Zur Sache
Der THS-Blog
03.09.2016 - Zwischenblick
Es war eine lange Zeit Sendepause hier. Bei den vielen Kommentaren der letzten Monate im World Wide Web und in den sozialen Medien, bei denen man sich gewünscht hätte, sie wären besser nicht veröffentlicht, stellt man sich unweigerlich die Frage, inwieweit man seine eigene Meinung noch äußern will. Ich habe mich jetzt entschieden, dies wieder regelmäßig zu tun.
Schon rund zwei Monate zurück liegen die swhv-Meisterschaften, in 14 Tagen ist bereits die dhv-DM in Müncheberg, das irgendwo zwischen Berlin und der polnischen Grenze liegt. Es gibt sicherlich einige Sportler, die auf Grund der Entfernung und weil die letzten dhv-DMs nicht unbedingt Lust gemacht haben, gerne die Abkürzung direkt zur VDH-DM genommen hätten – wenn es denn möglich wäre.
Die swhv-Meisterschaft in Metzingen haben mir sehr große Lust bereitet. Das liegt aber nicht daran, dass die Sportler des HSVM doch recht erfolgreich waren. Der Gradmesser ist für mich zum einen, ob alles dafür gemacht wird, optimale Bedingungen für die Sportler zu schaffen und dass die Veranstaltung möglichst transparent für die Zuschauer abläuft. Eine gute Wurst, ein gekühltes Bier oder Honoratioren, die beehrt werden müssen, sind eher Nebensache.
Sicherlich war das Sportgelände erste Sahne. Die Frage ist aber, was man daraus macht. Und da will ich zuerst dem Orga-Team von Metzingen ein großes Lob aussprechen. Mit viel Liebe zum Detail wurde ans Werk gegangen. Martin Heß, als swhv-Oft verantwortlich für die Veranstaltung, bestätigte mir, dass immer, wenn er ein Anliegen hatte, sofort Helfer bereit standen, um Lösungen zu finden. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, musste er das sehr selten in Anspruch nehmen.
Das Ziel des Geländelaufes ins Stadion zu legen, war keine einfache Aufgabe, da es einige Wege gab, die die Strecke kreuzten. Sie war aber so abgesichert und mit Helfern an den Kreuzungsstellen versehen, dass die Läufer keine Einschränkungen hatten. Und kurz nach dem GL war wieder alles zurückgebaut.
Was mich besonders gefreut hat, war der Aufwärmbereich. Hier waren ausreichend Geräte, Hürden und Slalomtore vorhanden, sich zielgerichtet vorzubereiten. Das ist schon aus Tierschutzgründen wichtig, um seinen Hund richtig einzuspringen – dieses Thema werde ich zu einem anderen Zeitpunkt nochmals ansprechen. Aber auch aus sportlicher Sicht. In anderen Sportarten gehört das schon längst zum Standard, im THS ist es leider immer noch nicht die Regel. Wir aus Mühlacker wissen solche Möglichkeiten zu nutzen, was sicherlich ein Grund war, für das erfolgreiche Abschneiden. Dazu aber auch mehr in einem der nächsten Blogeinträge.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich zum CSC. Der Parcours war Mitten im Sportplatz aufgebaut, durch die sehr breite Tartanbahn war er dann sehr weit von den Zuschauern entfernt. Dies hätte man besser lösen können.
Zu einer guten Veranstaltung gehört aber auch eine entsprechende Organisation. Hier ist seit Jahren ein erfahrenes Team um Martin Heß am Start, das sehr bewährt, sicher und schnell alle Vorgänge von der Zeitmessung bis zur Auswertung ausführt. Namen will ich jetzt keine nennen, weil ich sicherlich jemanden vergessen würde.
Auch wenn alles passt, habe ich es schon häufig erlebt, dass man Wettkämpfe trotzdem in die Länge ziehen kann. Mit den aktuellen Anpassungen im Ablauf fand dieses Jahr samstags bereits um 16 Uhr Siegerehrung statt und sonntags wurde der komplette Wettkampf bis zur Siegerehrung in 7 Stunden abgewickelt wurde. Es waren keine unnötigen Längen und Pause im Ablauf, es war aber immer auch genügend Zeit für die Sportler, sich vorzubereiten oder sich zwischen den Disziplinen auszuruhen.
Die Teilnehmerzahlen einer swhv und einer dhv unterscheiden sich kaum. Vielleicht gelingt es ja in Müncheberg ähnlich zu überzeugen, dann werden die Sportler sicherlich gerne die Reise zur dhv-DM angetreten haben.


20.07.2015 - Die Sinne schärfen
Die Vierkampfergebnisse des HSVM bei den swhv-Meisterschaften in Edingen waren außergewöhnlich gut. Fast alle unsere Vierkämpfer waren an ihrer Leistungsgrenzen oder haben sogar Bestleistungen aufgestellt. Das war kein Zufall, ohne Glück funktioniert es aber auch nicht.
Glück, das wir vor allem beim Jugend-CSC in den Vorläufen nicht hatten. Sophie läuft seit 2 Jahren fehlerfrei die Sektion 1, auch im Training kein Wackler und jetzt lässt Lou 2 Mal die Hürde aus. Da hilft auch eine 30iger-Zeit nicht weiter. Inzwischen sind wir uns ziemlich sicher über die Ursache(n), doch das macht das Ergebnis nicht ungeschehen.
4 Medaillen im Vierkampf, dazu ein vierte und ein sechster Platz in der AK 19 w und das mit vielen Teams, die die Spitze eher von hinten sehen und - bis auf Manuela - ihren ersten Hund im THS bei Meisterschaften führen, erfolgreichster Verein im VK bei den swhv.
Zwei Dinge will ich damit zum Ausdruck bringen: dieser Erfolg in der Breite lässt sich so einfach nicht wiederholen, weil, wie schon gesagt, auch etwas Glück dazugehört. Unser Trainerteam hat sich in der Vorbereitung auf die Meisterschaft mit jeder einzelnen Schwäche intensiv auseinander gesetzt, Lösungsmöglichkeiten gesucht und Abwägungen getroffen zwischen der Risikovariante und der Sicherheitsvariante.
Nicolas Freund (Ladenburg) sagte in Sandhausen zu mir, dass er mit seinem inzwischen erfahrenen Hund nicht mehr 5 Mal die Woche ins Training geht, er muss halt schauen, dass er selbst fit bleibt. Wir trainieren nur zwei Mal die Woche gemeinsam, teilweise kommt noch eine dritte Einheit als individuelles Lauftraining hinzu.
Sein Potenzial abzurufen, geht nicht über die Steigerung der Trainingseinheiten, sondern darüber, die Sinne zu schärfen (so wie ich es im Post vom 01.07.2015 geschrieben habe). Im Gegensatz dazu muss ich, um mein Potenzial zu erhöhen, mehr trainieren (das soll also kein Plädoyer für weniger Training sein).
Wie unterschiedlich die Teams dabei entwickelt werden, will ich an zwei Beispielen zeigen: Katharina hatte sich letztes Jahr zwar in 4 Wettkämpfen für den VK 3 qualifiziert, die Ergebnisse danach sahen dann so aus: 37 / 254 (Juli/swhv), 53/248 (August), 54/256 (Oktober). Der Grund, dass keine besseren Ergebnisse erzielt wurden, lag hauptsächlich daran, dass Kimba im Wettkampf so aufdrehte (bis hin zum Schnappen), dass ein geordnetes Laufen nicht mehr möglich war.
Die Vorbereitung auf die Saison 2015 hatte viele Ausfallzeiten. Bei den KG-M im April startete das Team dann hervorragend mit 57 Punkten im Gehorsam – gerichtet von Tobias Gohla, was schon fast einem Ritterschlag gleich kommt. Nach den Hürden haben wir den Wettkampf leider wegen Rückenproblemen abbrechen müssen. Das Aufdrehen war bis dahin zwar nicht so stark wie 2014, aber die Läufe waren lange nicht so ruhig wie im Training. Wenn die Ursachen für ein Verhalten, außerhalb des Trainings liegen – und das ist nach meiner Einschätzung hier der Fall – dann wird es ungemein schwer, dies zu korrigieren. Immerhin ist der Hund in der Woche nur 3 Stunden im Training und 165 Stunden zu Hause!
Erst 2 Wochen vor Sandhausen (14.6.15) konnte wieder gemäßigt ins Training eingestiegen werden. Mit 276 Punkten war der Wettkampf ein Paukenschlag, wobei uns klar war, dass der Gehorsam (59 P.) mit viel Wohlwollen bewertet wurde. Die Laufdisziplinen waren bis auf einen Stangenwurf (durch Bedrängen) fehlerfrei. Im Slalomlauf konnte Katharina zumindest laufen, es war aber noch lange nicht optimal.
Nach Sandhausen mussten wir die Belastung auf Grund anderer Einschränkungen an der Untergrenze fahren. Deshalb lag der Fokus einzig und alleine darauf, die Wettkampfsituation zu simulieren, um so zu erreichen, dass Kimba im Wettkampf ruhiger läuft. Durch das ruhigere Laufen würden sich die Laufzeiten von alleine verbessern.
Bei den swhv war der Hürdenlauf ähnlich (gut) wie in Sandhausen (inkl. 1 Stangenwurf), im Slalomlauf konnte Katharina aber zum ersten Mal ordentlich laufen. Das alleine machte schon fast 2 Laufpunkte gegenüber Sandhausen aus. Trotz 3 Punkte weniger im Gehorsam (gefühlt mit einer deutlich besseren Leistung als in Sandhausen), haben beide erneut die 276 Punkte nur um 4 Hundertstelsekunden verpasst.
Dass der Gehorsam besser wurde, war ebenfalls kein Zufall. Schlussendlich legten wir uns fest, Kimba nur mit Futter auf den Gehorsam vorzubereiten. Dadurch war der Trieb nicht so hoch, aber der Aufmerksamkeits-Abfall im Ring auch geringer. Bei den Kreismeisterschaften ging es gut, in Sandhausen klappt es nicht. Bei den swhv haben wir es wieder geschafft, den Spannungsbogen so aufzubauen, dass ausreichend Aufmerksamkeit da war.
Bei Matthias lag die Ausgangssituation ähnlich, die Ursachen waren aber völlig konträr. Er stieg 2014 in den VK 3 auf und machte bei den swhv mit 277 Punkten einen sehr guten Wettkampf. Dabei erzielte er 59 Punkte im Gehorsam, hatte aber vier Fehler in den Hürden. In den folgenden Wettkämpfen wurde immer eine technische Übung im Gehorsam verpatzt (Mannheim 51/275, dhv-DM 49/269 + 4 Fehler Hürden). Da auch der letzten Wettkampf in Straubenhardt nicht wie gewünscht lief, war die Frage, wie man über den Winter an den Schwächen arbeiten kann.
Der Einstieg 2015 mit den Kreismeisterschaften im Gehorsam war ziemlich gut – immerhin 54 Punkte (auch bei Tobias). Alle technischen Übungen fehlerfrei, hauptsächlicher Kritikpunkt war im Laufschritt das (leichte) Vorprellen, das drei Mal in die Wertung kam (Fußlaufen, Platz, Steh).
Das Aufwärmen für die Hürden ging dann völlig daneben. Anweisungen, die geübt waren, wurden falsch ausgeführt, das wiederum brachte noch mehr Verunsicherung und Durcheinander. Trotzdem waren die Laufdisziplinen fehlerfrei. Mit 277 Punkten wurde ein Ergebnis erzielt, das „zu wenig zum Leben“ (das ist zu wenig für die Teilnahme an der VDH-DM) und „zu viel zum Sterben“ (mit 54 Punkten die VDH-Mindestanforderung erzielt).
Maßgabe war für den Heimwettkampf 2 Wochen später, das gute mitzunehmen und das Rad im Gehorsam nicht zu überdrehen. Der Schuss ging nach hinten los: Sitz verpatzt, im Hürdenlauf viel eine Stange und im Hindernislauf 2 Mal die Treppe ausgelassen. Es war noch nicht mal Mai und gefühlt saßen wir vor einem Scherbenhaufen. Der Wettkampf Mitte Mai in Knielingen (55/275), aber ein Mal Schrägwand ausgelassen, brachte uns nicht viel weiter. Das sind zwar gute Ergebnisse, für eine VDH-DM aber einfach zu wenig.
So viel zur Ausgangssituation. Die Frage war, wie kann man da entgegensteuern. Amadeo ist - typisch für einen weißen Schäferhund – ein sehr führiger Hund, mit keinem Mega-Selbstbewusstsein. Auch typisch Schäferhund: wenn man ihm Struktur gibt, gibt es ihm Sicherheit. Konkret: im Training genau das Gleiche tun wie im Wettkampf. Für andere Hunde der Tod, für Amadeo genau richtig.
Bei allen Disziplinen spielt die Vorbereitung die entscheidende Rolle. Mit Matthias musste ich erst abstimmen, welche Erwartungshaltung er für den Gehorsam haben darf. An der Stelle sei erwähnt, dass er das Gehorsamstraining für die exakte Ausführung bei Ursula macht, und das Abrufen der Leistungen im Wettkampf bei mir. Macht er in der Vorbereitung zu viel Druck, läuft er super exakt, in den technischen Übungen hält Amadeo dem Druck nicht Stand (legt sich z.B. bei Sitz, nachdem Matthias sich ein paar Schritte entfernt hat). Bereitet er ihn zu wenig vor, ist er im Fußlaufen nicht so exakt. Hier das richtige Maß zu finden, trainierten wir. Und wenn er während des Fußlaufens merkt, dass die Balance nicht stimmt, hat er über die Art, wie er die Hörzeichen gibt (strenger, freundlicher), eine Steuerungsgröße. Hier ist die sensible Art des Hundes ein Vorteil. Der Vorbereitungswettkampf in Sandhausen war fehlerfrei (56 P.) und bei den swhv darüber hinaus noch sehr exakt (58 P.).
Mit dem Auslassen der Schrägwand trat ein Problem aus 2014 wieder auf. Nach dem Wettkampf in Knielingen konnten wir das Problem auch im Training simulieren. Amadeo macht es nichts aus, wenn er seine Läufe übel anschlägt. Steht er aber in einer Schlange vor dem Start, dreht er so auf, dass er die Schrägwand auslässt.
Auch hier bauten wir im Training bestimmte Rituale ein, daneben trainierten wir das Laufen aus einer Warteschlange. Um mehr Wettkampfstimmung zu erzeugen, starteten die Teams auf Kommando bzw. auf Pfiff. Sowohl Sandhausen als auch die swhv waren dann fehlerfrei.
Allerdings brachten wir aus Sandhausen 2 geworfene Stangen aus dem Hürdenlauf mit, sonst wären es dort schon 282 Punkte geworden. Die Sinne bei den Hürden zu schärfen ging dahin, zu welchem Zeitpunkt das Hörzeichen gegeben wird. Wird im Vorfeld zu viel Druck aufgebaut und kommt das Hörzeichen vor der Hürden, dann lässt Amadeo die Hinterbeine fallen. Das Hörzeichen muss also noch der Hürde kommen, mit dem Risiko, dass er bis zur nächsten Hürden wieder vorprellt. Damit das nicht passiert, muss das Basisniveau „auf Höhe bleiben“ gesteigert werden.
Nachdem Amadeo samstags bei den swhv in der Sektion 1 zwei Mal beide Stangen des Hochweits (zum ersten Mal überhaupt) abgeräumt hatte, war ich vor den Hürden nicht zuversichtlich. Der Hürdenlauf am Tag darauf war aber sehr sicher, Amadeo blieb bei Fuß und überlief die Hürden sehr sauber.
Diese Fortschritte sind auch ein Großteil auf Matthias zurückzuführen. Er ist ein akribischer Arbeiter. Wenn nicht auf jedes Detail im Training geachtet wird, kommt das System ins Wanken. Das hat dann auch viel mit Konsequenz zu tun, die einem im Training oft lästig erscheinen. Und wird etwas nicht 100-prozentig ausgeführt, können Trainer und Athlet auch mal aneinander geraten. Da reicht es schon aus, gestresst von der Arbeit ins Training zu kommen und der Kopf ist nicht frei. Wenn man ein gemeinsames Ziel hat, ist das auch schnell wieder überwunden.
Das erste Training nach der swhv zeigte dann auch gleich auf, dass die Erfolge der swhv noch nicht gefestigt sind. Bei beiden Teams ist es uns gelungen, die Hunde „unter Kontrolle zu halten“. Nachhaltig und sicher wird es erst, wenn das „unter Kontrolle halten“ durch die Freude an der gemeinsamen Bewegung mit seinem Teampartner in einer synchronen Ausführung überführt wird. So ist in der Trainingsplattform auch als übergeordnetes Ziel formuliert. Bis wir dahin kommen, wird uns die nächsten Jahre nicht langweilig werden.


