Qualifikations-Wettkämpfe stehen an
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Trainingstagebuch - ab April 2013

13.07.2013 – Over and out
Nach unüberbrückbaren Differenzen zwischen den Besitzern von Rocky und mir endet dieser Block.


12.07.2013 – Gedanken zum Training
Die swhv-Meisterschaften haben sich etwas gesetzt, jetzt gilt es jede Menge Fragen zu beantworten, wie die weitere Saison gestaltet werden soll.
Es ist noch nicht lange her - genau am 20.5.13 - da wollte ich alles hinwerfen. Erneut machte der Oberschenkel zu, der folgende Wettkampf in Edingen ging nur mit größter Mühe. Erst seit rund 4 Wochen bin ich endlich in der Lage, weitestgehend schmerzfrei zu trainieren. Ein Sprintprogramm vor den swhv zeigte auf, dass ich das Niveau von Anfang März hatte. Inzwischen habe ich zwei Vierkämpfe unbeschadet durchgestanden, nur mit den Laufzeiten bin ich nicht zufrieden.
Beim letzten Eintrag schrieb ich, dass ich beim Laufen nicht frei genug bin. In einem Gespräch am Rande der swhv wurde mir die Frage gestellt, ob ich mich durch den Blog nicht zu sehr unter Druck setze und deshalb verkrampfe. Eine berechtigte Frage. Die Postings werde ich aber vorerst nicht, in der Hoffnung, dass das nicht die Ursache ist.
Schauen wir mal auf die letzten 12 Monate, da stehen 6 Vierkämpfe - alle fehlerfrei. Das waren die aber nicht, weil wir so fantastisch sind, sondern weil ich versuche, jede Fehlerquelle auszuschließen. Die Quali-Wettkämpfe zur VDH-DM setzten mich wirklich unter Druck. Ein Patzer, und ein Top-Wettkampf reicht nicht mehr über 280 Punkte. Den Spatz in der Hand zu halten und trotzdem maximal zu laufen, ist, glaube ich, ein schwieriges Unterfangen. Schaue ich mir die direkten Konkurrenten an, dann hat so gut wie kein Team eine so niedrige Fehlerquote. Die kitzeln dafür beim Laufen mehr heraus. Mit diesem Ansatz kann man es zur VDH-DM schaffen, es reicht auch für einen Sieg bei der swhv oder sogar vielleicht bei der dhv. Für einen VDH-DM ist dieser Ansatz aber zu wenig.
Beim Sprinten kommt eine zweite Komponente dazu. Wie schon im Oktober 2012 geschrieben, hatte ich vor 20 Jahren so viel Power in den Beinen, dass ich mir um Schnelligkeit keine Gedanken machen musste. Die Hunden, die ich danach führte, hatten leider nicht die Schnelligkeit, mich auszureizen. Nach einer so langen Zeit bin ich auf einmal in der Position, der leistungslimitierende Faktor zu sein. Das ist ein komisches Gefühl. Zudem habe ich kaum Erfahrung darin, wie ich meine Schnelligkeit verbessern soll.
Sieger zweifeln nie, Zweifler siegen nie, der Satz von Dieter Hermann (Trainer von 800-Meter-Olympia-Sieger Nils Schumann) hat für mich nach wie vor Gewicht. Deshalb will ich den letzten Gedanken drei Argumenten entgegen stellen:
> 2010, als wir Dritter im CSC bei der dhv-DM wurden, legte ich im Juri Läufe am absoluten Limit hin, ebenso beim Titelgewinn 2008.
> 2009 habe ich in suboptimalen Läufen mit Juri in den Hürden eine 12,6 Sek und im Slalom 14,9er Zeiten erzielt
> Aktuell konnte ich trainingsmethodisch einige meiner Teams deutlich schneller machen
Daraus habe ich für mich jetzt folgende Schlüsse gezogen:
> Das Sprinttraining hat erst angefangen, das muss jetzt kontinuierlich fortgeführt werden - ohne zu überziehen
> Genauso verhält es sich im Training mit Rocky. Üben, üben, üben und zwar am Limit, dann kommt auch Routine und zu kontrollieren
> Keine Angst vor Fehlern mehr. Die Quali für die VDH-DM sehe ich - bis auf die dhv-DM - als erledigt an. D.h., volles Risiko im nächsten Wettkampf.
Deshalb möchte ich mich von den Laufzeiten her so entwickeln, dass ich an die Zeiten von Juri herankomme zzgl. den Zeiten von den swhv im Hindernislauf. Rein rechnerisch sind das + 2 Laufpunkte. Da man aber nicht davon ausgehen kann, in allen Läufen Bestzeit zu laufen, sollte das Niveau bei + 3 Laufpunkte sein.
Die Veröffentlichung dieser Ziele wird den Druck von Außen nicht senken. Auf der anderen Seite schärft es die Sinne und den Willen, diese Ziele zu erreichen. Für eine Top-5-Platzierung werden diese Leistungen sowieso notwendig sein, dazu brauche ich den Insidern nichts vorrechnen.
Jetzt habe ich viel über das Laufen geschrieben, nun noch ein paar Gedanken zum Gehorsam. Als Dreh- und Angelpunkt sehe ich, Rocky mit der richtigen Spannung in den Ring zu führen. Wie schon bei den Laufdisziplinen war ich hier auch zu ängstlich, habe das Blatt nie ausgereizt. Deshalb will ich das seitherige Training nicht in Frage stellen. Das heißt, ich werde nicht speziell die Situation Eintreten in den Prüfungsring trainieren, sondern achte darauf, wie schaffe ich es, ihn motiviert mitlaufen zu lassen. Mit diesem Wissen geht es dann in den nächsten Wettkampf.
Sowohl beim Laufen als auch im Gehorsam ist es nicht notwendig, jetzt überehrgeizig zu werden. Wir haben noch 3 Monate Training vor uns, da kann man viel gut machen, aber auch viel kaputt. Unter diesem Aspekt absolvierte ich gestern auch meine erste Sprinteinheit nach den swhv. 3 Steigerungen, anschließend 4 x 80 m Sprints mit 3 Min. Pause dazwischen. Drei Tage hatte ich gebraucht, um die swhv körperlich zu verarbeiten, am Donnerstag war dann das Training dafür völlig schmerzfrei.
Bis zum nächsten Wettkampf in Mannheim sind noch 6 Trainingseinheiten mit Rocky geplant, anschließend nochmals 7 bis 8 bis zur dhv- DM. Jede Woche ein zusätzliches Sprinttraining, so werde ich die Sommerwochen verbringen.


