen, um Rocky wieder Sicherheit zu geben. Ich ließ zwar Rocky weiterhin von einer Hilfsperson halten, allerdings startete ich jetzt direkt neben ihm. So wollte ich sicherstellen, dass er sich nicht zu stark von mir unter Druck gesetzt fühlt. Allerdings verknüpfte er beim nächsten Lauf über 6 Hindernisse, dass der Lauf nicht zu Ende gelaufen wird und die Belohnung vorher erfolgt. Auch hier hieß jetzt wieder, ihn umzukonditionieren. Im letzten Lauf hat das dann ganz gut funktioniert, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass er die letzten Hindernisse noch etwas schneller läuft. Ich habe mich vom Tempo her zwar nicht völlig ausgereizt, allerdings hatte ich keinerlei Schmerzen – ein Zustand, den ich seit Mai nicht mehr kannte!
Gelernt habe ich aus dem Training, dass ich bei Rocky immer bis zum Ziel laufen muss (viele Hunde können auch mitten im Lauf belohnt werden) und dass es ein großer Unterschied ist, ob wir vor dem Laufdiel oder nach dem Laufdiel starten. Sofern es die Witterung mitmacht, werden wir die nächsten Trainings so anpassen, dass nur noch vier Hindernisse gelaufen werden: Tunnel, Laufdiel, Tonne und Reifen, anschließend folgt das Zieltor. So haben wir kurze Sequenzen und laufen aber immer bis zum Schluss durch. Sollte es allerdings zu matschig oder gefroren sein, werden wir unsere Programme anpassen.


Oktober 2012 - Wie geht es weiter?
Meine ursprüngliche Zielsetzung, bei der VDH-DM 2013 unter die Top 5 zu kommen, bleibt unverändert. Wir haben zwar mit dem wenigen Training unwahrscheinlich viel erreicht. Der Weg zu den gesetzten Zielen wird aber noch ein sehr weiter sein. Das zweite Jahr wird schwieriger, weil es jetzt daran geht, Feinheiten zu verbessern. Und am Drehen dieser Schrauben, kann man auch schnell überziehen.
Auf der anderen Seite freue ich mich schon auf das Wintertraining. Endlich einmal dezidiert an Details zu arbeiten ohne Wettkampfdruck im Hintergrund. Erlerntes auch zu vertiefen ohne schon wieder gleich den nächsten Lernschritt zu integrieren. Davon verspreche ich mir vor allem im Gehorsam sehr viel.
Für die Laufdisziplinen heißt es vor allem Gesund zu werden. Ich muss in der Lage sein, wieder schmerzfrei zu laufen. Nur so kann ich auf ein Basisniveau kommen, das mich in die Lage eines spezifischen Lauftrainings für den Hürden-, Slalom- und Hindernislauf versetzt.
Damit eine Übung nachhaltig gefestigt werden kann, muss sie immer und immer wieder trainiert werden. Deshalb benötige ich die gesundheitlichen bzw. konditionellen Voraussetzungen, um auf einem qualitativ hohen Niveau mehrere Durchgänge pro Trainingseinheit ausführen zu können. Seither hatte Rocky nur ganz vereinzelt die Möglichkeit, im Extrembereich zu arbeiten. Meine Lauftechnik konnte sich unter diesen Bedingungen ebenso wenig verbessern.
Vor 10 und vor allem vor 20 Jahren waren die konditionellen Anforderungen nie eine Diskussion für mich. Als leistungsorientierter Mittelstreckenläufer in der Leichtathletik musste ich Sprintleistungen nicht extra trainieren. Meine 200-Meter-Bestzeit liegt bei 23,32 Sek., das sind in Folge 3 x 75 m in 8,7 Sek.! Im Training absolvierte ich Schnelligkeitsprogramme wie 10 x 150 m oder Tempolaufprogramme wie 3 x 2000 m in 7 Min mit 2 Min Pause (und das ohne Hund bzw. Bauschschnallung).
Von diesem Niveau profitierte ich viele Jahre lang. Ich muss mir aber eingestehen, dass die Substanz heute aufgebraucht ist. Hohe Sprintbelastungen, ohne den Körper darauf vorzubereiten, gehen nicht mehr. Zudem muss ich meinem Körper die Zeit geben, sich an Sprint-Belastungen wieder zu gewöhnen. Auf dieser Grundlage kann dann ein spezifischer Sprintraining bzw. spezifisches Training der Laufdisziplinen erfolgen. Das Wintertraining ist jetzt die ideale Zeit, sich darauf vorzubereiten.
Inzwischen habe ich auch eine Rückmeldung bekommen, dass ich mich überschätze und eine Platzierung unter den Top 5 bei der VDH-DM nur möglich ist, wenn die anderen Fehler machen. Gut, wenn man nur die reine Zahlen unserer Wettkampfergebnisse aus 2012 anschaut, dann sind die gesetzten Ziele in der Tat vermessen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Potenziale, die noch nicht erschlossen wurde.
Dieter Herrmann – der Trainer von 800 m Olympia-Sieger Nils Schuhmann – meinte einmal: Sieger zweifeln nie, Zweifler siegen nie. Mir wird es da nicht bange, ich glaube an uns, wir haben Spaß beim gemeinsamen Training und das ist das Wichtigste. Da ich sowieso nur unser Leistung beeinflussen und nicht die der Konkurrenten, mache ich mir darum auch keinen Kopf.
Das hält mich aber trotzdem nicht davon ab, den Austausch mit meinen direkten Wettbewerben zu pflegen. Wenn die persönliche Ebene stimmt, dann helfe ich auch gerne mit Trainingstipps weiter.
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