14.07.2015 - swhv-Meisterschaften in Edingen
Ausrichter und Veranstalter haben sich viel Mühe gegeben und eine tolle Veranstaltung organisiert. Das Stadion war sehr gut geeignet, es gab ausreichend Parkplätze in der Nähe, die Ausschilderung zum Veranstaltungsort stimmte. Auch der Wettkampfablauf war von Beginn bis zum Ende reibungslos. Klar gibt es schönere Geländelaufstrecken, man kann sich sein Gelände aber nicht immer schnitzen.
Warum schreibe ich diese Zeilen? Die im Vorfeld der Veranstaltung stattgefundenen Diskussionen in den Sozialen Medien gingen teilweise unter die Gürtellinie, anstatt auf Augenhöhe Vorschläge für Verbesserungen einzubringen.
Ich kenne die Aufwände, die hinter so einer Veranstaltung stecken. Ich kenne auch die Abhängigkeiten, die diese für den Gesamtablauf mit sich bringen (siehe auch Post vom 16.10.2014). Ich kann abschätzen, welche Änderungen, welche Auswirkungen haben.
Doch will ich mich nicht davon lossprechen, dass ich auch schon Auseinandersetzungen hatte. Allerdings auf einem fachlich fundierten Niveau und nicht über die sozialen Medien.
Zum Beispiel zwei Mal mit dem damaligen dhv-OfT Rudi Ophei, bei dem es mehr um Good Will, als um organisatorische Unmöglichkeiten ging. 2010 (im Rahmen der VDH-DM in Mainflingen) habe ich darum gebeten, eine 15-jährige im Geländelauf vorzuziehen (sie startete ganz am Ende), denn die Pause zu den Laufdisziplinen im Vierkampf war gerade noch 30 Minuten. Ein Einverständniserklärung zur Behandlung in ärztlichen Notfällen mussten die Eltern unterschreiben, die Notfälle erst gar nicht entstehen zu lassen, war nicht auf der Agenda. Wie ich später erfuhr, hat er diesen Antrag noch nicht mal an den VDH weitergeleitet.
Bei der dhv-DM 2013 machte ein Hund von uns einen Doppelstart. Trotz rechtzeitigem Antrag weigerte er sich hartnäckig, die beiden Läufe weiter auseinanderzulegen. Der Hund hätte quasi im Staffellauf übergeben werden müssen, so wenig Zeit lag dazwischen den Starts. Erst am Tag der Veranstaltung hatte er ein Einsehen.
Was will ich damit sagen? Liebe Sportsfreunde, der Ton macht die Musik und wer die Insights nicht kennt, sollte, bevor er nicht haltbare Behauptungen aufstellt, sich etwas gemäßigter äußern. Schlussendlich ist der THS für uns doch die schönste Nebensache der Welt. Oder?


01.07.2015 - UWV
UWV steht für „Unmittelbare Wettkampfvorbereitung“. Ich kenne den Begriff aus meiner Leistungssportzeit von der Leichtathletik und habe das Prinzip mit in das Training des THS übernommen. Gerne wird das auch mit „peaken“ umschrieben, also wie man seine beste Leistung am Tag X herausholen kann.
In 14 Tagen finden die swhv-Meisterschaften in Edingen statt. Sie sind der Türöffner zur dhv-DM – sofern man seine im Training gezeigten Leistungen abrufen kann. Darauf trainiert jeder hin, dem einen gelingt es besser, dem anderen weniger gut.
Vor zwei Wochen sind die Vierkämpfer meiner Trainingsgruppe bei einem Turnier in Sandhausen gestartet. Das war ein gezielter Wettkampf als Formüberprüfung auf die swhv hin. Da in Sandhausen in der Regel sehr gute Bedingungen vorzufinden sind, konnten die Teams im Vorbeigehen auch noch gute Qualipunke für die VDH-DM mitnehmen.
Wichtiger waren mir aber die Erkenntnisse über die Stärken und Schwächen der Teams. Dabei hinterfragen wir immer, ob die gezeigte Leistung dem Leistungsniveau entspricht. D.h., war eine schlechte Leistung Pech oder Unvermögen und war eine gute Leitung Glück oder Können. Pech war bei Katharina zum Beispiel, dass ihr bei Steh die Stimme versagte und ihr Hund das Hörzeichen zuerst nicht annahm. Glück war bei Manuela, dass beim Anmelden die Richterin ihre Anmeldekarten nicht vorliegen hatte und sie musste nochmals den Ring verlassen. Das brachte ihren Hund im positiven Sinne durcheinander, da nach vielen Wettkampfjahren der Rhythmus durchbrochen wurde. Die Einordnung der Leistungen sind die Grundlage für die nächsten Trainingseinheiten.
Dieses Jahr spüre ich, dass wir vor allem am wettkampfnahen Training arbeiten müssen, also im Training die Wettkampfsituation zu simulieren. Dazu sind wir letzte Woche auf einen fremden Sportplatz zum Gehorsamstraining gefahren und das zurückliegende Wochenende haben wir auf dem Fußballplatz neben unserem Junghunde-Trainingsgelände trainiert. Es wurde ein Ring markiert, wir nahmen als Richter eine Person, die die Hunde nicht kannten, und die Teams mussten vom Vorbereitungssektor um die Junghunde herum bis zum Gehorsams-Ring laufen. Jedes Team arbeitete anschließend aber individuell. Bei Katharina und Manuela kam es darauf an, die Spannung des Hundes in den Ring zu transportieren und ihre Vierbeiner schnell zu bestätigen. Bei Matthias gilt es, die Balance zwischen Anspannung und Gelassenheit zu finden, sodass er beim Fusslaufen korrekt am Bein läuft, in den technischen Übungen aber keine Patzer macht und da Sophie den Wettkampf in Sandhausen nicht mitmachte, war das bei ihr die Generalprobe.
Anschließend ging es an die Hürden. Ohne Probedurchgänge, mit Startzeichen und Pfiff, um mehr Wettkampfatmosphäre aufkommen zu lassen, auch hier wieder in individuellen Sequenzen. Bei Katharina musste der Hund ruhig sein am Start, Matthias und Sophie liefen bis zur fünften Hürden mit Tempo anschließend langsam und Manuela lief im kompletten Tempo durch.
Bei jedem Team sind nach diesem Training noch Handlungsbedarfe zu erkennen. Und die eine oder andere Schwäche lässt sich auch gar nicht mehr beheben bis zur swhv. Allerdings wurden bei allen Teams die Sinne geschärft. Wir wissen jetzt, worauf wir achten müssen und können so vor und während des Wettkampfes uns besser darauf einstellen. Und um das geht es, Schritt für Schritt die Trainingsleistungen auch bei wichtigen Wettkämpfen abrufen zu können und möglichst viele Eventualitäten auszuschalten.


06.04.2015 - Rückblick auf das THS-Seminar in Mühlacker
Es sind schon wieder zwei Wochen vergangen, als das traditionelle THS-Seminar beim HSV Mühlacker stattfand.
Es kamen wieder über 40 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Die Sportsfreunde aus Flensburg wurden vom Anreiseweg her dieses Mal aber noch übertroffen durch eine Teilnehmerin aus Schweden. Sie ist gerade dabei, dort den THS aktiv zu bewerben.
Das Wochenende war wieder sehr intensiv, sowohl für die Teilnehmer als auch für die Referenten. Die ersten Rückmeldungen von den Teilnehmern sind überaus positiv ausgefallen, sie können hier nachgelesen werden. Auch den Referenten hat das Wochenende jede Menge Spaß gemacht.
Da kurzfristig Gunther Schroer für das Mentaltraining aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen ist, wurde das Sprungtraining von Regina Köberle mit ins Programm genommen. Im THS ein relativ neuer Bereich, der von den Teilnehmer aber begeistert aufgenommen wurde.
Zum Teil haben bekannte Gesichter aus der Sportszene teilgenommen, es waren aber auch Teams dabei, mit einem wahnsinnigen Potenzial, die den Durchbruch in nächster Zeit schaffen könnten. Sieht man diesen Teams zu, spürt man förmlich, dass die Idee des THS lebt. Doch auch die Fortschritte und Erfolge im Kleinen und vor allem bei den Anfängern muss man im Auge behalten. Jedes Team ist individuell zu betrachten und zu bewerten.
Damit die Teilnehmer das Erlernte noch einmal Revue passieren lassen können, wurden insgesamt 18 Gigabyte Videomaterial zur Verfügung gestellt.


13.02.2015 - zu Besuch beim DVG
Am vergangen Wochenende war ich jetzt schon zum viertel Mal vom DVG für ein Turnierhundsport-Seminar eingeladen. Es fand im Schulungszentrum des DVG in Hemer statt. Mit 30 Teilnehmern war das Seminar restlos ausgebucht, 15 Teams konnten mit Hund teilnehmen.
Jedes Seminar ist anders, so war es auch dieses Mal. So gute Anfängerteams hatte ich noch nie. Sie waren durchweg schon auf dem Niveau, die VK-3-Anforderungen zu bewältigen, so dass eine Trainerin mit Recht intervenierte, warum das Ausführungstempo nicht mal gedrosselt werden würde.
Ein Seminar ist eine Momentaufnahme und ich versuche dabei, die Teams an ihre Grenzen zu bringen, um ihre Schwachstellen kennen zu lernen. Nur so kann ich ihnen Tipps geben, wie sie sich weiterentwickeln können. Da das Zeitbudget für jedes Team begrenzt ist, muss man manchmal einen Spagat meistern und Dinge beschleunigen, den man im regelmäßigen Training mit der eigenen Trainingsgruppe so nicht meistern muss.
Auch die Fortgeschrittenen- und VK-3-Teams hatten durchweg gutes bis sehr gutes Niveau. Allerdings war im Vorfeld bei allen der Wunsch da, sich läuferisch zu verbessern. Diesem Wunsch konnte ich nachkommen, den folgende Muskelkater konnte ich aber nicht vermeiden :-)
Ich hoffe, die Teams haben viel Motivation aus diesem Wochenende mitgenommen und vielleicht sehen wir uns ja bei dem einen oder anderen Wettkampf wieder.


29.01.2015 - früher war alles besser!?
Zumindest aber anders. Die Einführung der Begleithundeprüfung im Jahr 2007 als Voraussetzung, um an Prüfungen teilzunehmen zu können, hat die Grundwerte des THS erschüttert. Und das geht an die Substanz.
Gut, inzwischen wurden die Anforderungen in der BH bei der Sitz- und Platzübung deutlich reduziert, trotzdem ist sie gerade für Jugendliche eine Hürde, die nicht einfach so im Vorbeigehen genommen werden kann. Zumindest nicht im swhv, wo die Richter teilweise mit happigen Bewertungen die Anforderungen recht hoch legen.
In der neuen Rubrik Erfolge sind u.a. die Top-Platzierungen der HSVM-Teams der letzten 20 Jahre gelistet. Der Durchblick ist auch mit vielen Erinnerungen verbunden. Zum Beispiel bin ich 1998 zur dhv-DM nach Wesel in einem VW-Bus mit 7 Personen und 6 Hunden gefahren. Mit Meike, Steffi, Jan und Henning waren vier Jugendliche an Bord. Dazu kamen noch Lea und Steffen, die mit ihren Eltern gefahren sind. Bis auf Meike (swhv-Meisterin) waren alle sogar auf dhv-Ebene früher oder später auf dem Treppchen. Doch alle Teams hätten sich unter den heutigen Bedingungen schwer getan, sich überhaupt für Prüfungen zu qualifizieren.
Heute habe ich zwei 14-jährige Mädchen in den Trainingsgruppen. Die eine mit riesen Potenzial im Geländelauf, die andere mit durchaus Talent im CSC. Beide sind motiviert, würden auch gerne an Wettkämpfen teilnehmen. Doch die Begleithundeprüfung wird zur Herausforderung werden, ein Wiedersehen bei Wettkämpfen ist ungewiss. Schade.