08.07.2013 – Platz 1 ist meins :-))
Das erste wichtige Event dieses Jahr ist Geschichte. Wir trafen bei den swhv-Meisterschaften in Pirmasens auf sehr gute Rahmenbedingungen und eine eingespielte Organisation. Ein Lob an den Ausrichter und Veranstalter - auch, weil man kurzfristig noch Einfluss nehmen konnte und Hinweise umgesetzt wurden (z.B. Absperrung Start- und Ziel im Hürdenlauf sowie beim Hindernislauf).
Ich konnte selbst auch einige überragende Leistungen bestaunen (so weit man das während seines eigenen Wettkampfes überhaupt machen kann). Mandy Hambach im Slalomlauf mit 14,62 Sek. waren unglaublich oder Peter Vigano, der zwei 2.000er, zwei Vierkämpfe und CSC machte und ich ihn nur mit großer Mühe bzw. weil er etwas Pech hatte, abfangen konnte. @ Peter, das mit dem vorgeschaltetem Geländelauf als Revanche will ich Dir noch nicht versprechen :-)) Natürlich gehören auch die 285 Punkte von Martin Schuster dazu. Er wählt den Weg der kleinen Schritte, läuft nicht (mehr) wild drauf los, sondern stellt sich auf die Unsicherheiten seines Team-Partners ein und holt sich so in jedem Wettkampf mehr Sicherheit. Zudem haben die beiden noch Luft nach oben!
Ich freute mich auch über viele tolle Leistungen meiner Mannschaft. Vor allem die im Jugend-CSC. Bei der siegreichen Mannschaft sind zwei Teams dabei, die ihr erstes Wettkampfjahr haben und beim dritten Team ist der Hund unheimlich nervenschwach, am Wochenende war er aber der Erfolgsgarant. Teilweise kann man erst, wenn man die Hintergründe kennt, die Leistungen richtig würdigen.
Über unseren Sieg mit 282 Punkten habe ich mich auch gefreut. Die Konkurrenz hat es mir aber auch nicht wirklich schwer gemacht. Im Gehorsam konnten sich Peter Vigano und Steffen Schmidt nicht entscheidend absetzen. In den Laufdisziplinen konnte ich die ein bzw. zwei Punkte Rückstand noch wettmachen.
Zu den Details beim Wettkampf:
Meiner Einschätzung nach war der Gehorsam der Schwächste der ganzen Saison. Die Vorbereitung und Spannung haben bei Rocky gepasst, wir konnten es aber im Ring nicht umsetzen. Bis zum Laufschritt war Rocky aufmerksam, dann ließ er sich ablenken und die weiteren Übungen litten alle etwas darunter.
Bei den Laufdisziplinen hatte ich die Woche über noch Bedenken. Beruflich war ich sehr eingebunden, zum Teil mit langen Autofahrten verbunden. Die Maßnahmen ab Donnerstag griffen dann so weit, dass wir am Sonntag doch noch uneingeschränkt fit an den Start gehen konnte.
Um 6.30 Uhr ging es aus dem Hotelzimmer, auf dem Spaziergang mit Rocky versuchte ich noch ein Brötchen zu verdrücken. Nach der Fahrt zum Stadion folgte um 7.10 Uhr 15 Min. Warmmachen auf dem Mountainbike. Danach Dehnen und wir gingen auf 7.40 Uhr gemeinsam ins Stadion. Dort noch ein paar Steigerungen und Antritte sowie das obligatorische Anmelden beim Gruppenführer. Danach noch einen Banane, das war ausreichend Kraft für die bevorstehenden Aufgaben.
Pünktlich um 8.00 Uhr folgte dann der Hürdenlauf. Rocky sammelte den ganzen Samstag über Power, das signalisierte er mir zumindest vor dem Start. Ich war dann zu stark damit beschäftigt ihn über die ersten drei Hürden zu beobachten (obwohl er ordentlich bei Fuß war), dass ich ihn zu spät auf die Wendestange aufmerksam machte. Ein großer Bogen - Abbremsen und eine Zeit von 13,4 waren kein Einstieg nach Maß. Zumal Rocky kurz vor dem Ziel nach rechts schaute und wahrscheinlich auf einen Gegenstand spekulierte. Meine Tasche positionierte ich deshalb beim Slalomlauf so, dass er nicht irritiert sein konnte.
Der Stadionrasen war absolut top, zwar morgens um 8.30 Uhr noch im Schatten und mit Tau versehen, aber kein Grund, langsam machen (zu müssen). Beim Laufen war ich aber einfach nicht frei genug und deshalb sind 15,3er-Zeiten zu wenig. Auch einige andere konnten keine Top-Zeiten im Slalom (und Hürdenlauf) verbuchen, die besten schaffen es aber trotzdem. Die legen den Hebel um und geben Gummi.
Martin Heß hatte mir versprochen, dass wir im Hindernislauf mit gleichmäßigen Abständen rechnen können. Das Versprechen hat er eingehalten. Die Motivationslage von Rocky, der gute Rasen, alles Bedingungen die Zeiten unter 10 Sekunden zur Pflicht machten. Pirmasens war mein erster Wettkampf mit Rocky, in dem ich vom ersten bis zum letzten Schritt Vollgas gab. Um 9.05 Uhr ging es los. Bis zum Laufdiel war er schön vorne, dann lief ich auf ihn auf bzw. mit ihm ins Ziel. Mit 9,80 und 9,79 Sekunden haben wir neue Bestleistungen erreicht. Als Kür sehe ich das trotzdem nicht, es fehlt noch an Grundschnelligkeit, vielleicht ist das auch ein Mosaikstein zu insgesamt besseren Laufzeiten.
Insgesamt muss ich sagen, dass mir der genau durchgetaktete Wettkampf sehr entgegenkommt. Wir waren nach einer starken Stunde mit den Laufdisziplinen fertig. Das waren ausreichend Pausen, um sich zu erholen, aber nicht so lange, als dass man wieder kalt werden würde. Leider gibt es bei Vereinswettkämpfen diese Bedingungen in aller Regel nicht.
Daneben habe ich mich gefreut, dass ich absolut keine Angst haben musste, dass die Muskeln dicht machen. Gesundheitlich bin ich jetzt endlich auf dem Niveau, angstfrei laufen zu können. Ein großer Fortschritt, den ich mich hart erarbeiten musste und den ich auch nicht als selbstverständlich hinnehmen darf.
Trotzdem liegt noch viel Arbeit vor uns. Wir haben jetzt ein neues Basisniveau. Deshalb sind 226 Laufpunkte gut, aber nicht das Maß, mit dem ich mich zufrieden geben will. Genauso sehe ich es im Gehorsam. Es schießen mir 1000 Gedanken durch den Kopf, mit welchen Mitteln ich die Herausforderungen angehen soll, ich habe am Wochenende dazu auch viele Gespräche geführt. Dazu muss sich das ganze aber erst einmal setzen, dann kann bzw. werde ich hierzu auch mehr schreiben.


03.07.2013 – die Form zu früh erreicht?
Ja, was gibt es aus den beiden Trainingstagen vom Wochenende zu berichten? Kurz zusammengefasst, es war das beste Training, das ich mit Rocky je hatte. Deshalb werden wir auch vor den swhv nichts mehr tun – es kann nur schlechter werden :-)) Die große Kunst wird sein, dieses Niveau nächsten Wochenende zu wiederholen. So macht das Training Spaß, wenn beide Teampartner an ihre Grenzen gehen (können).
Am Samstag simulierten wir einen prüfungsmäßigen Gehorsam. Wir konnten auf dem angrenzenden Fußballplatz laufen, als Ablenkung diente eine Junghundegruppe des HSVM. Aus dieser Gruppe nahmen wir eine uns fremde Begleitperson als Richter. Die Anforderung war Anmeldungen, Fußlaufsequenz etwas Abseits der PO-Anforderung sowie Sitz und Platz. Mit dem Fußlaufen war ich nicht ganz zufrieden, da Rocky seine Spannung nicht ganz in Aufmerksamkeit umleitete. Das war sonntags deutlich besser, ich muss ihn also zum Aufwärmen etwas ausgiebiger Fußlaufen lassen und etwas entspannter in den Ring treten. Mit den Wendungen (Kehrt, Rechts) war ich sehr zufrieden. Ebenso mit dem Sitz, die Platzübung mit Abrufen sehe ich unter dem Aspekt Sicherung des momentanen Niveaus.
Es ging dann mit Slalom weiter. Wir machten zwei komplette Durchgänge mit relativ kurzer Pause. Auch hier ging es darum, den Wettkampf zu simulieren, nur dieses Mal aus konditioneller Sicht. Rocky lief hervorragend mit. Von außen ist das schwer zu sehen, ich nahm bei meinen Laufwegen aber absolut keine Rücksicht und Rocky lief trotzdem alles sicher mit. Das gibt Vertrauen – das Tempo selbst kann ich aber nicht einschätzen. Danach waren meine Beine ganz schön schwer. Ein wichtiger Hinweis darauf, dass sich die Kondition in den folgenden Wochen verbessern muss.
Im Hindernislauf machten wir einen kompletten Durchgang. Zum ersten Mal lief ich mit richtig viel Tempo komplett durch. Rocky lief immer einen Schritt vor mir, sodass er auch den Laufdiel sehr sicher überlief und ich konnte bis zum Ziel durchlaufen. Hörzeichen gab ich ebenfalls keine. Vom Gefühl her war es der schnellste Lauf, den wir je machten, auf jeden Fall unter 10 Sekunden. Einen zweiten Lauf machten wir nicht mehr, da ich am Sonntag ja nochmals trainieren wollte.
Der Sonntag begann zu Hause mit 15 Minuten Radfahren zum Aufwärmen. Anschließend ging es ins Training und wir liefen wie oben bereits angedeutet, ein paar kurze Sequenzen im Gehorsam. Danach wurde es ernst. Im Hürdenlauf sollte der erste Lauf gleich über die komplette Distanz sein, in maximalem Tempo und ohne Probelauf. Ich spürte, dass Rocky sehr aufmerksam war und musste gar nicht viel Kommunikation vor dem Start betreiben. Der Lauf selbst war mit Abstand der beste Lauf, den wir je zusammen machten. Ich konnte richtig Tempo entwickeln, die Wendestange lief ich super an und Rocky war jederzeit synchron. Danach machten wir nur noch einen Durchgang von der zweiten Hürde bis zum Ziel.
Zum Abschluss ging es an den Hindernislauf. Heute wollte ich zwei Durchgänge mit maximalem Tempo machen. Ich pushte Rocky und irgendetwas hat er dabei falsch verstanden, denn vor dem Laufdiel bog er auf einmal links ab und suchte einen Ball. Noch beim Ausscheren rief ich ihn her und nahm ihn streng in den Gehorsam. Unverzüglich ging es zurück zum Start. Das gleiche nochmals. Rocky war jetzt etwas eingebremst, war mir eigentlich nicht gefiel, denn wir liefen den kompletten Parcours auf gleicher Höhe durch, dieses Mal gab ich allerdings Mal Hörzeichen. Im zweiten Durchgang war er wieder einen Schritt vor mir, ich konnte wieder voll durchziehen, ein sehr schöner Lauf.
Außer dass die Achillessehnen leicht schmerzten, fühlte ich mich noch gut. Deshalb wechselte ich die Schuhe und machte zum Abschluss noch 3 x 60 Sprints. Im letzten Lauf waren die Beine richtig schwer (was dann auch so sein darf), allerdings musste ich keine Angst haben, dass die Muskeln zu machen. Auch das beruhigt ungemein. Zu Wochenbeginn merkte ich allerdings schon ziemlich schwere Beine…
Um einen Ausblick auf die swhv zu geben, will ich mir an dieser Stelle keinen Sand in die Augen streuen. Die Leistungen vom vergangenen Wochenende sind kein Basisniveau, sondern Spitzenniveau. Wir können dieses Niveau (noch) nicht jeder Zeit abrufen. Wir hatten optimale Bedingungen (Boden, Temperatur) und ich war Top fit. Erst wenn wir solche Läufe im Training 10 oder 15 Mal wiederholen konnten, will ich erwarten, dass wir das auch so im Wettkampf umsetzen können. Bei den swhv gibt es zu viele Imponderabilien, als dass ich jetzt die Trauben zu hoch hängen werde. Das wichtigste ist, dass ich unsere Leistung einzuschätzen weiß und da hat sich durch das Wochenende nichts Wesentliches verändert.


24.06.2013 – endlich mal Training ohne Einschränkungen
Das Training dieses Wochenende ist auch schon wieder Vergangenheit. Die gute Nachricht: ich starte ohne Wehwehchen in die neue Woche. Ohne Einschränkungen und ohne Schmerzen konnte ich das Training abspulen. Ich müsste mal zurückblättern, glaube aber, dass ich das mit Rocky so gut wie noch nie hatte. Trotzdem kann man auf diesem Niveau große Fortschritte innerhalb eines Wochenendes nicht mehr erwarten. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen... Das Ziel ist es jetzt, Routine (= Sichrheit) zu bekommen sowie Feinheiten zu verbessern und zu automatisieren.
Am Freitag hatte ich mir die Hürden vorgenommen. Ich hatte es vor allem auf das Anlaufen der Wendestange abgesehen, da Rocky in Sandhausen einen relativen großen Bogen machte. Insgesamt machte ich drei Mal die ersten vier Hürden und einen Lauf komplett. Die Läufe waren viel harmonischer als in Sandhausen. Das lag zum einen an mir, da ich mich spritziger fühlte. Rocky lief ebenfalls sehr gut mit. Bei den Läufen bis zur vierten Hürde bekam Rocky an der Wendestange ein kleines Leckerli, damit er dichter bei mir bleibt.
Am Sonntag ging es dann an den Slalom. Zwei Läufe über 5 Tore sowie ein kompletter Durchgang standen auf dem Programm. Ich versuchte bei der Beschleunigung aus den Toren, kleinere Schritte zu machen. Diesen Hinweis hatte mir Katrin Kulik gegeben. Ob ich es umsetzen konnte weiß ich nicht, denn auf den Videoaufzeichnungen erkenne ich keinen Unterschied zu Sandhausen. Rocky lief entspannt mit.
Zum Abschluss machten wir zwei Durchgänge an den Hindernissen. Da unser Laufdiel gerade in Wartung ist, konnte ich nur sieben Hindernisse (ca. 60 m) machen . Wenn ich fit bin und ernst mache, wird Rocky ganz anders gefordert. Vor allem im ersten Durchgang war ich an der Schrägwand auf gleicher Höhe. Ich mag es lieber, wenn er ein, zwei Meter vor mir läuft, da er dann nicht so unter Druck steht. Da muss ich nächstes Wochenende schauen, inwieweit er dieses Tempo dann auch heile über den Laufdiel bringt.
Im Gehorsam machte ich nur ein paar Winkel und Kehrtwendungen sowie die Kombination „Aus der Bewegung Sitz – Entwicklung zum Platz – Belohnung“, da er in Sandhausen etwas Verhalten in der Entwicklung war.
Wenn alles nach Plan läuft, werde ich unter der Woche noch ein Sprinttraining und am Wochenende dann die finalen Einheiten mit Rocky absolvieren.