25.11.2014 - 20 Jahre THS in zwei Stunden
Am vergangenen Wochenende fand der Nussdorflauf statt, an dem auch mein Sohn teilgenommen hat (unter 185 Baminis belegte er den zweiten Platz :-) Unverhofft war das eine rund 20-jährige Zeitreise in Sachen Hundesport. Auf dem Anfahrtsweg wurde ich zunächst gefragt, ob wir Rocky abholen, der Anfahrtsweg führte an seiner Wohnstraße vorbei. Nein, das Kapitel ist abgeschlossen.
Kurz vor dem Startschuss spricht mich dann eine Frau an, ob ich sie noch kennen würde. Nach kurzem Zögern konnte ich sie einordnen. Ihre Tochter war bis 1998 in meiner Trainingsgruppe und wurde in diesem Jahr auch swhv-Meisterin über 5.000 Meter.
Nochmals weitere 5 Jahre wurde ich zurückversetzt, als ich von Thomas Lörcher angesprochen wurde. Sein Sohn hat ebenfalls am Nussdorflauf teilgenommen.
1993 war er einer meiner stärksten Rivalen. Bei den swhv-Meisterschaften erzielten wir beide 283 Punkte, nach dem damaligen Wertungssystem wurde er auf Platz 1 und ich auf Platz 2 gesetzt. Daneben wurde ich noch Tagesbester über 2.000-Meter in 5:54 Min. (die Leine hielten wir damals noch in der Hand und liefen die Zeiten ohne Zugleistung der Hunde) und gewann mit der Mannschaft des HSV Mühlacker den CSC-Titel.
Rund 4 Wochen später standen wir uns beim ersten Champions-Cup von THS Top 3 in Mühlacker gegenüber. Der Wettkampf war zu seiner Zeit eine Revolution. Es gab nur zwei Wertungsklassen männlich, weiblich. Dafür mussten die Teilnehmer sehr hohe Qualifikationen erbringen (mind. 2 x 276 Punkte), maximal 20 weibliche und 20 männliche Starter wurden zugelassen. Teilnehmer aus ganz Deutschland waren eingeladen. Im Wettkampf wurde nach drei Disziplinen eine Zwischenauswertung gemacht und der Hindernislauf wurde in der Reihenfolge des Zwischenstandes ausgetragen. 14 lange Jahre später wurde dieses Prinzip dann auch bei der ersten VDH-DM aufgenommen.
Die Tage zuvor regnete es wie aus Kübeln, am Wettkampf selbst war es zwar trocken, aber der Boden sehr sehr tief. Trotzdem war es ein tolles Battle der besten Vierkämpfer aus Deutschland. Platz 12 ging mit 279 Punkten weg. Weiter vorne musste man noch eine Schippe drauflegen. Ganz eng zusammen lagen Michael Merkle, Thomas Lörcher, mein Bruder Frieder und ich.
Bis zum Slalomlauf war ich in Führung, der matschige und rutschige Boden machte mir aber sehr zu schaffen. Nur 15,7 Sek. gingen in die Wertung ein. Meine Konkurrenten kamen mit den Bedingungen deutlich besser zurecht, als dann aber mein Bruder den ersten Lauf unter 15 Sekunden setzte, wurde mir klar, dass ich bei mir die Fehler suchen musste. Im zweiten Durchgang legte ich dann alles rein und lief mit 14,8 Sek. fast eine Sekunde schneller und konnte gleichzeitig meine Führung verteidigen.
Nachdem ersten Hindernislauf-Durchgang lag ich abermals im Hintertreffen. Damals war noch die Treppe im Einsatz und der Aufsprung des Laufdiels hatte Stufen. In Verbindung mit dem tiefen Boden tat sich mein Hund Askhan sehr schwer, er schlug sich die Läufe an der Treppe an und war danach so verhalten, dass wir mit 11,6 Sekunden ins Ziel joggten. Noch so ein Lauf und ich wäre von der Pole-Position auf Platz 6 durchgereicht worden. Thomas übernahm mit einem Lauf unter 10 Sekunden zwischenzeitlich die Führung.
Der zweite Durchgang wirbelte dann nochmals alles durcheinander, denn Thomas war am Start kurz unaufmerksam und sein Hund, den er neben sich hinsetzte, lief los, ohne auf das Start-Signal von ihm zu warten. Verzweifelt versuchte er den Rückstand aufzuholen, am Ende waren es Platz 4 mit 283 Punkten. Mein Bruder Frieder und Michael Merkle liefen fehlerfreie und sehr schnelle Läufe. Als ich ganz am Ende vor dem letzten Lauf der Veranstaltung stand, versuchte ich nochmals, meinen Askhan optimal zu motivieren. Und tatsächlich erwischte er die Treppe viel besser als im ersten Durchgang und war in Folge auch deutlich schneller. Mit einer 10,5 machten wir wieder einen Sprung nach vorne.
Am Ende lagen Michael Merkle und ich mit 285 Punkten vorne, wie schon bei den swhv wurde ich auf Platz 2 gesetzt, dritter wurde mein Bruder Frieder mit 284 Punkten. Um die Ergebnisse mit heute zu vergleichen, sind, auf Grund von Veränderungen im Wertungssystem, im Hürden- und im Hindernislauf - je nach Wettkampfverlauf – zu heutigen Ergebnissen 2 bis 3 Punkte dazu zu addieren.
Drei Jahre später holte Thomas dann nach, was er 1993 nicht geschafft hatte und gewann den Champions-Cup-Titel. Schon seit langem sieht man ihn nicht mehr im THS. Er hat sich jetzt ganz den Schutzhunden verschrieben. Und wie er mir sagte ist er seit 2 Wochen dabei, mit einem Leihhund sein Glück zu versuchen…


16.11.2014 - Hürdentechnik bei der VDH-DM
Im Blogeintrag vom 26.10.2014 bin ich bereits auf die Technikschwächen im Hürdenlauf eingegangen. Bei der Sichtung der Bilder von Groß-Grönau habe ich jetzt hierzu auch einige Beispiele gefunden. Ich will es an der Stelle nochmals wiederholen: Das dichte Anlaufen an die Hürde und das schräge Führen des Schwungbeins hat wegen der niedrigen Hürdenhöhe relativ wenig Einfluss auf die Laufzeit. Die Fehlerwahrscheinlich durch Stangenabwürfe steigt allerdings. (Zum Anschauen der Bilder oben auf die Pfeile klicken).


26.10.14 - Zukunft der swhv-Meisterschaften
Vor einigen Tagen bin ich von einer Sportlerin angeschrieben worden, was ich denn davon halten würde, dass bei den swhv-Meisterschaften der VK 2 zukünftig nicht mehr angeboten werden soll und welche Möglichkeiten gibt, dagegen etwas zu unternehmen.
Um es gleich vorwegzunehmen, es steht aber jedem zu, eine andere Meinung zu haben. In meinen Augen sollte die Stichhaltigkeit der Argumente den Ausschlag geben. Ich habe im Gegensatz zu der Anfrage eine konträre Meinung und will die wie folgt begründe:
> Vom Platz- und Zeitbedarf her wird die Veranstaltung mit zusätzlich 60 VKler deutlich größer. Wobei die Jugend weiterhin im VK 2 starten können soll.
-> Die Veranstaltung kann deutlich schneller abgewickelt werden
-> Deutlich geringerer Aufwand in der Orga (16 h- Schichten in der Orga und viele 100 Stunden in der Vorbereitung können reduziert werden)
> Mit 90 VK 3-lern reicht für die Veranstaltung ein Fußballfeld.
-> Somit kann man auch leichter einen Ausrichter finden
> Die Ergebnisse im VK 2 sind bis auf wenige Ausnahmen Durchschnitt.
-> sportlich keine Bereicherung. Nur fünf Ergebnisse > 270 Punkte
> In anderen Verbänden ist das schön längst üblich
-> Beim DVG z.B. muss schon die Kreisausscheidung im VK 3 gelaufen werden, dann geht es über LV erst zur DVG-Meisterschaft
> die vielen VK2-ler müssen sich von vorne herein das Ziel setzen, im VK 3 zu laufen
-> wer das über Jahre hinweg nicht schafft, wird auch mit den deutlich schwierigeren Bedingungen einer Meisterschaft (5 Gehorsamsringe parallel) nicht zurecht kommen.

Abschließend will ich auch den Einwand entkräften, dass mit dieser Maßnahme nur noch auf den Spitzensport gesetzt wird:
> die Quali in den VK 3 oder 280-Punkte-Teams sind ein himmelweiter Unterschied
> Aus dem eigenen Verein kann ich sagen, dass in den letzten Jahren die Leistungsspitze deutlich kleiner wurde. Die Gruppengrößen im THS blieben aber konstant
-> Die „Vereins-THS’ler“ werden nicht durch die Quali zu einer Meisterschaft an den Verein gebunden, sondern durch die Qualität im Training und dem Engagement der Trainer.
> In meinen Augen müsste noch viel mehr das Profil der Meisterschaften geschärft werden. Schärfung bedeutet, links und rechts Zöpfe anschneiden.
Der Sport muss attraktiver präsentiert werden. Dann fühlen sich die Sportler wertgeschätzt, jeder will das Ziel erreichen, an so einer „geilen“ Veranstaltung teilzunehmen und das ganze interessiert dann auch noch das fachkundige (die, die die Quali nicht geschafft haben) und nicht fachkundige Publikum. An diesen Stellschrauben sollten wir gemeinsam drehen. Unser Stadtstaffellauf z.B. letztes Jahr: kurzweilige Veranstaltung, begeisterte Sportler, begeistertes Publikum (ca. 400 Zuschauer), nochmals hier nachzuschauen.
Interessanter Weise habe ich zum Thema „Attraktive Veranstaltung“ mit Wolfgang Feddema (mehrfacher Medaillengewinner bei DMs) im Rahmen der VDH-DM gesprochen. Sein Verein in Weeze (u.a. Ausrichter der dhv-DM 2011) geht genau diesen Weg. Resultat: der Verein wird als einer von nur 4 Vereinen in ein Gremium des Stadtrates eingeladen, um an sportpolitischen Entscheidungen der Gemeinde mitzuwirken. Das ist der Weg der Zukunft – auch und gerade zur Sicherung der Substanz der Vereine.


24.10.14 - Rückblick auf die VDH-DM in Lübeck
Vorvergangenes Wochenende fand die VDH-DM in Lübeck statt. Für mich ein emotionaleres Erlebnis als sonst, da – wie bereits geschrieben – einige Starter des THS-Seminares eine Woche zuvor teilnahmen. Auf ein paar Namen will ich eingehen.
Nachdem Vera Plate samstags bereits 5.000 m (mit einem sehr guten dritten Platz) und 2.000 m lief, war die Spritzigkeit sonntags in den Laufdisziplinen im Vierkampf nicht mehr wie gewünscht vorhanden. Mir ihrer ersten Medaille bei einer DM hat sie trotzdem alles richtig gemacht.
Besonders gefreut habe ich mich über den Bayer Express, die beim erstmals ausgetragenen CSC hinter dem HuS Mannheim die Silbermedaille gewannen. Pia Maier und Hannes Leipold hatten sich im Vierkampf sicherlich den einen oder anderen Punkt mehr erhofft, die Sektion-3-Läuferin Elena Teichmann landete mit 277 Punkte in einer bärenstarken Frauenkonkurrenz immerhin auf einem sehr guten fünften Platz.
Durch das Seminar im Frühjahr in Hamburg traf ich auch auf jede Menge weiterer mir bekannte Gesichter. Leider haben nicht alle davon die Qualis zur VDH-DM geschafft. Aber auch hier hat es mich gefreut, dass im CSC beim LV Hamburg Heimspiel, die am Ende den vierten Platz erzielten, zwei Teilnehmer vom Frühjahr dabei waren. Meiko Schwarzloh lief sehr sicher die Sektion 1, bei Marc Körner auf der 2 war eine deutliche Verbesserung der Hürdentechnik zu sehen.
Apropos Hürdenlauf: die Hürden bzw. die Hürdentechnik stand einigen Startern wieder im Weg. Die Hauptursache was das zu dichte Auflaufen auf die Hürde oder wenn der Hund wirft, dass er zuvor zu stark in den Gehorsam genommen wurde.
Natürlich war ich auch als Trainer anwesend. Wie nahe Wohl und Wehe zusammen lagen, durfte ich selbst auch wieder einmal hautnah spüren. Im Vierkampf bei den Senioren war es bei Manuela ein falsch akzentuiertes Sitz, das den Hund stehen ließ. Im Anschluss daran schlichen sich noch ein paar Folgefehler ein, sodass der Rückstand auf Platz 1 und 2 zu groß war, um ganz nach dem Gehorsam ganz nach vorne zu kommen. Trotzdem erreichte sie noch Platz 3.
Sophie machte einen sehr starken Wettkampf. Einen kleinen Nachteil hatte sie, weil sie durch die Läufigkeit von Lou kein Probetraining im Gehorsam machen durfte. Letztes Jahr war Lou bei der dhv-DM durch die Läufigkeit ziemlich durch den Wind, dieses Jahr aber sehr sicher und fehlerfrei (58 Pkt.). Im Hürdenlauf liefen die beiden Bestzeit. Im Slalom hat im ersten Durchgang Lou etwas bedrängt, das war im zweiten Durchgang durch etwas korrigierte Laufwege besser. Allerdings ging Sophie bei Tor 5 die Kraft durch die sehr kurz getakteten Läufe aus und sie konnte sich nicht verbessern. Im Hindernislauf lief sie im zweiten Durchgang nah an ihre Bestzeit heran, am Ende waren das dann der dritte Platz, 276 Punkte und Bestleistung.
Hervorheben möchte ich diese Leistung deshalb, weil das Ziel für 2014 war, stabil 270 Punkte zu laufen. In ihrem ersten Wettkampfjahr 2013 gelang ihr das nur einmal. Die Meisterschaftsbilanz liest sich wie folgt: swhv 275 Pkt., dhv-DM 271 Pkt., VDH-DM 276 Pkt. Dazu kamen noch zwei Mal 271 Punkte von den Vereinswettkämpfen in Mühlacker und Sandhausen.
Das Gehorsamtraining verantwortet ihre Mutter, hier hat sich Lou – ein an sich eher unsicherer Hund – deutlich gesteigert. Details zum Training will ich auf die Trainingsplattform stellen. Aber auch andere Stellhebel griffen. Zum Beispiel haben wir rund ein halbes Jahr daran gearbeitet, dass Lou im Hindernislauf nicht im Ziel stehen bleibt. Das ist zwar nur ein kleines Detail, macht aber in Summe trotzdem eine halben Laufpunkt aus.
Nadja Mahler konnte mit der Startgemeinschaft HuS Mannheim / Frankenthal den Jugend-CSC-Titel holen. Sie blieb in vier Läufen fehlerfrei. Sonntags hatten wir dann noch eine Kleinigkeit beim Umlaufen der Wendestange korrigiert. Der Bogen war dann deutlich kleiner und auch der Zeitverlust dadurch.
Eine weitere Teilnehmerin hat mich ebenfalls beeindruckt. Nadine Rönsch war bereits 2003 dhv-Meisterin, gewann den Champions-Cup und 2007 die erste VDH-DM in Marl. Inzwischen ist sie Mama, nach Hamburg gezogen und trainiert alleine. Als ich sie im letzten Jahr in Mühlacker mit ihrem neuen Hund Sonic das erste Mal nach 6 Jahren wieder sah, merkte man ihr diese Umstände an. Doch 2014 lief auf einmal wieder wie die alte Nadine. Mit hervorragenden Laufzeiten konnte sie mit der deutlich jüngeren Konkurrenz mithalten, der vierte Platz mit 279 Punkten (und nicht perfektem Gehorsam) beeindruckte mich. Um auf dieses Level wieder zu kommen, arbeitet Nadine seit geraumer Zeit mit einem Personal Trainer. Wie sich Nadine den Weg zurück an die Spitze erarbeitete, wird ebenfalls in der Trainingsplattform aufgearbeitet werden.