21.06.2013 – die swhv-Meisterschaften vor der Tür
Ihr werdet Euch sicherlich gefragt haben, warum die Einträge in das Trainingstagebuch in den letzten Wochen so selten waren. Das hat zwei Gründe:
Erstens ein Zeitliches. Mai / Juni ist die Zeit der Anmeldungen, Wettkämpfe und Qualifikationen. In der Gesamtkoordination von 40 THS’ler jede Menge Arbeit. Gleichzeitig gibt es im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums meines Vereins jede Menge zu tun.
Zweitens ein Inhaltliches. Mein ursprünglicher Gedanken war es, mein Training nachvollziehbar zu machen. Auf Grund der vielen gesundheitlichen Probleme, steckten die vergangenen Berichte voller Einschränkungen, Wehwehchen und Verletzungen. Nachzuvollziehen, wie man am besten den Mangel (an Training) verwaltet, ist für mich nicht berichtenswert.
Wie geht es weiter? Ich habe jetzt einige Maßnahmen eingeleitet, um gesundheitlich auf die Füße zu kommen. Im Urlaub hatte ich zum Beispiel endlich Zeit, mich um mich zu kümmern. D.h., in den 14 Tagen machte ich 10-Stabi-Einheiten in Verbindung mit intensiven Dehnübungen. Zufällig entdeckte ich, dass, wenn ich zum Aufwärmen Fahrrad fahre, ich weitestgehend schmerzfrei trainieren kann. So habe ich seit ewigen Zeiten wieder 3 richtige Sprinteinheiten absolviert (6 x 60 m, 5 x 70 m , 4 x 30 m + 2 x 70 m).
Da der Gardasee ein Eldorado für Mountainbiker ist, machte ich auch drei größere Radtouren. Die Uphills sind heftig, die Downhills ebenso. Die letzte Tour machte ich am Do. vor dem Wettkampf in Sandhausen, freitags machte ich noch eine kleine Krafteinheit. In Verbindung mit der Heimreise waren meine Beine in Sandhausen doch richtig schwer. Vielleicht ein Grund, warum dort die Spritzigkeit fehlte.
In Sandhausen konnte ich zumindest schmerzfrei laufen, ganz im Gegensatz zum Wettkampf in Edingen. Auch wenn ich jetzt rund 5 Tage benötigt habe, um mich von diesem Wettkampf zu erholen, sehe Sandhausen als Wendepunkt. Nach eineinhalb Jahren Theorie kommen wir endlich in der Praxis an.
Ich habe im Wettkampfbericht von Sandhausen ja schon geschrieben, dass ich mit den Zeiten vor allem im Slalomlauf unzufrieden war. Aber auch die Hürden fühlten sich unrund an, der Hindernislauf ebenfalls zäh. Was ich erreichen will, ist das „Ja“-Gefühl nach einem Wettkampf, dass ich an dem Punkt ankomme, wo ich das Gefühl habe, es lief richtig rund und ich war richtig fit. Was das in Zeiten umgerechnet ist, weiß ich nicht, interessiert mich zunächst auch nicht. Ich mache die Wettkämpfe nicht, um Zeiten zu erreichen, sondern wegen dem „Ja“-Gefühl. Erreiche ich das, stellt sich Zufriedenheit ein und das mein eigentlicher Gradmesser. Dass das automatisch mehr als 226 Laufpunkte sein müssen, versteht sich dabei von selbst.
Vor den swhv stehen jetzt noch vier Einheiten mit Rocky auf dem Programm. Zwei Mal Hürden- und zwei Mal Slalomlauf, ergänzt durch Hindernislauftraining. Der Trainingsumfang richtig sich nach meiner körperlichen Verfassung. In Sandhausen habe ich 226 Laufpunkte gemacht, bei den swhv soll dann nochmals ein Punkt dazukommen.
Im Gehorsam werde ich die Freude am Arbeiten in den Vordergrund stellen und die Übungen absichern. Für 54 Punkte ist Rocky jeder Zeit gut. Der Spatz in der Hand reicht mir für die swhv, denn gesamt bin dann bei 280 und mehr Punkte.
Erst mit dem Training auf die dhv-DM werde ich wieder Details in Angriff nehmen. Apropos dhv-DM: sollte die swhv wie geplant laufen, müsste ich genügend Punkte zusammen haben für die Qualis zur VDH. Das beruhigt.
Da das dritte Quali-Ergebnis die dhv-Meisterschaften sind, haben alle die gleichen Bedingungen, Wunderergebnisse werden weniger zum Tragen kommen. Für Teams mit konstanten Leistungvermögen – und dazu zähle ich uns - ein klarer Vorteil.
Wie es im Training am Wochenende gelaufen ist, erfahrt ihr im nächsten Bericht.


16.06.2013 – das Glas halb voll
57/283 Punkte, die Bestleistung mit Rocky um 4 Punkte gesteigert, bester Vierkämpfer, das sind die Ergebnisse vom CoE-Wettkampf in Sandhausen. In Euphorie breche ich jetzt nicht aus, selbverständlich ist die Leistung trotzdem nicht. Das hatte ich bisher nicht geschafft, das haben meine Mitstreiter gestern – und da waren einige Top-Teams am Start – auch nicht geschafft. Doch der Reihe nach.
Am Samstag um 21.30 Uhr kam ich nach 8-stündiger Reise aus dem Urlaub zurück. Am Sonntag ging es um 6.00 Uhr wieder aus den Federn. Hinter mir lagen zwei Wochen ohne Training mit Hund, aber die Gewissheit, dass ich mich wieder ordentlich belasten kann.
Die ersten Sommertage bedeuten für Boxer immer eine Anpassungszeit, die Spannung im Fußlaufen war deshalb nicht auf dem Niveau von Edingen. Die zweite Kehrtwendung kostete mich einen Punkt. Bei den technischen Übungen gab ich dieses Mal keine Angsthasen-Hörzeichen. Deshalb war das Sitz abzugsfrei, Platz wollte der Richter (Uwe Heuß) etwas schneller sehen. Vom Steh war er dagegen richtig begeistert, dass das Abrufen noch was kostete, war keine Überraschung.
Nach den gezeigten Leistungen in den ersten drei Wettkämpfen dieses Jahr kann ich mir jetzt ziemlich sicher sein, dass Rocky keine Fehler macht und denke, dass mit einer optimierten Feinabstimmung auf der swhv noch etwas zu holen ist.
Die Hürden waren ohne Probedurchgang. Rocky hatte viel Dampf, allerdings hechelte er auf Grund der Wärme schon mehr, als gedacht. So konnte ich ihn schwer einschätzen. Es war kein harmonischer Lauf, meine Beine fühlten sich zudem sehr zäh an, an der Wendestange musste ich auf Rocky warten, weil der Bogen etwas zu groß war, wir liefen mit einer 12,8 Sek. aber trotzdem Bestzeit (seither 13,3 Sek.).
Nachdem Julia im Slalom tolle Zeiten vorlegte, dachte ich, ich könnte nachziehen. Mit 15,5 Sek. und 15,3 Sek. gelang mir das nicht. An was es lag, weiß ich nicht, ich hatte aber andere Zeiten erwartet. Vielleicht lag es noch am Reisestress, vielleicht muss hier aber auch noch viel, viel trainieren.
Im Hindernislauf waren die Hindernisse leider nicht in gleichmäßigen Abständen aufgestellt, die letzten vier standen ziemlich eng. Um in Richtung 227 Laufpunkte zu gehen, wären Zeiten unter 10 Sekunden notwendig gewesen. Rocky (und ich) wären am absoluten Limit gewesen, wahrscheinlich hätte wir das heute auch nicht leisten können. Das Risiko war mir zu groß, dass er in ein Hindernis brettert und selbst wollte ich auch keine Verletzung mehr riskieren, sodass wir nach 10,2 und 10,3 Sekunden im Ziel waren.
Erwischt hat es im HL leider Renzo Capello. Sein Hund verletzte sich am Reifen, sie waren bis dahin deutlich das beste Team, mussten dann aber leider den Wettkampf abrechen.
Mit Einschränkung des Hindernislauf ein großes Lob an den Ausrichter. Sandhausen bietet Top-Bedingungen, zieht den Wettkampf bis zur Siegerehrung zügig durch, so macht es Spaß, an Wettkämpfen teilzunehmen.
In Summe würde ich sagen, ein gelungener Wettkampf und die Sicherheit, ein Pfund für die Quali zur VDH-DM zu haben. Für den Wettkampf, von dem ich ins Schwärmen komme, werden wir noch einiges tun müssen.
Die nächsten Tage werde ich mich wieder melden, wie es bis zu den swhv weitergeht. Vielleicht sind wir ja dann schon ein Stückchen weiter…


26.05.13 - Back on track
So richtig stimmt die Überschrift nicht. Wir haben zwar am Sonntag verletzungsfrei und ohne Mühe die Qualifikation zur swhv geschafft, wir waren auch das tagesbeste männliche Team. Gesundheitlich war ich aber einiges davon entfernt, maximales Tempo zu laufen können.
Weiterhin erleichterte mir das Wetter die Entscheidung, eher vorsichtig zu laufen. Dauerregen bei 8 Grad, der das Gelände innerhalb kürzester Zeit in Matschbahnen verwandelte, machten es unmöglich, schnelle Zeiten zu laufen. Es stand sogar zu Diskussion, den Wettkampf abzubrechen. Selbst mit maximalem Risiko hatte man eine Einbuße von 6 Laufpunkten Katrin Kulik hätte sonst tolle 282 Punkte gemacht). Für die Statistik sei auch mein Ergebnis erwähnt: 54 / 271.
Großes Lob an den HSV Edingen und an die Richter, die trotz bzw. gerade wegen der widrigen Bedingungen den Wettkampf zügig durchzogen.
In den letzten 14 Tagen war das Training ein stetiges Auf und Ab. Durch die Verdrehung meines Beckens habe ich permanent ein muskuläres Ungleichgewicht. Kurze Strecken kann ich maximal belasten, ab 30 Meter wird es kritisch. Das hängt aber immer von der Tagesform ab und kann ganz unvermittelt eintreten. Am 17.05.13 machte ich ein richtiges Sprinttraining, 6 x 60 m ohne große Einschränkgungen. Am 20.05.13 wollte ich nur 3 x 80 m machen, wobei beim letzten Lauf der Oberschenkelstrecker dicht machte und ich humpelnd nach Hause lief. Abends machte ich mit Rocky noch eine Gehorsameinheit, die ebenfalls alles andere als zufrieden stellend war. So war ich nahe dran, die Saison abzubrechen. Mittwochs konnte ich den Oberschenkel wieder zu 80 % belasten, der Gehorsam war auf einem Top-Level, so dass ich Edingen doch wieder ins Auge fasste.
Und trotzt der schlechten Bedingungen und dem durchschnittlichen Ergebnis hat der Wettkampf Spaß gemacht. Warum? Gerichtet wurde ich von Klaus Hummel, einem der genauesten Richter des swhv. Trotz seines strengeren Bewertungsstils finde ich toll, dass er auch mit halben Punkten arbeitet. So kann man auch bei ihm immer noch hohe Ergebnisse erzielen.
Um die swhv-Quali (48 Punkte) nicht zu gefährden, bin ich kein Risiko eingegangen. Rocky war extrem motiviert. Ich wusste, dass das Fußlaufen, sofern ich konzentriert arbeite, kein Problem werden würde. Außer der zweiten Kehrtwendung (ein Fehler im Anlaufen von mir) war Klaus mit der Vorstellung zufrieden.
In der extremen Motivation können in den technischen Übungen Patzer passieren (siehe Wettkampf am 26.8.12 in Kindenheim). Deshalb gab ich das Hörzeichen Sitz und Steh nicht so scharf. Ohne Angsthasen-Hörzeichen wären die Ausführung deutlich exakter gewesen. Da Klaus trotz des kurzen Übungsplatzes verlangte, Sitz und Platz in einer Gerade zu machen, blieben für das Abrufen nur noch rund 15 Schritte und ich Stand direkt in der Hecke. Dass Rocky unter diesen Bedingungen langsam herkommt, ist nicht verwunderlich.
Als Gradmesser nehme ich das Abrufen aus dem Steh. Das ist zwar noch nicht abzugsfrei, aber nach unserem Tief ein riesiger Fortschritt. Beim Hörzeichen Fuß kam dann ein weiterer Hundeführerfehler. Das Fuß-Zeichen gebe ich seit Neuestem erst, wenn ich nach vorne vom Hund weg blicke. Genau auf dieses Zeichen wartete Rocky, denn beim ersten Hörzeichen schaute ich ihn an – er hatte es richtig gemacht )):-
Rechne ich meine Fehler und die besonderen Umstände zusammen, bin ich mir sicher, dass zu den swhv ein Ergebnis von 56 oder mehr Punkten stehen kann. Das ist eine sehr gute Ausgangsbasis.
Bei dem kühlen Wetter blühte Rocky nicht nur im Gehorsam auf, auch in den Laufdisziplinen war er unheimlich im Trieb. Gepaart mit den schlechten Laufbedingungen bzw. meinem eingeschränktem Laufvermögen ist es nicht selbstverständlich, dass der Hund fehlerfrei und sicher läuft. Ich hatte keinerlei Probleme, ihn unter Kontrolle zu halten. Interessant anzumerken ist noch, dass sich die Verspannung nach dem Wettkampf auf einem so niedrigen Level war, wie schon lange nicht mehr. Das soll noch einer verstehen…