10.10.14 - Rückblick auf das THS-Seminar
Am vergangenen Wochenende fand das große THS-Seminar beim HSV Mühlacker statt – ein vollgepacktes Programm mit 6 Referenten und rund 60 Teilnehmern. Und teilweise nahmen diese bis zu 6 Stunden Anfahrt in Kauf.
Bereits zum Einstieg am Samstag ging es ans Eingemachte. Christiane Gräff – eine der führenden Physiotherapeutinnen für Tiere in Deutschland – brach in einigen Fragestellungen mit landläufig bekannten Meinungen. Das Unwissen im Sport mit dem Hund hat ihre Hauptursache darin, dass es in Deutschland, im Gegensatz zum Beispiel zu Frankreich und den USA, kein entsprechendes sportmedizinisches Studium für Tiere gibt. Deshalb fehlt es den Tierärzten häufig in weiten Bereichen an Wissen in Fragen rund um den Sport und im Speziellen beim Trainingsaufbau nach Verletzungen. In der Abschlussbesprechung wies sie auch nochmals auf die Handlungsbedarfe im koordinativen Bereich unserer Hunde hin, vielen haben hier hohe Defizite.
Dass vor allem auch die Anfänger ein sehr gutes Basisniveau hatten, konnten im Gehorsam Ursula und Lea Rittinger feststellen. Hier wurde sehr individuell an Feinheiten gearbeitet. Aufmerksamkeit, korrekte Grundstellung und Wendungen sowie die technischen Übungen stellten Themenschwerpunkte dar. Durch die verlängerten Praxiszeiten viel es einigen Teams allerdings auch schwer, noch am Nachmittag die notwendige Aufmerksamkeit bei der Ausführung der Übungen zu zeigen.
In den Laufdisziplinen ging es an die Feinheiten. Albrecht Heidinger zeigte auf, wann es sinnvoll ist, welche Trainingstechnik anzuwenden. Und manchmal war es auch nur das Hörzeichen zu einem anderen Zeitpunkt. Einige Teams konnten bereits nach drei Durchgängen erhebliche Fortschritte verzeichnen.
Sehr individuell ging es auch bei der Lauf- und Hürdenkoordination sowie dem Konditionstraining zu. Chrissi Pflüger und Daniel Feeser waren die Coaches. Sie brachten den einen oder anderen Hundeführer an seine Grenzen bzw. verabschiedeten sie mit einer gehörigen Portion Muskelkater.
Trotz des Termins eine Woche vor der VDH-DM in Lübeck haben am Seminar auch 7 Starter der VDH-DM teilgenommen. Diesen Wünschen wir natürlich besonders gutes Gelingen und hoffen, dass sie am kommenden Wochenende ihre besten Leistung abrufen können.


23.4.14 - Ostererkenntnisse
Über das Osterwochenende schaute ich mal wieder in die Trainingsbroschüre. Dabei stolperte ich über folgende Zeilen: „Das situative Arbeiten, das Reagieren auf Nuancen und das Antizipieren von Verhaltensweisen des Hundes sind stetige Lernprozesse, die im Trainingsprozess permanente Anpassungen erfordern…“
Dazu viel mir gleich eine Situation aus dem Training letzten Mittwoch ein. Sophie lief mit ihrer Lou 6 Hürden, an jeder zweiten Hürde sollte sie kurz abbremsen. Da ich in der Nähe des Starts war, konnte ich den Lauf nicht optimal einsehen. Ich war mir unsicher, ob mein Eindruck richtig war, deshalb fragte ich Sophie, wie sie denn den Lauf einschätzen würde. Sie meinte, dass sie zu kämpfen hatte, damit Lou bei ihr bleibt. Mein Eindruck war, dass Lou ohne Einschränkungen sehr gut mitlief.
Wir verabredeten für den nächsten Lauf 5 Hürden schnell, sollte Lou vorher außer Kontrolle sein, sollte sie spontan ein Gehorsamselement einbauen. So konnten wir sehen, wer den vorherigen Lauf richtig eingeschätzt hatte. Für mich nicht überraschend lief Lou stets auf gleicher Höhe ohne dass Sophie kämpfen musste, dass sie bei ihr bleibt.
Was will ich damit sagen? Die Weiterentwicklung als Team funktioniert nur, wenn man die Eindrücke richtig interpretieren kann.
Sehe ich ein Team jede Woche, sollte ich es grundsätzlich einschätzen können. Läuft der Hund im vorherigen Durchgang mit Gehorsamselementen sehr gut mit und reagiert vorbildlich, kann man davon ausgehen, dass er bereit ist, für hohes Tempo über eine längere Distanz hinweg.
Das Antizipieren hat in diesem Zusammenhang nichts mit Glaskugellesen zu tun, vielmehr bezieht es sich auf die vorausgegangenen Läufe. Wird die situative Einschätzung mit entsprechend Erfahrung kombiniert, kann man das Verhalten des Hundes im kommenden Durchgang relativ genau vorhersagen. Jetzt muss man allerdings wissen, welche Mittel man einsetzen will, um das Verhalten wir gewünscht zu korrigieren.
In diesem Fall hätte ein weiterer Sicherheitslauf das Team nicht weitergebracht. Der Hund hätte zwar nichts Falsches machen können, das Team hätte sich aber auch nicht weiterentwickelt. Und darum geht es ja. Wäre die Einschätzung von Sophie die richtige gewesen, hätte spätestens an der zweiten Hürde eine Kehrtwendung kommen müssen, würden die Schwächen verstärkt werden. Diese Nuancen in der Betrachtung machen den Unterschied aus, wie schnell sich ein Team entwickelt.
Über die komplette letzte Saison hinweg war es eine Herausforderung, dass Lou am Fuß blieb. Es wurde zwar von Wettkampf zu Wettkampf besser und bei der VDH-DM gab es keine Vorpreller, ein sicheres Leistungsniveau sieht aber anders aus. Und da sind wir über den Winter einen ganz entscheidenden Schritt weitergekommen.


18.4.14 - Ist Meideverhalten als Trainingsmittel richtig?
Grundsätzlich bin ich gegen den Einsatz von Trainingsmitteln dieser Art. Bei der Wahl der Trainingsmittel Frage ich mich zuerst, kann ich es ethisch vertreten. Als zweites Frage ich mich, was bringt es. Bringt es einen nachhaltigen Effekt oder korrigiert es das Verhalten nur im Augenblick? Deshalb wird bei mir zum Beispiel der Leineruck – der bei einigen Spitzenathleten immer noch zum Standardrepertoire gehört - ganz konsequent nicht eingesetzt. Mein Ziel ist es immer, dass der Hund von sich aus etwas ausführt und nicht, weil er gezwungen oder gelockt wird (Beim Locken erfolgt zwar kein Zwang, aber sowie das Lockmittel wegfällt, verfällt der Hund wieder in das alte Verhaltensmuster).
Zwei meiner Trainingsmittel würde ich unter den Begriff Meideverhalten setzen, wobei, wenn ich an frühere Zeiten aus dem VPG denke, das als völlig harmlos betrachtet werden würde. Das ist das Klappergeräusch eines Schlüsselbundes o.ä. (z.B. bei Schnüffeln, Ausbrechen oder ungestümen Bellen) sowie den Impuls durch eine Gerte (z.B. bei Sitz oder Platz). Der Einsatz erfolgt bei mir unter folgenden Prämissen:
a) Verträgt das der Hund? Dazu muss ich ihn gut kennen und sein Nervenkostüm muss so gefestigt sein, dass der Hund nur erschrickt und keine Angst bekommt.
b) Einmaligkeit: ist nach einem Einsatz von zwei bis drei Mal keine signifikante Änderung im Verhalten zu erkennen, dann ist es das falsche Trainingsmittel. Deshalb ist es auch immanent wichtig, das Timing und die Intensität gleich von Anfang richtig zu dosieren (siehe hierzu auch Ausführung der Trainingsbroschüre „Mit System trainieren“).
Ein drittes Mittel habe ich in der Vorbereitung auf die Kreismeisterschaften vergangenes Wochenende bei Matthias und Amadeo eingesetzt. Im Gehorsam insgesamt schon auf einem Niveau einer VDH-DM, war bei der Stehübung auf seinen ersten VK 2 hin die Herausforderung, ob er stehen bleibt oder hinterher trippelt. Aber auch bei Sitz hat man teilweise leichte Bewegungen gesehen, wenn auch nur mit dem Schultergürtel und bei Platz war teilweise das Hinterteil unruhig. Die Stress-Situation im Wettkampf kann das ganze erheblich verstärken, so geschehen auch beim Frühjahrsmeeting. Das Sitz noch ok, bei Platz machte er auf einmal einen Satz von 3 Meter nach vorne und bei Steh lief er bis unmittelbar vor dem Umdrehen des HF stetig hinterher. Die avisierte Aufstiegspunktzahl für den VK 3 wurde deutlich verfehlt.
Gleich in der Folgewoche stand die Kreismeisterschaft auf dem Programm. Was tun? In den drei Tagen danach hat Matthias intensiv an den Übungen gearbeitet, in dem er sich aus einer der drei Positionen entfernte, aber immer mit dem Blick zum Hund. Das sollte Sicherheit und Vertrauen vermitteln. Druck ist in diesem Fall eigentlich genau das Falsche – eigentlich! Beim Probetraining für die Kreismeisterschaft dann das gleiche Bild, wie am Wochenende zuvor.
Deshalb entschloss ich mich von außen einzugreifen. Das war ein Risiko, denn wie der Hund reagiert war unklar und vor allem so unmittelbar vor dem Wettkampf kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Konkret habe ich in dem Moment, in dem Amadeo unruhig wurde, ein strenges „Bleib“ oder „Nein“ gegeben. Da er mich vom Training her kennt und gehörigen Respekt vor mir hat, zeigte das sofort Wirkung. Ich positionierte mich in einem Abstand von rund 20 Schritten seitlich bzw. hinter ihm. Bei Steh ging er durch die Einwirkung aber ins Sitz. Hier hat er dem unmittelbaren Druck nicht standgehalten. Auf die Korrektur vom Hundeführer hin, machte er es aber wieder richtig (wichtig: das würde nie funktionieren, wenn die Übung an sich nicht schon sehr sicher beherrscht!).
Nach einer Pause, in der wir die Laufdisziplinen trainierten, wiederholten wir die Übungen nochmals. Er führte sie sauber aus, allerdings suchte er mich permanent – ich war allerdings hinter einem dicken Baum versteckt :-) Was das auf das Wochenende hin bedeuten würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht einschätzen. Die Folgetage hat Matthias wieder viel mit Vertrauen gearbeitet.
In der direkten Vorbereitung auf den Gehorsam haben wir keine Änderungen vorgenommen, um das Rad nicht zu überdrehen. Im Wettkampf lief dann alles wie am Schnürchen. Bei Platz und Steh drehte er zwar etwas den Kopf, und er hätte mich auch sehen können, denn ich habe ich nicht versteckt. Er hat mich aber bewusst nicht wahrgenommen. Am Ende waren es 58 Punkte – tolle Leistung. Und ich bin zuversichtlich, dass das keine Eintagsfliege war.
Die Ursache für das unruhige Verhalten war ein Stück weit auch, dass Amadeo während des Aufwärmens oder dem Aufbau der Laufdisziplinen sehr unruhig ist. Wird er ins Platz gelegt, robbt er zum Beispiel. In der Erziehung der Kinder heißt es, das Benehmen, das du ignorierst, Benehmen ist, dass du erlaubst. Hier muss zukünftig konsequenter gearbeitet werden. Entweder der Hund kommt in dieser Zeit ins Auto oder er wird angebunden, aber nicht ins Platz gelegt.


11.04.14 - Ehrung erfolgreicher Sportler
Am Mittwoch fand die Sportlerehrung der Stadt Mühlacker in der historischen Kelter statt. Sie ehrt dort die erfolgreichen Sportler aller Sportarten, ich selbst bin jetzt schon seit über 25 Jahren dabei. Mindestvoraussetzung ist, dass man bei Landesmeisterschaften den zweiten Platz belegt hat.
Schön finde ich bei dieser Veranstaltung, dass dazu auch die Trainer eingeladen werden und namentlich erwähnt.
Emotional hatte ich mit den eigenen sportlichen Erfolgen schon so weit abgeschlossen, dass ich gar nicht mehr wusste, dass ich letztes Jahr auch aktiv war. Deshalb dachte ich auch, dass ich „nur“ als Trainer eingeladen wurde. Erst als meine Erfolge vorgelesen wurden, erinnerte ich mich wieder daran, dass vor dem Ende der Zusammenarbeit mit Rocky immerhin ein swhv-Meistertitel mit 282 Punkten heraussprang. Davor lag noch ein Wettkampf in Sandhausen mit 283 Punkten.
Aus damaliger Sicht war ich mit den Leistungen nie zufrieden, denn ich wollte bei der VDH-DM gegen die wesentlich jüngere Konkurrenz bestehen. Heute sehe ich, wie weit und beschwerlich der Weg an die Spitze ist. Dort anzukommen ist nicht selbstverständlich, Ziele setzten und Ziele erreichen ist zweierlei.


10.04.14 - Der Start war gut
Der erste Saisonwettkampf ist bereits Geschichte. Der Blick in die Ergebnislisten spiegelt die eigentlichen Handlungsbedarfe nur bedingt wider. Auffallend war, dass die erfahrenen Teams (in dem Fall die Starter bei DMs) den Gehorsam auf einem deutlich höheren Niveau absolviert haben. Es ist nicht so einfach, dass Nachwuchsteams in diese Kategorie vorstoßen. Das benötigt Zeit, bei dem einem oder anderen noch ein, zwei oder drei Jahre, das Potenzial haben aber einige.
Die Sterne fallen nicht vom Himmel. Von Null auf Hundert durchzustarten, wie es letztes Jahr Sophie Blos gemacht hat, ist und bleibt die Ausnahme. Und es wäre unfair, all die anderen nach diesen Maßstäben zu messen. Viele meiner erfolgreichen Teams haben diese Zeit gebraucht und später auch genutzt.
Von den wenigen Gaststartern überragte Bianca Lange mit 285 Punkte. Auch die Gästemannschaft von Mannheim im CSC mit Katrin Kulik, Christian und Martin Albrecht setzten mit einer 56er-Gesamtzeit ein großes Ausrufezeichen.
Insgesamt war ich mit den Ergebnissen zufrieden. Die optimale Konstellation von fehlerfreiem Gehorsam und herausragenden Laufdisziplinen hat es bei den Mühlacker Teams noch nicht gegeben. Das wurde auch nicht erwartet. Vielmehr bleibt die spannende Frage, wie man die Entwicklung der Teams über die Saison hinweg steuern kann. Das macht den Trainerjob spannend und ich bin überzeugt, dass wir uns noch über einige Leistungen dieses Jahr freuen dürfen.
Am Wochenende geht es gleich weiter mit den Kreismeisterschaften. Dort werden im Vierkampf ausschließlich die Teams der zweiten Reihe starten – um Erfahrung und Aufstiegspunkte zu sammeln. Bei den anderen steht erst einmal ein weiterer Trainingsblock bis Mai an.