13.05.2013 – Den Bogen überspannt
Die lauftrainingsfreie Zeit wollte ich mit Gehorsamstraining überbrücken, im Speziellen mit dem Abrufen. Dabei habe ich bei einer Trainingseinheit das Gleichgewicht verloren. Die Verzögerung auf den letzten Schritten beim Herankommen verstärkte sich negativ mit dem schrägen Vorsitz. Ergebnis ist ein nicht unerhebliches Meideverhalten.
Das ist so ziemlich das Ungünstigste, was einem passieren kann, denn es bedeutet ein Vertrauensverlust des Hundes. Alle Varianten, die ich seither erfolgreich eingesetzt hatte, konnten die negativen Verknüpfungen nicht mehr kompensieren.
Um an dieser Stelle auch nichts zu beschönigen, das waren methodische Fehler von mir. Die Trainingseinheit kann ich aber nicht mehr ungeschehen machen. Die Tragweite war mir sofort klar. Wenn ich nicht unverzüglich Mittel und Wege finde, das Meideverhalten nachhaltig zu beheben, ist die Sportsaison gelaufen. Nach der Verletzung bei den Kreismeisterschaften eine weitere, schmerzhafte Niederlage. Man kann aber auch aus Niederlagen gestärkt hervorgehen.
Den folgenden Tag beschäftigte ich mich ausschließlich damit, Lösungsmöglichkeiten zu überlegen. Nach weiteren drei Übungseinheiten in der letzten Woche kann ich zumindest feststellen, dass die Motivation wieder stimmt. Die spannende Frage wird sein, wie das Abrufen aus dem formalen Ablauf heraus funktionieren wird. Das war schon ohne Meideverhalten unsere Schwäche. Wobei ich feststellen muss, dass ich bis zu den Kreismeisterschaften das Abrufen nie aus der formalen Übung (Grundstellung – Laufschritt – Platz/Steh – Abrufen) heraus gemacht habe (Die Begründung hierfür siehe 16.04.2013). Die Schlüsselfrage wird sein, ob ich das so in das Training integriert bekomme, dass zum einen das Formale trainiert wird und zum anderen die Motivation in der Ausführung gleich hoch bleibt.
Noch sind es knapp zwei Wochen bis zu unserem nächsten Wettkampf. Edingen war nach der Verletzung bei den Kreismeisterschaften eigentlich nur als Quali für die swhv geplant (48 Pkt. Gehorsam und verletzungsfreies Joggen in den Laufdisziplinen), jetzt wird dieser Wettkampf richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf.

6.5.13 – In der Ruhe liegt die Kraft
Den linken Beuger hatte es wohl ganz schön erwischt. Lockere Steigerungsläufe gingen zwar, ich würde das aber maximal auf 30 % Tempo einschätzen. Den CoE-Wettkampf am 27.4.13 in Mühlacker musste ich schweren Herzens absagen und auch den CSC. Das Risiko war mir zu groß, im Falle einer neuen Verletzung müsste ich die komplette Saison abschreiben. Momentan arbeite ich darauf hin, beim CoE-Wettkampf in Edingen am 26.05.13 zumindest die Quali für die swhv-Meisterschaften zu schaffen.
Der Verletzung gewinne ich aber auch Positives ab. Es schärft die Sinne für das Wesentliche. Permanent unter Zeitdruck wegen anderer Verpflichtungen zu stehen, sind keine leistungsfördernden Rahmenbedingungen. Das betrifft sowohl die Vorbereitung auf das Training als auch das Training an sich. Dazu brauche ich mehr Ruhe - im Moment meine größte Herausforderung…

23.04.13 - Es geht aufwärts
Nachdem ich kurzfristig einen Termin beim Osteopathen meines Vertrauens bekommen habe, deutete alles auf einen Muskelfaseriss hin. Da sich aber kein Bluterguss gebildet hatte, hat es den Muskel wohl „nur“ übel gezerrt.
Nachdem die Frage geklärt war, wie schnell ich wieder trainieren möchte, folgte eine extrem schmerzhafte Prozedur mit dem Ergebnis, dass ich ab Mittwoch wieder trainieren kann / soll. Ein ehemaliger Leichtathletik-Kollege aus den 1980er-Jahren, der auch in seiner Praxis arbeitet, verpasste mir noch ein Kinesio Tape. Ich kann zwar noch nicht daran glauben, werde Morgen aber wohl wieder locker anfangen. Vielleicht kann ich ja am Samstag zumindest mit meiner CSC-Mannschaft die Quali für die swhv laufen.
Ursache, dass der Muskel zugemacht hat, war Überlastung. Und die hängt u.a. auch mit der langen Wartezeit zwischen Hürden- und Slalomlauf sowie der unvollständigen Erholung zum Hindernislauf zusammen. Und das ärgert mich ungemein.

21.04.2013 - Wenn die Pferde vor der Apotheke anfangen zu kotzen
Das ist das Resümee unseres ersten Wettkampfes. Auf dem Weg zu 283 Punkte (4 Punkte über Bestleistung) zerrte ich mich am Ende des ersten Durchgangs im Hindernislauf. Ich musste den Wettkampf abbrechen, um die Verletzung nicht zu verschlimmern.
Kurz zusammengefasst ist das die größte Enttäuschung, die ich in meinem Sportlerleben zu verarbeiten habe. Es gab schon einige Enttäuschungen, aber noch nie eine unmittelbar vor der Ziellinie und noch nie eine, die so unvermittelt kam.
Wie geht es weiter? Ehrlich gesagt keine Ahnung. Die entscheidende Frage, die ich mir stelle, ist, ob mein Körper den extremen Wettkampfbelastungen noch Stand hält. Die nächste Frage ist, wann kann ich mich wieder belasten? Gegebenenfalls werde ich erst zur swhv-Meisterschaft wieder voll laufen können. Und die letzte Frage ist, wo laufe ich die Qualifikation zur swhv-Meisterschaft. Das war der einzige Fehler am Wochenende. Hätte ich den zweiten Hindernislaufdurchgang durchgehumpelt, dann wäre ich zumindest diese Sorge los.
Doch der Reihe nach, wie lief der Wettkampf? Das Wetter war ideal, etwas kühl, aber nicht kalt sowie trocken. Der Hupla wurde für den Gehorsam aufgeteilt, wir liefen etwas am Rand und etwas beengt (bei der Platzübung musste ich z.B. runterhängenden Zweigen ausweichen), aber so ist das halt. Bewertet wurde ich von Bernhard Steinbrenner, er vergab 58 Punkte. Ingesamt war ich über Rocky’s Leistung hochzufrieden. Selbstkritisch muss ich sagen, dass ich mich während des Fußlaufens sehr unwohl gefühlt habe. Ich fand nicht den richtigen Rhythmus und so hatte ich vor allem am Anfang das Gefühl, dass Rocky mehr neben mir her lief, als mit mir mit. Umso erstaunlicher finde ich das Ergebnis. Wenn ich mich besser in den Wettkampf reinfinde, dann sind auch die ganz exakten Ausführungen an der einen oder anderen Stelle, die noch nicht optimal waren, möglich und halten auch strengeren Bewertungen stand.
Bei den technischen Übungen krankte es einzig und alleine am Abrufen und Vorsitz. Dies machte mir zuerst Sorgen, da sich das Niveau gegenüber letztem Jahr nicht verbesserte. In der langen Pause bis zur Siegerehrung zeigte mir Ursula aber ein, zwei neue Kniffe und siehe da, zumindest der gerade Vorsitz funktioniert. Das macht mich sehr zuversichtlich, ein Qualitätssprung gegenüber letztem Jahr ist deutlich zu erkennen.
Da der Hürdenlauf zuerst bergauf und dann bergab ging, lief ich mit Rocky drei Mal die Wendestange an, damit er zur vierten Hürde nicht nach vorne geht. Im Wettkampf selbst war er dann so verhalten, dass ich ihn auffordern musste, schneller zu laufen. Bergab musste ich dann noch das Schwungbein wechseln. Die 13,32 Sek. gehen unter den Umständen in Ordnung, zumal es Bestzeit mit Rocky war. Trotzdem hätte es gerne gegen 13,0 Sek. gehen dürfen, da ich 2009 mit Juri in Bauerbach unter 13 Sek. lief.
Um 225 Laufpunkte zu bekommen, musste ich im Slalomlauf in Richtung 15,5 laufen – bergauf auf schwierigem Boden kein leichtes Unterfangen. Noch schwieriger war, dass wir zwischen Hürden- und Slalomlauf gut 75 Minuten warten mussten. Zudem waren wir nur 8 VK-3ler und mussten beiden Läufe dann innerhalb von 5 Minuten absolvieren. Im ersten Durchgang machte ich mit einer 15,5 Sek. eine Punktlandung, im zweiten rutsche ich etwas aus, so dass der etwas langsamer war.
Kurz darauf begann der Hindernislauf. Am besten zwei Mal eine 10,2 laufen, dann wären die 225 Punkte sicher - komplett bergauf auch keine leichte Aufgabe. Es lief gut bis zum Laufdiel, dort verzögerte Rocky das Tempo, ich lief aber durch und merkte, wie er von hinten wieder auflief. Und dann der Schmerz im rechten Beuger. Trotzdem lag der Lauf noch bei 10,5 Sekunden. Ich versuchte den Schmerz zuerst rauszudehen, zu massieren und zu lockern. Doch dann ging es gleich wieder an den Start, es blieb gar keine Zeit übrig, lange zu überlegen. Doch schon nach fünf Schritten brach ich den Lauf ab. Auch den CSC musste ich absagen, sorry an Julia und Daniel, die umsonst zum Wettkampf angereist sind.
In den Stunden der Warterei bis zur Siegerehrung verhärtete sich die betroffene Stelle zunehmend. Heute Morgen waren die Schmerzen fast unverändert. Ansonsten ging es mir aber gut. Im Gegensatz zu den Wettkämpfen letztes Jahr sind die Achillessehnen Ok, das Wadenbeinköpfchen Ok, kein Muskelkater, kaum schwere Beine – aber richtig trösten kann mich das im Moment auch nicht.

16.04.2013 - Mut zur Lücke?
Schaue ich in die Trainingstagebücher, dann sind da nicht viele Trainingsläufe im Wettkampftempo nachzulesen. Einige machen das an einem Trainingstag. Im Gehorsam habe ich die technischen Übungen ebenfalls noch nicht komplett durch trainiert. Ist das jetzt Mut zur Lücke oder Überheblichkeit?
Ich stehe nach wie vor hinter der Aussage, dass es keinen Sinn macht, etwas zu trainieren, was der Hund auch ohne Training nicht macht. Wir haben jede Menge Aufgaben zu erledigen und wir sind noch nicht auf dem Niveau, komplette Übungen am Stück zu trainieren. Es kann aber auch der Mut zur Lücke belohnt werden, wenn am Wettkampf ein Puzzle-Stück ins andere passt. Und wenn nicht, dann wissen wir, was noch zu tun ist.
In den Laufdisziplinen habe ich ja auf Grund der gesundheitlichen Einschränkungen nur sehr dosiert trainiert. Über die Wettkämpfe wird im Laufe der Saison die Form kommen, da bin ich sicher. Wo ich im Moment stehe – keine Ahnung. Ich fühle mich fit, das kann alles und gar nichts heißen. Die Spannungen im linken Oberschenkelbeuger sind zwar stets präsent, das irritiert mich aber nur wenig.
Was ist dann am Wochenende beim unserem Saisoneinstieg in Bauerbach zu erwarten? Im Gehorsam lasse ich mich überraschen und in den Laufdisziplinen ist das Bauerbacher Gelände auf Grund der Schräglage und der Unebenheiten nicht gerade ideal für Spitzenleistungen. Der Hindernislauf geht z.B. bergauf. Zudem weiß ich nicht, wie sich das wärmere Wetter bei Rocky auswirken wird, Boxer haben da eine längere Adaptionszeit als manch anderer Hund – wobei nach aktueller Wetter-Vorhersage, es am Sonntag schon wieder kühler sein soll.
Trotzdem ich unseren Leistungsstand nicht einschätzen kann, fühle ich mich unheimlich gelassen. Wir haben gut trainiert, wir haben ein viel höheres Basisniveau als zum Ende der letzten Saison und wenn das nicht auf Anhieb in Punkte umgesetzt werden kann, dann brauchen wir vor allem Geduld und einen kühlen Kopf.