04.04.14 - Der Saisonstart naht
Morgen werden die THS’ler des HSVM ihr Saisondebut im VK, CSC und GL geben. Wie üblich haben wir zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine hohen Intensitäten trainiert. Wir haben vor allem Grundlagentraining trainiert, seit Februar sind wir in der Vorbereitungsphase. In dieser Zeit wurden auch ein paar neue Trainingstechniken entwickelt, davon durften auch die THS’ler aus Hamburg profitieren.
Bei den Hürden trainierten wir in der Regel auf 30 Zentimeter und wenn, dann nur 4 Hürden gerade aus, Slalomlauf haben wir ausschließlich mit Pylonenparcours (Quadrat, Dreieck, Zick-Zack) gemacht, erst im Abschlusstraining durften die VK’ler mal an den PO-Slalom ran. Der Hindernislauf ist wegen den Bodenverhältnissen über den Winter am Schwierigsten zu trainieren. Nur wenn der Boden trocken und griffig sowie nicht gefroren ist, laufen wir die Hindernisse inklusive Schrägwand und Laufdiel. Ansonsten ist mir die Rutsch- und Verletzungsgefahr zu groß. Der Fokus lag auf dem Durchlaufen der Hunde, damit sie nicht vorzeitig abdrehen oder den Zieldurchlauf versperren. Lauftraining wurde auch gemacht, wobei der Schwerpunkt mehr auf den koordinativen Aspekten lag, als auf den konditionellen und schnelligkeitsorientierten.
So früh in der Saison ist für mich in erster Linie der Gehorsam interessant. Bei den aufstrebenden Teams geht es um Qualipunkte für den VK 2 bzw. VK 3, bei den erfahrenen Teams ist die Frage, ob sie sich durch das Wintertraining festigen bzw. verbessern konnten und bei den älteren Teams wird darauf geachtet, inwieweit die Motivation noch vorhanden ist, den Gehorsam auf hohen Niveau zu absolvieren.
Anfang April erwarte ich noch keine Höchstleistungen. Das wäre auch der falsche Zeitpunkt, denn bis Juli bzw. bis zum Herbst fließt noch viel Wasser den Bach runter. Erst bei den Meisterschaften wird dann abgerechnet…


31.03.14 – Zurück aus Hamburg
Ich komme gerade von einem THS-Seminar in Hamburg zurück. Zum ersten Mal bin ich zu einem Seminar mit dem Flugzeug angereist, deutlich entspannter als auf stauenden Autobahnen zu stehen. Nicht nur deshalb war es ein sehr schönes Wochenende. Motivierte und leistungsstarke Sportler und tolles Wetter sowie rührende Leute, die sich auch toll um mich gekümmert haben. Danke nochmals an Miriam und Martin und an all die anderen.
Viele davon werde ich im Oktober bei der VDH-DM in Groß Grönau wiedersehen. Einige hoffentlich als Starter, mehr wahrscheinlich als Zuschauer.
Schwerpunkte lagen im Zusammenspiel Mensch / Hund bei Hürden-, Slalom- und Hindernislauf. Viel Neues lernten die Teilnehmer in der Lauf- und Hürdentechnik. Dies ist doch ein Bereich, bei dem es im Hundesport noch viel Verbesserungspotenzial gibt. Schwer beeindruckt waren die Teilnehmer, als ich bei einer Übung einen explosiven Antritt machte. Das hat mich eher gewundert, denn momentan halte ich mich mehr mit Mountainbiken fit und meine Form im Sprint würde ich nicht als wettbewerbsfähig einstufen.
Es wurden auch viele Videos gemacht. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse, die ich dann auch auf der Trainingsplattform verwenden will. Es gab viel zu lernen :-)


18.03.2014 - Zum Tode von Max Sutter: Visionärer Verbandsführer und Initiator für den heutigen Turnierhundesport - eine persönliche Betrachtung von Hans Heidinger (swhv-Ehrenmitglied)
Max Sutter zum Gedenken. Am 11. März 2014 ist der Ehrenvorsitzender des swhv und des dhv im 99. Lebensjahr in Altensteig-Spielberg verstorben. Max Sutter führte den swhv und die VLDG als Verbandsvorsitzender, nach dem Zusammenschluss von DVG und VLDG auch den neu gegründeten dhv als erster amtierender Präsident.
Die Würdigung seines Wirkens als charismatischer Verbandslenker kommt mir als ehemaligem Mitglied im swhv-Verwaltungsrat (ab 1969 zuständig für die swhv-Öffentlichkeitsarbeit) in den Nachrufen der Verbände zu kurz. Zu nackt, zu inhaltslos stehen hier die Jahreszahlen seiner Amtszeit. Das wird den Verdiensten Max Sutters um den organisierten Hundesport nicht gerecht. Schließlich wurde er von öffentlicher Seite für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Vielleicht liegt dies auch daran, weil seine frühen Weggefährten altersbedingt immer weniger werden und das jahrzehntelange Wirken Max Sutters um die Neuausrichtung des Hundesports leider ein Opfer der Zeit wird und dem Vergessen anheim fällt.
Max Sutter war für mich im Hundesport eine herausragende Persönlichkeit und ein Vorbild. Er war ein Verbandsführer mit nachhaltig wirkenden Visionen und mit Durchsetzungskraft. Einfach eine Respektsperson. Max Sutter hat Anfang der 1970-er Jahre – die damalige Welt des Hundesports war ihm viel zu klein, zu eingeschränkt – den Impuls für den neuen Hundesport gegeben. Und neuer Hundesport ist zu dieser Zeit der heutige Turnierhundesport. Erst zwei Jahrzehnte später folgte über den VDH mit Agility eine dritte Hundesportart.
Max Sutter stand als Verbandsführer voll und ganz hinter der neuen Sportart und zeigte sich in der Anfangszeit häufig auf Turnieren und bei Vorführungen vor Ort. Der swhv stiftete den Turniersiegern häufig Ehrenpreise. Sutter setzte damit ein wichtiges und öffentliches Signal „pro THS“.
Auf vielen Veranstaltungen wurde er von seiner Frau Gertrud begleitet; sie bewegte sich bescheiden im Hintergrund. Und sie unterstützte ihn bei der Führung der swhv-Geschäftsstelle.
Mir persönlich war es eine Freude, den von ihm vorgegebenen Weg mitgehen zu dürfen, vor allem auch, weil der Erfolg seines Tuns im swhv, in der VLDG und im dhv für alle Hundesportler sehr bald sichtbar war.
Zum ersten Male traf ich Max Sutter am 22. Februar 1963 bei der Wiedergründungsversammlung des HSV Mühlacker. Als junger Mensch hat er mich gleich mit seiner Geradlinigkeit, mit seinen praxisnahen Ratschlägen beeindruckt und mit seiner zielorientierten Verhandlungsführung geprägt.
Die zweite Begegnung war an der ersten SchH-Prüfung des wieder aufgelebten HSV Mühlacker im Jahre 1964; diese nahm Max Sutter in seiner Funktion als Leistungsrichter ab. Erstmals hatte ich die Position des Prüfungsleiters inne.
Max Sutter holte mich dann im Jahre 1969 als Leiter der swhv-Öffentlichkeitsarbeit in seinen Verwaltungsrat. In den langen Jahren vertrauensvoller, enger Zusammenarbeit wurde viel bewegt. Das bildet heute noch die Grundlagen für den gesellschaftlichen Wandel im deutschen Hundesport und für die Strukturen im swhv.
Zu den bleibenden Verdiensten Max Sutters rechne ich:
- Die Initialzündung für ein zweites sportliches Standbein mit dem THS.
- Damit die Öffnung der Vereine für den „Hundesport für alle“.
- Den Wechsel des Verbandsnamens von WBDV (Württemberg-Badischer Dressur-Verband mit Rheinland-Pfalz) zu dem Markennamen swhv (Südwestdeutscher Hundesportverband).
- Anstoß zur wachstumsgerechten Neugruppierung des swhv (KG-Reform: aus ehemals 9 KG wurden konsequent 13 neue Regionalgruppen geformt, Jahre später folgte dann die KG 14).
- Die geglückte personelle Zusammensetzung eines effektiv arbeitenden Verwaltungsrates. Er band Kritiker in die Verbandsarbeit ein.
- Konstruktives Mitwirken am Zusammenschluss von VLDG und DVG zum dhv. Und die Übernahme von Verantwortung als erster Präsident des dhv.
- Aufnahmeverhandlungen des dhv mit dem Deutschen Sportbund (heute DOSB).
- Unter Max Sutters Führung entwickelte sich der swhv zum mitgliederstärksten Hundesportverband auf Länderebene in Deutschland.
- Intensivierung des Schulungswesens.
- Verwirklichung einer schlagkräftigen Öffentlichkeitsarbeit.
- Installation der selbstverwalteten Jugendarbeit im swhv.
- Und nicht zuletzt: Die geglückte Nachfolgeregelung im swhv. Mit Rainer Gerstlauer übernahm sein tüchtiger 2. Vorsitzender die Leaderstellung im swhv; er baute den Verband weiter aus.
Die Liste des Wirkens von Max Sutter für den Hundesport ist lang. Für sein Engagement für einen vorzeigbaren Hundesport wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Die von ihm ausgegangenen Impulse sollten auch heute noch allgegenwärtig sein, als sichtbare Zeichen, wie in Ehrenamtlichkeit aus kleinen Anfängen etwas Großes und Beispielhaftes geschaffen werden kann.


29.12.2013 - Eins, zwei, dreizehn vorbei
Das 100-jährige Jubiläum des HSVM hatte mich 2013 nicht zu Letzt wegen der VDH-DM zeitlich sehr in Anspruch genommen, die Prioritäten sollen 2014 neu gelegt werden.
Vor gut 2 Jahren habe ich mir das Ziel gesetzt, mit einem Boxer, der seither mit seinen Besitzern in den Erziehungsgruppen des HSVM war, das gemeinsame Training zu starten, um dann bei der VDH-DM in Mühlacker eine Top-5-Platzierung zu erreichen. Viele verfolgten die Zwischenstationen, das jähe Ende folgte dann unmittelbar nach dem swhv-Titel im Sommer. Ein Zerwürfnis mit den Besitzern von Rocky war so tiefgreifend, dass eine Weiterführung der Trainingsgemeinschaft unmöglich war.
Da das ganze nicht spurlos an mir vorüber ging, habe ich, um Abstand zu gewinnen, den Trainings-Blog offline gestellt. Abgesehen von dem unschönen Ende, sind darin aber auch viele interessante Informationen enthalten. Deshalb werde ich den Blog wieder freischalten.
Zu überlegen, welche Chancen wir bei einer Teilnahme bei der VDH-DM gehabt hätten, macht eigentlich keinen Sinn, weil man das Rad der Geschichte sowieso nicht zurückdrehen kann. Gerade im Vierkampf gibt es so viele Imponderabilien, als dass man im Nachhinein sagen kann, diese oder jene Leistung hätte man erbracht.Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass wir bis zum Oktober zumindest das Niveau gehabt hätten, um bei der Medaillenvergabe ein Wort mitzureden.
In eineinhalb Jahren von Null auf Hundert war in zweierlei Hinsicht ein Spiel auf des Messers Schneide. Im Gehorsam mussten Lernprozesse beschleunigt werden, die eine nachhaltige Ausführung auf Top-Niveau (58 Punkte und mehr) zum Opfer hatten. Es waren Schwächen da, die mit einem Jahr mehr Zeit und der intensiveren Auseinandersetzung für den Trainingsaufbau anders hätten aussehen können.
Hätte ich das Rad im Training zwischen den swhv und VDH nicht überzogen, wären 56 Punkte trotzdem möglich gewesen. Gerade im Vergleich zu meinem direkten Konkurrenten Peter Vigano und seinen Punktzahlen in den gemeinsamen Wettkämpfen keine verwegene Behauptung. Vielleicht hätte der Heimvorteil die Unsicherheit beim erstmaligen Betreten eines fremden Platzes uns in die Karten gespielt. Ob ich mich im Vorfeld auf die VDH-DM mit 56 Punkten zufrieden gegeben hätte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wer kann schon vorher wissen, dass diese Punktzahl für den Sprung auf’s Treppchen gereicht hätte?
Das zweite was ich unterschätzt habe, war meine körperliche Fitness. Erst in den letzten 3 Wochen vor den swhv-Meisterschaften konnte ich beinahe schmerzfrei trainieren. Trotz 25 Jahre Erfahrung im Leistungssport musste ich lernen, wie man einen in die Jahre gekommenen Körper wieder an Höchstleistungen heranführen muss. Die Erkenntnis war, dass ich durchaus wieder eine enorme Fitness erreichen kann, allerdings sind dazu weitreichende gesundheitserhaltenden Maßnahmen erforderlich (die man so in jungen Jahren nicht benötigt). Um diese zu begreifen und zu erlernen, habe ich rund anderthalb Jahre gebraucht. Das fängt bei der Ernährung an, geht über Stabilisationsübungen, das richtige und ausreichende Dehnen der Muskeln sowie alternativem Training weiter und endet in der notwendigen physiotherapeutische Unterstützung.
Weiß man um diese Dinge und weiß man, wie stark der Körper belastbar ist, dann kann man in anderthalb Jahren viel bewegen. Zwischen den swhv-Meisterschaften und der VDH-DM wären aber keine Leistungssprünge mehr drin gewesen, so ehrlich muss ich zu mir selbst sein. Auch dazu hätte es noch ein Jahr gebraucht.
Beides – sowohl der Gehorsam als auch die Fitness auf höchstem Niveau – lassen sich nur schwer vereinen, wenn man parallel dazu noch eine Traininggruppe leitet und vielfältige Aufgaben im Verein übernimmt.
Was die Laufdisziplinen anbetrifft, waren wir allerdings voll im Korridor. Dass wir keinen einzigen Fehler im VK 3 bzw. VK 2 gemacht haben, bewies unsere sehr hohe Beständigkeit und Sicherheit. Trotz der o.g. Einschränkungen hätten wir auf jeden Fall 226 Laufpunkte abrufen können, vielleicht sogar etwas mehr.
Abschließend sei an dieser Stelle wiederholt, dass das Leistungsniveau und die erzielte Platzierung zweierlei Paar Stiefel sind. Das konnte ich im Wettkampf bei Martin Schuster und Denis Wesel hautnah miterleben. Für beide tun mir die Missgeschicke unheimlich leid. Martin war vor dem abschließenden Hindernislauf ganz sicher auf Platz zwei und nur einen Hauch hinter dem späteren Sieger Renzo Cappello. Doch Amos ließ in beiden Durchgängen - völlig unvermittelt - das letzte Hindernis aus.
Nach einem sehr guten Einstieg im Gehorsam und solidem Hürdenlauf, machte ein kleiner Ausrutscher alle Ambitionen bei Denis zu Nichte. Wegen dem tiefen Boden verlor er in Tor 3 etwas den Halt, daraufhin war seine Cobra zwei Hundelängen vor ihm. Bis zu Tor 4 brachte er sie nicht mehr in die richtige Position und sie ließ das Tor aus. Da seine Cobra ein sehr explosives Gemisch ist, hatte er keine Chance mehr, sie aus dem vollen Laufen unter Kontrolle zu bringen.
Allen Blog-Lesern wünsche ich noch einen guten Rutsch ins Neue Jahr und viel Erfolg in der neuen Sportsaison.


12.11.13 - Rückblick Teil 2 auf die VDH-DM
Bevor ich mit dem zweiten Teil des Rückblicks auf die VDH-DM starten will, noch ein paar kurze Anmerkung zum ersten Teil. Inzwischen haben wir viele Rückmeldungen bekommen, die uns zur organisatorischen Durchführung gratulierten. Auf der einen Seite freut uns das, auf der anderen Seite würde ich mich mehr freuen, wenn das zum Standard werden würde.
Zum Beispiel wäre es bis auf Marl bei allen anderen Meisterschaften möglich gewesen, Trainingsparcours aufzustellen, der Platz dazu war vorhanden. Im Agility ist das Standard. Auch aus physiologischer Sicht ist es für den Hund besser, dass er sich einspringen kann. Genauso verhält es sich mit den Laufdisziplinen. Es ist kein großer Aufwand, dass nur die jeweils ausgeführte Disziplin aufgebaut ist. Durch die Zwischenauswertungen ist genügend Zeit umzubauen, 6 Helfer dazu reichen aus. Es ist einfach zuschauerfreundlicher, wenn die Parcours dichter beim Publikum sind. Diese Fernglasveranstaltungen müssen nicht sein. In meinen Augen muss sich da mehr der Anspruch der Veranstalter an sich selbst ändern, die Umsetzung ist die kleinere Herausforderung.

Jetzt will ich aber auf das Abschneiden meiner Vierkämpfer eingehen. Zuerst zu Sophie. Im Gehorsam hatte sie mit Tobias Gohla den wohl strengsten Richter zugelost bekommen. Bei ihrem ersten Auswärtswettkampf im April in Iptingen wurde sie auch von Tobias gerichtet und bekam damals 47 Punkte – ohne dass Lou einen technischen Fehler machte.
Dieses Mal machte sie eine fast perfekte Vorführung, bis sie bei der Platzübung stehen blieb. Das kostete 7 Punkte. Die auf ihr Endergebnis von 51 Punkte dazugerechnet lässt einschätzen, wie vorbildlich ihre Vorführung war. Unter den 60 Startern hatte (bei anderen Richtern) nur 2 ein höheres Ergebnis.
Sophie trainiert den Gehorsam im Wesentlichen zusammen mit ihrer Mutter. Sie bildet Lou konsequent über den Clicker aus. Was mir dabei besonders gefällt ist, dass sie völlig entspannt zur Anmeldung gehen kann. Sie muss vor dem Start Lou nicht über Futter oder Beute in Trieb bzw. in Spannung versetzen.
Die Ursache für das verpatzte Platz ist uns unklar, vielleicht war es auch nur die Nervosität. Denn auch im Hürden- und Slalomlauf lief es nicht optimal. Im Hürdenlauf lag das aber mehr an Sophie. Obwohl die Hürdenhöhe auf 30 Zentimeter gesenkt wurde, gingen die beiden Stangenabwürfe auf das Konto von Sophie, Lou lief absolut bei Fuß mit. Sehr ärgerlich, denn sie verbesserte ihre Bestzeit um über einer Sekunde von 15,96 Sek. auf 14,84 Sek. Diese 4 Fehlerpunkte kosteten schlussendlich auch den Sprung auf’s Treppchen.
Ein gewaltiger Wackler gab es im ersten Slalomdurchgang zwischen Tor 2 und 3, als Sophie mit Lou kollidierte und Lou deshalb die Seite wechselte. Das kostete über eine Sekunde. Der zweite Durchgang war mit einer 17,2 Sek. im Soll. Der Hindernislauf war dann fehlerfrei, sodass trotz allen Handicaps im Endergebnis ein toller vierter Platz mit 261 Punkten zu verzeichnen war. Nach Platz 5 bei den swhv und Platz 6 bei der dhv ein Fingerzeig, wo es 2014 hingehen soll.
Gehen wir weiter zu Julia. Wie schon befürchtet, machte die Zerrung ihr einen Strich durch die Rechnung. Im Hürdenlauf brach an Hürde 4 die Verletzung wieder auf, nach dem ersten Slalomdurchgang musste sie dann den Wettkampf abbrechen. Umso ärgerlicher, da Ares und Julia mit 58 Punkte im Gehorsam sind sehr gut in den Wettkampf gekommen.
Bei einem Hund, der schon 6 Wettkampfjahre hinter sich hat, ist die Konstanz im Gehorsam in dieser Saison keine Selbstverständlichkeit. Bis auf einen Ausreiser bei der den swhv (56 Punkte) erzielten sie bei fünf unterschiedlichen Richtern 60 (Mühlacker), 59 (Sandhausen), 58 (Mühlacker), 60 (dhv-DM) und 58 Punkte (VDH-DM). Auch läuferisch waren die beiden verbessert, wie die 220 Laufpunkte in Sandhausen belegten.
Trotzt der unheimlich großen Konkurrenz in ihrer Altersklasse wäre bei einem optimalen Wettkampfverlauf der Sprung auf das Podest möglich gewesen – eine verletzungsfreie Vorbereitung vorausgesetzt. Daraus ergeben sich auch die Aufgaben und das Ziel für 2014: Die muskulären Dysbalancen beheben und die körperliche Fitness stabilisieren.
Die Krönung aus Mühlacker Sicht war der dritte VDH-DM-Titel von Manuela und Bentley, der Wettkampfverlauf war trotzdem wieder sehr spannend. Im Gehorsam machte Bentley eine ordentliche Leistung, die verpatzte Sitzübung waren der Grund schlussendlich für die 50 Punkte. Zwei Konkurrentinnen waren ihr enteilt, die laufstarke Iris Bachofer mit 54 Punkte und Sabine Propp mit 58 Punkte.
Die Aufholjagd begann dann mit den Hürden. Obwohl der Regen in den Vortagen den Boden ziemlich aufgeweicht hatte – was man u.a. auch an den Laufzeiten der männlichen und weiblichen Aktiven sah - setzte Manuela mit 15,21 Sek. eine persönliche Bestzeit. Die Zitterdisziplin von Bentley absolvierten sie diese Mal fehlerfrei. Nur an Hürde fünf hatte er etwas die Tendenz nach vorne, ansonsten war es ein sehr sicherer Lauf.
Im ersten Slalomdurchgang mit 17,11 Sek. schon sehr gut unterwegs, legte sie im zweiten Durchgang noch eine Schippe drauf und zielte mit 16,75 Sek. die schnellste Laufzeit, die je eine Seniorin bei VDH-DMs lief. Im Hindernislauf lief sie dann auch noch nahe an ihre persönlichen Bestzeiten, das machten am Ende 216 Laufpunkte. Mit 266 Punkten konnte sie Sabine Propp noch um 2 Punkte übertrumpfen. Selbst eine gesunde Iris Bachofer (sie ist nach den Hürden leider verletzt ausgeschieden) hätte ihre Bestleistungen steigern müssen, um Manuela noch zu gefährden.
In den entscheidenden Momenten nochmals eine Schippe drauflegen zu können, ist die herausragende Eigenschaft von Manuela. Bei einer Meisterschaft geht es darum, am Tag X besser zu sein, als die Konkurrenz. Das gelang ihr in Mühlacker wieder einmal eindrucksvoll.


15.10.13 - Rückblick Teil 1 auf die VDH-DM
Die 7. VDH-DM THS in Mühlacker ist Geschichte. Im ersten Teil will ich den Ablauf der Veranstaltung eingehen. Zu einer kritischen Würdigung gehört es auch, Dinge anzusprechen, die man besser machen kann. Bei dem einen oder anderen Punkt ist es aber auch wichtig, die Hintergründe zu kennen, um sie richtig bewerten zu können. Das will ich im Folgenden machen.
Das letzte Ereignis war die Siegerehrung. Sie war eine Stunde später fertig als geplant, das entspricht nicht unserem Anspruch. Wie kam es dazu? Im Gehorsam wurde von vier Ringe auf drei reduziert. Die Planung war dann etwas zu ambitioniert, zwei Ringe wurden im Zeitplan fertig, beim dritten hatte es Verzug um 20 Minuten gegeben. Mit läufigen Hündinnen hatten wir ebenfalls kalkuliert, allerdings nicht, dass zwei Asthmatiker darunter sind. Dadurch mussten die Pausen zwischen den Läufen deutlich verlängert werden, was nochmals 10 Minuten zusätzlich ausmachte. Eine weitere Viertelstunde ging bei der Aufstellung der Siegerehrung drauf. Trotz vielmaliger Durchsagen haben sich die Sportler nicht zum Einmarsch eingefunden, wir mussten warten.
Die letzte Viertelstunde ist beim HSVM zu suchen. Mit einem Auswertungsprogramm zu arbeiten, das auf so eine Veranstaltung nicht ausgelegt ist, macht wirklich keinen Spaß. Wir haben lange auf ein Auswertungsprogramm vom swhv gesetzt. Die eingesetzte Alternative ermöglicht zwar eine reibungslose Abwicklung bei einem Vereinswettkampf, sämtlichen Imponderabilien einer VDH-DM wird es aber nicht gerecht. Mit dem Wissen des vergangenen Wochenendes würde ich mich um so eine Veranstaltung nicht mehr bewerben. Wir haben Blut und Wasser geschwitzt. Ich schlage jetzt noch drei Kreuze, dass wir am Ende alle Ergebnisse ohne nachträgliche Korrekturen richtig in den Leistungsurkunden dokumentieren konnten. Unter Zeitdruck – auch auf Grund der oben angeführten Verzögerungen – keine Selbstverständlichkeit.
Im Vierkampf selbst waren ganz tolle Leistungen zu sehen, es war viel Dramatik geboten und Spannung bis zum letzten Hindernis. Die Sportler und ihre Leistungen wären es wert gewesen, sie noch besser dem Publikum darzustellen. Allein die Vielfalt an Hunden in den Wettbewerben ist in der Hundesportszene einmalig. Darauf als Moderator einzugehen, braucht man zum Beispiel Startlisten mit der Angabe der Hunderasse. Weiterhin würden Ergebnislisten, die nach jeder Zwischenauswertung die Abstände in Hundertstelsekunden zum Dritt- bzw. Erstplatzierten ausdrücken, den Wettkampf noch deutlich spannender machen. Wir hatten viele Zuschauer, auch viele, die keine THS-Insider sind. Das ist die Zielgruppe, die ich gerne ansprechen würde, damit unsere Sportart auch über unseren eigenen Tellerrand hinaus wahrgenommen wird. Mit den genannten Bordmitteln ist das nicht zu schaffen. Es ist aber auch notwendig, dass sich eine breitere Basis um die Vermarktung des THS kümmert und sich nicht nur mit der Ausrichtung einer Meisterschaft zufrieden gibt.
Einige fanden es unpassend, dass der Jubiläums-Show-Block im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums des HSVM in die Siegerehrung integriert wurde. Auf die Verzögerung hatte das aber keine Auswirkung, da das von vorne herein mit einkalkuliert wurde und auch in seinem Zeitfenster blieb.
Hierzu muss man wissen, dass sich der HSVM– in Abstimmung mit dem VDH – bewusst für diese Lösung entschieden hat. Wir sind ein Großverein. Wenn 100 Hunde an einem Trainingsnachmittag kommen, dann macht man sich nicht nur Freunde. Manche sind der Meinung, dass Hunde gefährlich sind und nur Lärm und Dreck machen. Unser Trainingsgelände liegt an einem Radweg, der zwei Ortsteile miteinander verbindet. Gegen Kritik und Klagen müssen wir uns immer wieder wehren. Deshalb ist es für uns immer wieder wichtig, der Mühlacker Bevölkerung, den Stadträten, dem Oberbürgermeister oder auch Presse zu zeigen, welchen Dienst am Hund wir auch außerhalb des Sportes vornehmen. Nicht umsonst haben wir es in Mühlacker geschafft – und das gegen den Willen der Stadtverwaltung – dass es bei erfolgreich abgelegtem Team-Test oder Begleithundeprüfung 50 Prozent Steuerermäßigung gibt. Das wird einmalig in Deutschland sein.

Szenenwechsel. Im gesamten Wettkampfablauf ist niemand mit dem Blaulicht auf dem Kopf durch das Stadion gerannt und hat Anlässe gesucht, Teilnehmer zu disqualifizieren. Martin Heß – unser OfT vom swhv – hat noch nie ein so ruhiges Wettkampfwochenende erlegt, er hat sich kein einziges Mal mit Interventionen auseinander setzen müssen. Dazu gab es auch keinen Anlass, weil der VDH hier ein sehr kooperativer Partner war. Die Regeln der PO galt es einzuhalten, das ist klar. Aber darüber hinaus gab es sämtliche Freiheiten.
Dadurch fanden die Sportler ein sehr entspanntes Klima vor. Die Freiheiten wurden dahingehend genutzt, dass im Gehorsam ein Probetraining absolviert werden konnte. Im Wettkampf durfte eine Begleitperson sowie Futter und Beute bis vor den Ring mitgenommen werden. Unmittelbar vor den Laufdisziplinen konnte man zum Beispiel auch Futter und Beute mitführen.
Ich kann mich an andere Veranstaltungen erinnern, wo ich disqualifiziert werden sollte, weil ich in der Wartezeit bis zum Start auf eine Bank setzte und ein Sabbertuch dabei hatte, um meinem Boxer Juri die Lefzen abzuputzen (Sabber auf den Schenkeln zu haben, ist nicht gerade sehr lecker )):-
Im Slalomlauf wurde für die letzte Startgruppe der Slalomparcours versetzt, um den Männern auf dem durchweichten Boden beste Bedingungen zu liefern. Und wir konnten zwei Teilnehmer starten lassen, obwohl sie erst nach dem offiziellen Ende der Start-Nummernausgabe eintrafen. Auch hier erinnere ich mich zum Beispiel an Wesel 2008, als freitags Punkt 20 Uhr die Start-Nummern-Ausgabe geschlossen wurde, obwohl noch eine lange Schlange ihre Unterlagen abholen wollten. Die mussten früh am nächsten Morgen nochmals ran. Service sieht anders aus.