Was wurde die letzte Woche trainiert?
Mittwochs machte ich ein paar Läufe von der zweiten bis zur fünften Hürden. Es war das erste Mal, dass ich mit Speed gelaufen bin und ich merkte, dass die Abläufe um die Wendestange noch ziemlich holprig waren. Samstags machte ich zwei komplette Slalomläufe sowie einen Hindernislauf. Dazu trainierte ich im Gehorsam die Schwerpunkte der vergangenen Trainingstage.
Am Dienstag war dann noch ein Probetraining in Bauerbach. Mit dem Training war ich nicht wirklich zufrieden. Das lag weniger an Rocky, als an den äußeren Bedingungen. Das war ein 08/15-Training ohne Motivation und Biss.
Bis Sonntag muss ich deshalb noch meine Wettkampfeinstellung finden, sonst gibt das eine Veranstaltung im gehobenen Jogging-Tempo. Auch wenn die Bedingungen nicht optimal sind, kann man trotzdem eine gute Leistung bringen. Warten wir mal ab und lassen uns überraschen…


07.04.13 – wie war die Slalomtechnik nochmals?
Am vergangenen Wochenende wurde das Tempo weiter gesteigert. Nach dem Lauftraining vom Donnerstag hatte ich das Gefühl, dass ich mich stärker belasten kann, als zuvor gedacht.
Samstags machte ich im Hindernislauf das gleiche Programm wie in der Vorwoche. Daneben waren wieder Hürdenläufe angesagt. Und hier merkte ich den Unterschied zwischen 85 % und 95 % Tempo. Es waren wieder vier Hürden in Folge aufgebaut. Durch die höhere Anspannung am Start war es für Rocky schwieriger, sich einzuordnen. Wobei schwieriger in diesem Zusammenhang bedeutet, dass ich ihn beim Laufen mit dem Hörzeichen „Rocky“ korrigieren musste. Das entspricht zwar nicht meiner Idealvorstellung, dass dem Hund gar nichts gesagt werden muss. Wie aber schon im letzten Lauftrainingartikel formuliert, werde ich mich damit abfinden müssen, nur sehr wenige intensive Läufe pro Trainingseinheit zu absolvieren. So lange Rocky auf das Hörzeichen unverzüglich reagiert, ist das immer noch entspannt zu sehen.
Im Anschluss daran machte ich noch Gehorsamsübungen, das inhaltlich ähnlich dem Sonntagstraining war, das ich nachfolgend beschreibe bzw. auf Video zu sehen sind:
Zuerst machte ich Winkelarbeit. Mit den Rechtwinkeln war ich zufrieden. Wie im Video zu sehen ist, hakt es links noch etwas im Ablauf. Die Kehrtwendungen passten sonntags ebenfalls nicht ganz. Rocky war ziemlich aufgedreht. An machen Punkten hilft das, an anderen wird er schlampig. Das ist sicherlich noch ein übergeordneter Handlungsbedarf, dass ich ihn in jeder Stimmungslage zu der gleich exakten Ausführung bringe. Die 270-Grad-Wendung mache ich, dass er mehr gefordert wird, bei der 180-Grad-Wendung drehte er zwar gut mit, war aber zu weit vom Fuß weg.
Für Platz und Steh machte ich noch Vorübungen. Das Platz aus dem Laufschritt vernachlässigte ich den Winter über komplett, da es für einen Boxer etwas Angenehmeres gibt als auf einen feuchten, kalten Boden zu legen. Ich experimentierte dann etwas und schließlich machte ich dieselbe Hilfestellung, wie letztes Jahr beim Anlernen des Platzes aus dem normalen Schritt. Und zwar ist es einfach eine Bewegung zum Boden und er bekommt ein Futter. Aus dem normalen Schritt konnte ich auch das Futter fallen lassen und die Hilfe minieren. Beim Laufschritt funktionierte das aber nicht, da er seinen Hintern erst verzögert ablegte und das Futter nicht so exakt geworfen werden kann, sodass er auch noch etwas robbte.
Wie schon früher geschrieben, ist die Herausforderung im Steh, dass er wirklich gleich verharrt. Weiterhin wurde mir bewusst, dass ich noch nie im Laufschritt für eine längere Strecke von ihm Weg lief.
Zuerst lief ich aus dem Laufschritt und blieb bei Rocky stehen, um die korrekte Ausführung – wenn auch mit starker Hilfe – zu üben. Allerdings korrigierte er dann nochmals, weil ich anschließend im Laufschritt weiterlief. Dann machte ich ihn etwas frei, er sprach über die Tonne und es folgte das Steh. Die kleine Korrektur danach nahm ich ihm nicht übel, weil das Tempo ziemlich hoch war.
Zum Abschluss machte ich das Platz und Steh aus dem formalen Laufschritt mit „wettkampfgerechtem“ Tempo. Dies war in seiner Ausführung so, wie ich mir das vorstellte. Vorallem korrigierte er beim Steh den versetzten Schritt nicht und hielt seine Position.
Anschließend zog ich zum ersten Mal seit dem 26. August 2012 wieder die Fußballschuhe an. Das war unser letzter Wettkampf. Die Beine fühlten sich gut an, sodass ich noch etwas intensiver laufen wollte. Insgesamt muss ich feststellen, dass jetzt jeder Prozentpunkt an höherem Tempo auch eine Anpassungszeit von Rocky erfordert. Ich darf nicht erwarten, dass er sofort ein Tempo tadellos mitgeht, das auch ihn an Grenzen bringt. Doch der Reihe nach.
Ich baute das magische Dreieck auf, um die Tortechnik für den Slalom zu trainieren. Zuerst je ein lockerer Lauf in beide Richtungen. Dabei merkte ich, dass mein linker Oberschenkelbeuger durch das schärfere Abbremsen in der Rechtsdrehung stärker belastet wurde, deshalb lief ich im Folgenden nur nach Links.
Den ersten Lauf brach ich ab, weil Rocky das zweite Tor auslies. Zuerst dachte ich es war das erhöhte Tempo, dann wurde ich darauf hingewiesen, dass in diesem Moment ein Hund des direkt angrenzenden Agility-Seminars auf uns bellend zulief. Vielleicht war es auch beides.
Auf jeden Fall war in den nächsten zwei Durchgängen keine Unsicherheit mehr spüren, ich hatte aber das Gefühl, dass Rocky in den Toren Probleme hatte, den Kontakt zu halten. Nach Sichtung der Videos muss ich meine Einschätzung korrigieren. Rocky suchte jeder Zeit Kontakt und er lief sicher durch die Tore.
Bei mir selbst schaute ich hauptsächlich auf die Lauftechnik. Teilweise schaffte ich es, aggressiv durch die Tore zu laufen, teilweise war ein zögerlicher Schritt dabei. Genau diese Schwachstelle gilt es in den nächsten Trainingseinheiten zu verbessern. Das Tempo war allerdings bei fast 100 % und das ohne Schmerzen, deshalb entschied ich mich spontan, noch einen Durchgang im Hindernislauf anzuhängen.
Hier machte ich wieder einen Vorsprunglauf, verkürzte den Vorsprung aber auch rund 3 Meter. Rocky hatte etwas Mühe, in dem gesteigerten Tempo gut über die Schrägwand zu kommen. Auf den Laufdiel war er aber wieder leicht vor mir und er überlief ihn aus vollem Tempo. Da das Tempo insgesamt bei rund 90 % bis 95 % lag, wurde er anschließend nicht mehr gefordert. Das sieht man schön an seinen sehr entspannten Sprüngen (im Gegensatz zu dem Zeitlupenlauf aus dem Training vom 30.03.2013).

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