Samstags stand der Geländelauf auf dem Programm. Einen Faux-Pax hat es im Zusammenhang mit den Startzeiten im 2.000-Meter-Geländelauf gegeben. Das ist ärgerlich und so etwas darf nicht passieren. Was ist geschehen?
Es hat unzählige Updates der Startlisten gegeben. Bei einer Liste hat der VDH versehentlich die Startzeiten um 15 Minuten verschoben und somit waren unterschiedliche Listen im Umlauf. Der Ausrichter war in diesem Fall nur „Handlanger“. Dadurch sind eine Hand voll Sportler in Hektik geraten oder sogar verspätet an den Start gekommen. In zwei Fällen konnten die Sportler am Ende der Konkurrenz laufen. In einem anderen Fall war es so, dass eine Teilnehmerin ihr Astmaspray nicht unmittelbar vor dem Start einnehmen konnte, somit schlechter Luft bekam und deshalb deutlich langsamer war.
Allerdings ist aber auch in die Waagschale zu werfen, dass in den Teilnehmerunterlagen die richtige Startzeit verzeichnet war, in der Durchsage wurde immer auf 15.30 Uhr hingewiesen. Den Sportlern war nicht bekannt, dass bei ausfallenden Startern das Startfeld nicht aufrückt (so wie bei den swhv-Meisterschaften üblich). Gibt es dann noch einen Unterschied zwischen der offiziellen Uhrzeit und der eigenen Uhr, dann kann das in Summe schon schnell einige Minuten ausmachen. Zudem sollten Betreuer und Trainer das Wettkampfgeschehen beobachten und ihre Schützlinge auf eine Veränderung hinweisen. Die meisten konnten sich aber auf diese Änderung einstellen.
Zur Strecke: Auch wenn die Strecken eben war, so war sie durchaus anspruchsvoll. Und ich erwarte von Teams, die bei einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen, dass sie diesen Ansprüchen gerecht werden.Doch dazu gibt es unterschiedliche Meinungen, wobei ich mich Frage, ob sich der eine oder andere Kritiker sich bei der falschen Disziplin angemeldet hatte. Wenn es über Wiesen geht, dann kann es matschig sein. Wenn scharfe Kurven enthalten sind, dann muss das Handling mit dem Hund geübt sein. Von den Besten kann man lernen. Der Tagesbeste Lorenz Frech schätzt seinen Vorteil auf 4 bis 5 Sekunden ein, weil sein Hund sich durch Hörzeichen dirigieren lässt.Auch Arno Schneider, der deutsche Meistertitel sammelt wir andere Briefmarken, war voll des Lobes.
Es sind auch immer die örtlichen Gegebenheiten mit einzubeziehen. Wir hätten auch einmal rund um das Segelflugplatzgelände laufen können. Schön abseits auf einer Hochebene gelegen, wo Wind und Wetter reinpfeifen und es keine Menschenseele hin treibt… Nein, so etwas ist keine Alternative.
Und leider gibt es den einen oder anderen Hund, der nicht die notwendige Sozialverträglichkeit mitbringt, um an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen. Dann kann das Überholen zum Problem werden. Zwischen 1983 und 2005 habe ich mit über 10 Hunden selbst an Geländelaufwettbewerben teilgenommen. Ich hatte nie Probleme bei Überholvorgängen, und die gab es häufig. Schließlich hatte ich bei Deutschen Meisterschaften 1987, 1989, 1995 und 1998 gewonnen und bin 1992, 2001, 2002 und 2005 Zweiter geworden.
Durchgehend 5 Meter breite Wege (2 x 2 Meter Leinenlänge + ausreichend Abstand zwischen den Hunden) wird es nirgends geben. Normalerweise sollte es ausreichen, die Leine beim Überholen zu verkürzen. So machte es zum Beispiel die 7-fache VDH-Siegerin über 5.000-Meter Marion Bräucker – auch sie permanent auf der Überholspur. Dass es anders geht, zeigen auch die Erfahrungen des Stadstaffel-Laufes im Frühjahr.
Während der Streckenbegehungen der Sportler sind noch einige Hinweise auf potenzielle Verletzungsgefahren gekommen, wie zum Beispiel das Abdecken eines Gulli-Deckels o.ä. Diese wurden alle ernst genommen und kurzfristig beseitigt.
Die elektronische Zeitmessanzeige war parallel zur Handmessung eingesetzt. Die sofortige Anzeige der Laufzeiten beim Überqueren der Ziellinie hat es noch nie gegeben. Das brachte Transparenz und Spannung, wobei immer darauf hingewiesen wurde, dass es sich um ein vorläufiges Ergebnis handelte. Deshalb konnte es nachträglich leichte Verschiebungen geben.
Bei einer elektronischen Zeitmessung wird laut PO in Hundertstelsekunden gewertet, bei Handstoppung in vollen Sekunden. Die Differenzen kamen daher, dass die elektronische Rundung bei 0,5 erfolgt und bei der Handstoppung die Zeit nach dem Komma abgeschnitten wird. In 99 war die Transparenz von Vorteil. In einem Fall ärgerlich, da das finale Ergebnis nicht Zeitgleichheit auf dem dritten Platz bedeutet, sondern Platz 4.
Wie schon im Vierkampf sehe ich auch hier noch Potenzial zur Verbesserung. Neben der Laufzeit die Anzeige der momentanen Platzierung, etc. sind durchaus denkbar. Allerdings müssen sich die Verbände dann auch auf Technologie-Partner, wie zum Beispiel Wilhelm Köster regelmäßig einlassen und die Dinge weiterentwickeln.
Wir haben auch mit zwei Moderatoren gearbeitet, der eine für den Startbereich, der andere für den Zielbereich. Das war für die Zuschauer sehr unterhaltsam. Und ich befürworte auch die Idee des DVG, testweise Wettbewerbe mit 30 Sekunden Abstand laufen zu lassen (das soll dort 2014 angegangen werden). Die Zuschauer wollen keine langatmigen Wettbewerbe sehen. Das wäre ein Mittel dagegen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es auch an den Ausrichtern liegt, die Verbände mit neuen Ideen zu konfrontieren. Im Falle des VDH hatten wir einen lösungsorientierten Partner, der immer ein offenes Ohr hatte und fast alle Ideen wurden anschließend auch umgesetzt. Es sei an dieser Stelle auch noch an die unzähligen Helfer gedacht, deren Anspruch und Bestreben es war, dieses Veranstaltung reibungslos ablaufen zu lassen. Denn von Zauberhand wird so etwas nicht umgesetzt, das hat auch viel mit harter Arbeit zu tun.


11.10.13 - Das Fest ist bereitet
Alle Vorbereitungen zur VDH-DM sind abgeschlossen. Wie so häufig bei Veranstaltungen, wird vieles erst zur letzten Minute fertig. Am vergangenen Wochenende waren wir nochmals im Stadion und haben letzte Details abgestimmt. Das kostet nicht nur den einen oder anderen Schweißtropfen, sondern teilweise auch Nerven.
Problemseher gibt es leider auf allen Ebenen und in allen Bereichen. Bedenkenträger sind die größten Feinde der Veränderung und manche müssen einfach zu ihrem Glück gezwungen werden. Ausdrücklich loben muss ich in diesem Zusammenhang die Verantwortlichen des VDH, die immer ein lösungsorientierte und unkomplizierter Partner waren.
Hier ein kleiner Auszug von dem, was wir uns für die zwei Tage auf die Fahnen geschrieben haben bzw. wollen wir anders machen?
> Im Geländelauf starten die Teams nach Altersklassen und nicht Alterklassen-durchmischt
> Im Geländelauf werden sofort bei Zieleinlauf die Laufzeiten der jeweiligen Teams auf einer elektronischen Anzeige erscheinen.
> Im Gehorsam wird jedes Team die Möglichkeit haben, einen Probetraining für den Gehorsam zu absolvieren
> Zum Aufwärmen gibt es einen kompletten Hürden- und Slalomlaufparcours
> Für die Laufdisziplinen dürfen Fotografen direkt an die Laufdisziplinen heran. Akkreditierungen sind keine notwendig
> Im Rahmen der Siegerehrung wird es Showblock des HSVM geben, der das Ende der Veranstaltung aber nicht nach hinten verschiebt
Abschließend will ich noch meine Tipps zum Gewinnspiel bekannt geben, bei dem ich natürlich außer Konkurrenz teilnehme:
Jugend weiblich: 13, 40 / 30,70 / 20,50
Erwachsene weiblich: 13,10 / 29,90 / 20,00
Erwachsene männlich: 12,40 / 29,10 / 18,50
Senioren weiblich: 16,20 / 34,50 / 24,30
Senioren männlich: 13,50 / 32,00 / 22,00


08.10.2013 - Die Aussichten meiner Teams zur VDH-DM
Bei einer Meisterschaft zu starten ist für die Teilnehmer des ausrichtenden Vereins zum einen etwas Besonders, zum anderen kann es aber auch belastend sein. Zu Hause will man alles nochmal etwas besser und perfekter machen, als wenn man in die Ferne reist.
Das finde ich gerade das reizvolle am Sport. Nicht nur im Training Leistungen zu bringen, sondern diese dann auch am Tag X umsetzen zu können. Deshalb bin ich als Trainer in der Regel auch nervöser, als wenn ich selbst starte.
Im Vierkampf gehen mit Sophie Bloß (Jugend), Julia Zimmermann (Aktive) und Manuela Fais (Senioren) drei Teams an den Start. Die Voraussetzungen sind bei allen unterschiedlich, auch die Erwartungshaltungen. Aber ein Ziel haben alle drei gemeinsam: Keine Fehler. Sowohl im Gehorsam, als auch in den Laufdisziplinen. Hier liefen die dhv-Meisterschaften alles andere als optimal. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass das zur VDH-DM hin deutlich besser wird.
Lou ist quasi mit der dhv-DM läufig geworden. Nach ihrer Läufigkeit zeigt sie sich jetzt wieder viel munterer. Sophie ist laufmäßig recht stabil geworden. (Noch) nicht perfekt sind die beiden über den Hürden. Ob sie auf diesem Level bereits fehlerfrei bleiben können, ist offen. Da es die erste Wettkampfsaison der beiden ist, wird keiner traurig sein, wenn es daneben geht. Trotzdem werden sie von Anfang an auf Angriff laufen – sie haben nichts zu verlieren.
Umgekehrt sieht es bei Julia aus. Ein Muskelfaserriss unmittelbar nach der dhv-DM lies bis zum heutigen Tag kein Lauftraining zu. Es wird bis zum Schluß offen sein, ob sie gesund an den Start gehen kann. Da Ares und Julia bereits einige Wettkampfjahre und viel Erfahrung auf dem Buckel haben, spielt das in Richtung Sicherheit weniger eine Rolle. Ohne Lauftraining wird es aber nahezu unmöglich sein, die Lücke zu den Top 3 zu schließen. Sofern sie einsatzbereit ist, wird Julia sich auf ihren eigenen Wettkampf konzentrieren, die Ergebnisse der anderen kann sie sowieso nicht beeinflussen.
Als zweifache Titelverteidigerin sind die Vorzeichen bei Manuela und Bentley wiederum anders. 2011 mit 42 Punkte im Gehorsam gerade noch die Prüfung bestanden und einen 8-Punkte-Rückstand aufgeholt, starteten sie 2012 mit 59 Punkte, waren dann aber nach dem Hürdenlauf (6 Fehler) wieder im Hintertreffen. Mit der dhv-DM in Suhl verlor Manuela zum ersten Mal seit 2010 einen Wettkampf. Das Rezept heißt, fehlerfreier Gehorsam und fehlerfreier Hürdenlauf, dann ist das Ding geritzt. Nach dem Wettkampf werden wir wissen, ob wir zuvor im Training die richtigen Zutaten verwendet haben…
Bei den Geländeläufern sind ebenfalls drei Teams am Start, auch hier sind die Erwartungen unterschiedlich.
Lene Herrigel hat schon zwei Mal die VDH-DM (2009, 2010) gewonnen, in diesem Jahr startet sie allerdings mit ihrem Nachwuchshund Flynn. Mitte Mai, mit 15 Monaten und drei Tagen, machten die beiden Begleithundeprüfung und qualifizierten sich auf den letzten Drücker zur swhv-Meisterschaft. Da Flynn noch sehr unkonstant läuft, kann eine Top 3-Platzierung in der Jugendklasse ebenso herausspringen, wie eine Leistung deutlich vom Treppchen entfernt. Ausschlaggebend wird sein, wie Flynn die rund 700 Meter im Stadion sowie die Wegführung direkt um das Stadion herum zurücklegt.
Chrissi Pflüger mit Lui starten bei den Aktiven und sind in ihrem Rookie-Jahr. Die Teilnahme ist bereits ein riesen Erfolg und jeden Platz, den sie sich näher an das Treppchen annähern, wäre ein riesiger Erfolg.
Mit Hartmut Herrigel und Bailey geht ein sehr erfahrenes Team bei den Senioren an den Start. Beim Aufwärmen zur dhv-DM zog sich Hartmut eine Zerrung zu, die ihn im Nachgang im Training auch noch stark beeinträchtigte. Weiterhin ist Bailey ein eher kleinwüchsiger Hund und die Zugunterstützung entfällt beinahe komplett - ein Nachteil, der bei dem Leistungsniveau und der Leistungsdichte der Teams kaum auszugleichen ist.

03.10.2013 - Geht es noch besser?
Wer sich noch nie mit Bestenlisten auseinander gesetzt hat, der kann sich bei der Einordnung von Einzel-Leistungen schwer tun. Im Mehrkampf gewinnt natürlich immer der, der in der Summe aller Disziplinen der Beste war. Das ist im Turnen so, das ist in der Leichtathletik so und das ist natürlich auch im THS so.
Die Bestenlisten sollen zuerst einmal ein Gefühl geben, Laufzeiten einzuordnen. Daneben ist es sicherlich auch eine interessante Informationsquelle, wie groß die Schritte in die Spitze für die persönliche Entwicklung noch sind.
Mit den aktuellen Listen soll die Würdigung der einzelnen Leistungen bei den Wettkämpfen besser herausgestellt werden – für die Sportler, aber auch für die Zuschauer. Das gelingt m.E. nur Insidern und hier wünsche ich mir ein breiteres Verständnis.
Dazu gehört, dass man im Wettkampfverlauf die Einzelleistungen in Bezug auf die aktuelle Position eines Teams einordnen kann. Hier können diese Listen unterstützen. Wie viel eine Einzelleistung tatsächlich wert war, kann man erst am Ende des Wettkampfes beurteilen. Das abzuwarten, wäre aber eine ziemlich langweilige Angelegenheit )):-
Bei den gezeigten Vorleistungen hoffe ich, dass die ewige Bestenliste nach der VDH-DM in Mühlacker kräftig durcheinander gewirbelt wird. Insgesamt ist die Zusammenstellung der seitherigen Listen eine sehr zeitintensive Angelegenheit und nicht gerade mal auf dem Ärmel geschüttelt. Trotzdem wird es danach auch noch ergänzenden Übersichten mit den Gesamtlaufzeiten und den Gesamtpunkten geben, damit das Bild vervollständigt wird.
Auf eine Einzel-Darstellung des Gehorsams werde ich dagegen auch in Zukunft verzichten. Zum einen gibt es keine Wertung, die nach oben offen ist, zum anderen kann die Bewertung einer Leistung stark vom Richter abhängen und durchaus mehrere Punkte voneinander abweichen. Das soll aber nicht als Abwertung des Gehorsams gesehen werden, eine Darstellung in diesem Zusammenhang macht nur keinen Sinn.


22.09.2013 - Die Besten der Besten
Von Bestenlisten bin ich schon seit meiner Jugend fasziniert. Dies hängt vor allem mit meiner Leichtathletik-Vergangenheit zusammen. Als ich im ersten B-Jugend-Jahr zum ersten Mal unten den Besten 30 in Württemberg aufgeführt war und das Jahr darauf gleich in fünf Disziplinen mit zum Teil Top-10-Platzierungen, da war ich schon mächtig stolz.
Im Hundesport haben wir leider nicht so vergleichbare Bedingungen. Ergebnisse außerhalb von Meisterschaften sind für mich deshalb weniger wert. Bei den VDH-DMs kann man wenigstens davon ausgehen, dass die Streckenlängen korrekt sind, es keine Bergabläufe gibt und die Zeitmessung stimmt. Deshalb sind diese Meisterschaften für mich das Maß aller Dinge, zumal auch davon auszugehen ist, dass die PO-Anforderungen eingehalten werden.
Aus diesem Anlass haben wir eine ewige Bestenliste für alle Laufdisziplinen und Wertungsklassen erstellt. Der Vergleich der Besten unter den Besten ist eine hochinteressante Lektüre, vor allem wenn man sie mit der Frage verknüpft, wie die Sieger-Leistungen 2013 aussehen.
Der HSVM hat im Rahmen der VDH-DM daraus ein Gewinnspiel gemacht. Es geht darum, die besten Laufzeiten in jeder Altersklasse zu tippen, hochwertige Preise gibt es zudem zu gewinnen. Wir freuen uns schon auf Eure Teilnahme, um den THS-Experten zu küren.


18.09.2013 - Blick auf die Ergebnisse
Mit etwas Abstand möchte ich auch noch auf die Ergebnisse meiner Trainingsgruppe bei der dhv-DM eingehen. Auf den ersten Blick eine eher nüchterne Bilanz, stellt man bei genauerem Hinsehen fest, dass auch etwas das Glück gefehlt hat.
Im Jugend-CSC waren die Teilnehmer wirklich ordentlich vorbereitet. Es war für alle die erste dhv-DM, für die meisten sogar das erste Wettkampf- bzw. Meisterschaftsjahr. Fünf von sieben Teams waren fehlerfrei, leider hat es trotzdem zwei Jugendmannschaften in den Vorläufen erwischt. Einmal wegen Auslassens der Wendestange - hier war die Jugendliche übermotiviert und einen Schritt vor dem Hund. Das soll selbst erfahrenen Teams passieren :-))
Das andere Mal kam ein Hund ins Meideverhalten auf der Sektion 2. Soweit ich sehen konnte war das auch der einzige Hund, der nervliche Probleme hatte, weil die Richterzelte bzw. die Lautsprecheranlage so dicht am Hürdenlauf standen. Er blieb quasi vor jeder Hürde stehen. Klar kann man sagen, auf einer DM muss das ein Hund können. Trotzdem zeigte es wenig Feingefühl, nicht mehr Abstand zu lassen.
Bei einer Mannschaft des HSV RM, die ihren Lauf wiederholen musste und der HF seinen Hund nicht mehr ableinen konnte, zeigte man - nach einem gellenden Pfeifkonzert - dieses Feingefühl.
Nadja zeigte dafür mit der Startgemeinschaft Mannheim / Frankenthal im Finale drei Null-Fehlerläufer und trug so maßgeblich zum Titelgewinn bei. Sie hatte wirklich viel trainiert, auch in mehreren gemeinsamen Trainingseinheiten mit ihren Teampartnern.
Weiter zum Vierkampf: Sowohl bei Sophie als auch bei Julia fehlte eine Kleinigkeit, um auf das Podest zu springen. Bei Julia lief Ares förmlich in die Hürde vier, weil er durch ein strenges Hörzeichen den Blick nicht nach vorne sondern auf Julia richtete. Bei der starken Konkurrenz in der AK 19 muss halt wirklich alles zusammenpassen.
Bei Sophie war ebenfalls eine Hürde fehlerhaft sowie im Gehorsam eine verpatzte Platzübung. Mit einem ordentlichen Aufwärmplatz (u.a. war bei ihr vor dem Gehorsam noch das Ableinen auf dem Aufwärmplatz verboten) wäre mehr drin gewesen, bzw. Sophie und Lou haben in ihrem ersten Wettkampfjahr noch nicht das Niveau, um aus der kalten Hose heraus konstant perfekt zu sein.
Wer die Laufzeiten genau angeschaut hatte, wunderte sich bei manchem Ergebnis. Bei Sophie hatte ich mich im Slalomlauf auch gewundert. Bei den swhv noch tiefe 18er-Zeiten, jetzt ist sie bei hohen 16er Zeiten. Wobei dieses Wunder nicht unmöglich ist, sie zeigt jetzt viel mehr Aggressivität beim Laufen und ich hatte auch von Hand ich eine 17,1 gestoppt. Bei der einen oder anderen Zeit, sehe ich dagegen berechtigte Zweifel...
Manuela reichte es nach großer Aufholjagd noch zum dritten Platz. Da Bentley das Steh nicht annahm (zum ersten Mal überhaupt), fehlten ihr nach den Gehorsam 15 Punkte.
Das positive an den Ergebnissen ist, dass bei allen drei noch Luft nach oben ist, und die wollen wir bis zur VDH-DM erschließen.
Im Geländelauf blieben unsere Starter im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Drei von vier haben einen Startplatz bei der VDH-DM, was man auch als großen Erfolg werten sollte. Es geht nicht immer nur um Sieger und Medaillen.


13.09.2013 - Schlimmer geht's immer

Wenn Du denkst, es geht nicht mehr schlimmer, dann fahre zur dhv-DM THS. Von Anfang bis zum Ende eine gereizte Stimmung, willkürliche Entscheidungen am laufenden Band, der Sport war Nebensache. Neben den Sportlern kann einem nur der Veranstalter (SGSV) Leid tun, weil er da automatisch mit reingezogen wird.
Da ich an andere Stelle bereits Klartext geredet habe und daraufhin ein großer Aufschrei erfolgte, will ich - mit Rücksicht das 100-jährige Jubiläum des HSVM sowie die anstehende VDH-DM - kein weiteres Öl ins Feuer gießen.
So eine Veranstaltung hat aber auch ihr Positives. Nach dem Ende mit Rocky ist es mir sehr schwer gefallen, mich für die Organisation der VDH-DM zu motivieren. Nach der dhv-DM sieht dies wieder anders aus. Unsere THS'ler haben besseres verdient. Ich kann an dieser Stelle versprechen, dass bei HSVM alles daran setzen wird, bei der VDH-DM-THS beste Bedingungen für Sportler und Zuschauer zu bieten. Jedes Team wird optimale Bedingungen vorfinden, seine beste Leistung zu zeigen, jeder wird gleich behandelt werden und der Zeitplan wird eingehalten. Ein Aufwärmgelände mit Hürden- und Slalomlauf sorgen zudem für einen professionellen Rahmen.
Daneben wird der HSVM Transparenz auf allen Ebenen schaffen. Dazu gehören Einblicke in die Gehorsams- und Fehlerwertungen sowie Zwischenwertungen, um die Zuschauer zu informieren. Sie werden auch das Geschehen aus nächster Nähe betrachten können, ohne dass der Blick von Bewerterzelten, Bauzäune u.ä. versperrt wird.
Der Sport wird im Mittelpunkt stehen und für alle anderen gilt: Wir müssen draußen bleiben!


06.09.2013 - die nächste Meisterschaft steht vor der Tür

Am kommenden Wochenende stehen die dhv-Meisterschaften an. Zum ersten Mal werden sie ohne den DVG stattfinden. Das finde ich sehr schade, denn so geht der Meisterschaft viel Substanz verloren. Die Gewinner heißen dann zwar Deutscher Meister, aber weite Landstriche von Deutschland werden gar nicht mehr vertreten sein. Ein Titelgewinn wird auf jeden Fall weniger Wert sein, als in den Vorjahren.
2002 hatte schon einmal eine dhv-DM beim SGSV stattgefunden. Genau über dem Wochenende des WM-Fußball-Finales Brasilien-Deutschland )):- Im Rückblick habe ich auf diese Veranstaltung gemischte Gefühle. Auf Grund eines Leistenbruchs fehlte mir im Geländelauf einiges an Substanz. Nach der Operation hatte ich nur noch rund 8 Wochen Zeit, wieder in Form zu kommen. Der zweite Platz war unter diesen Umständen ein großer Erfolg. Im CSC wurde uns in der Sektion 1 im Frankfurter Kreisel fälschlicherweise zwei Fehlerpunkte wegen anfassen der Slalomstange gezogen – das kostete uns den Titel. Im QSC – damals noch Teil der Deutschen Meisterschaft – wurde ich Zweiter.
Dieses Mal bin ich nur als Trainer bzw. Besucher dabei. Richtig Mut machen mir die letzten Trainingseinheiten unser jugendlicher CSC-Starter. 2 Mannschaften und einen Startgemeinschaft mit HuS Mannheim werden sich mit den Besten messen. Bei den swhv erzielten sie den ersten, vierten und fünften Platz. Und mein Gefühl sagt mir, dass wir auf die dhv-DM noch einiges besser vorbereitet sind als vor gut 8 Wochen in Pirmansens.


30.08.2013 - Kurzer Atem - langer Atem

Als ich vor kurzem mir mit unserer Geländelaufgruppe etwas die Lungen durchpusten lassen wollte, musste ich mit Erschrecken feststellen, wie schnell man einrosten kann. Obwohl ich bei den Tempoläufen nur Teilstücke mitgelaufen bin, sind mir schnell meine Grenzen aufgezeigt worden. Kaum legt man für ein paar Wochen die Füße hoch, schon fühlt man sich, als ob man um 20 Jahre gealtert wäre. Spaß hat es trotzdem gemacht.
Eine kleine Entdeckung hat mir ebenfalls viel Freude gemacht. In der leistungsorientierten Junghundegruppe habe ich ein Team beobachtet und konnte kaum meinen Augen trauen. Obwohl der Hund erst 15 Monate alt ist, haben die beiden die Parcours in einem Tempo durchlaufen, wie ich es nur von meinen Spitzenteams erwarten würde. Unheimlich harmonisch und synchron, dazu noch jede Menge Dynamik. Im Gehorsam haben die beiden ebenfalls viel Potenzial, die richtigen Grundlagen wurden gelegt.
Mit dem Team-Test schließen die Teams beim HSVM ihre Ausbildung in den Erziehungsgruppen ab, anschließend orientieren sie sich in die Fun- oder Sportgruppen. Um die Eignung der Teams zu screenen, werden Castings durchgeführt. Das ist bei diesem Team aber nicht notwendig. Hier ist so viel Potenzial vorhanden, dass ich denen schon 2015 richtig Großes zutraue. Doch bis dahin wird noch viel Wasser den Bach herunter fließen und ich werde mich noch bis November gedulden müssen, bis ich die beiden bei mir in der Trainingsgruppe begrüßen darf.


17.08.2013 - Auf das Ende folgt ein Neubeginn

Wie Ihr sicherlich schon gelesen habt, ist die Partnerschaft Rocky und Albrecht zu Ende. Bis zu einem gewissen Punkt ist es möglich, sich zu verbiegen, schlussendlich musste ich aber einsehen, dass die Wertevorstellung der Besitzer von Rocky und mir so weit auseinander liegen, dass eine Fortführung unmöglich ist. Ich habe deswegen auch das Trainingstagebuch offline gestellt. Die Tatsache, dass alles zu Ende ist schmerzt und dass der Schmerz so tief geht, hätte ich nicht gedacht. Die Anteilnahme, die ich jetzt erfahre, finde ich ergreifender als die vielen Glückwünsche zum Sieg bei den swhv.
Die Vertrautheit zwischen uns war vom ersten Moment in einem Maß da, wie man sie eigentlich nur aus langjährigen Partnerschaften kennt - das war das Einzigartige. Auf diesen Moment habe ich 20 Jahre lang gewartet. Wenn ich von Rocky und mir spreche, dann ist die Bezeichnung Team zu wenig, Symbiose trifft es besser. Er hatte in den ersten Wochen Fortschritte gemacht, da reicht bei den meisten ein Jahr nicht aus.
Was bleibt ist ein großes Gefühl der Leere. Diese Leere kann ich im Moment durch nichts kompensieren. Es geht dabei nicht Titel und Pokale. Titel und Pokale waren und sind mir nebensächlich. Ich habe eine Vorstellung vom Sport mit dem Hund und wir waren gerade dabei, diese umzusetzen. Dass das zu Erfolgen führt, liegt in der Natur der Sache.
Ich habe unheimliche Anstrengungen unternommen, um körperlich fit zu werden. Ich habe noch nie auf ein Ziel so kompromisslos hingearbeitet, wie mit Rocky. Ich habe das als letzte Chance gesehen, nochmals gegen die Jungen anzustinken. Deshalb habe ich auch immer den Quervergleich mit der AK 19 gesucht. Wir wären jetzt in der Lage gewesen, uns die Prozentpunkte zu erarbeiten, die uns von einer perfekten Vorstellung noch trennten. Doch alles hätte, wenn und aber nützt nichts.
Viele Fragen mich, warum denn das ganze jetzt so schnell ging?
Die Besitzer von Rocky sind der Meinung, dass mein Umgang mit Rocky dem Familiendasein schadet. Anders als Ihr erwartet, war ich nicht streng genug. Wenn er gegen die vorgegebenen Richtlinien verstieß, bin ich nicht konsequent genug dagegen vorgegangen oder habe den vorgegebenen Maßnahmenkatalog nicht hinreichend genug angewendet. Mir waren die - zum Teil schriftlich fixierten Handlungsrichtlinien - fremd. In 35 Jahren Hund habe ich so etwas nie gebraucht.
Schon vor gut einem Jahr stand das ganze auf Messers Schneide. Damals haben wir uns geeinigt, dass ich konsequenter werde, ich aber trotzdem meine Freiräume behalten darf. Wenn etwas im Argen liegen sollte, sollte sofort Rückmeldung kommen, bevor sich Unmut anstaut.
Angestaut hat sich dann wohl die letzten 12 Monate jede Menge, denn der Vertrauensbruch waren am Ende 100 ml zu viel Sahne im Futter. Wenn die Diskussionen darum sachlich geblieben wäre, wären wir vielleicht in der Lage gewesen, das noch zu lösen.
Die Vorhaltungen gingen dann aber so ins Persönliche, dass ich selbst engste Familienbeziehungen anschließend in Frage stellen würde. Mit dem Ring durch die Nase vorgeführt zu werden, ist nicht meine Sache. Da wurden Grenzen überschritten.
Man muss das Schicksal so annehmen, wie es ist. Jeder Niederlage bieten sich auch Chancen. Für mich gibt es noch andere Werte, die mein Leben erfüllen können. Ich habe jetzt wieder mehr Zeit für andere Dinge. Dass ich in naher Zukunft oder mittelfristig wieder in das Wettkampfgeschehen im Vierkampf oder CSC eintreten werde, schließe ich aus. Was das anbetrifft, ist das Feuer erloschen, der Reiz des Einzigartigen ist vorbei.
Deshalb habe ich jetzt auch den Rocky-Block offline gestellt. Er wird ersetzt durch den Blog THS. In Zukunft werden hier alle Themen rund um den THS behandelt. Das was mir aktuell einfällt, Kommentare zu Wettkämpfen und Meisterschaften, zu meiner Trainingsgruppe oder zu allgemeinen Entwicklungen im THS.
Positive Hürdentechnik-Beispiele
Negative Hürdentechnik-Beispiele
Negative Hürdentechnik-Beispiele
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