Wettkämpfe im Vierkampf 2
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Trainingstagebuch - 2. Juni bis 26. August 2012

Samstag, 02.06.12
Ab heute sind es noch exakt vier Wochen bis zur swhv-THSM, abzüglich 2 Wochen Urlaub bleiben gerade noch 6 bis max. 7 Trainingseinheiten, um uns auf dieses Event vorzubereiten. Den Hürdenlauf VK 2 haben wir noch nie gemacht, die Stehübung ist ebenfalls neu. Zusätzlich will ich den Slalomlauf so verbessern, dass wir eine Zeit in Richtung 15,30 erzielen. Getreu dem Motto „ein Grashalm wächst auch nicht schneller, wenn man ihn zieht“, wäre ich schon hoch zufrieden, wenn im Gehorsam die technischen Übungen nicht verpatzt werden und wir in den Laufdisziplinen 224 Laufpunkte erzielen. Alle Handlungsfelder lassen sich in der Kürze der Zeit nicht optimieren.
Zuerst zum Gehorsam: Am Mittwoch habe ich mit Rocky bereits das Steh versucht. Meine seitherige Methodik funktioniert bei Rocky nicht, da er so viel Spannung hat, dass er sich gleich setzen oder legen will. Wichtig ist mir am Anfang vertrauen aufzubauen, dass er die Hand als angenehm empfindet, um bei Bedarf eingreifen zu können. Ich versuche mehrere Varianten mit Futter und Beute, aber nichts haute so richtig hin. Deshalb beschließe ich, am Anfang kein perfekte Steh zu erwarten und vernachlässige es, wenn er ein, zwei Schritte nachläuft. Sicherlich nicht optimal, auf Grund der wenigen Trainingseinheiten würde mir nur die Alternative bleiben, die swhv abzumelden, das will ich aber auch nicht.
Heute trainierte ich eine Kombination aus Futter und Beute, wobei ich keinen Wert auf die Exaktheit in der Entwicklung achte. Da Rocky den Rechtskreis im Gehorsam nicht kennt, sieht es die Entwicklung noch bescheidener aus. Mit dem Hörzeichen Steh mache ich eine ruhige Armbewegung zur Absicherung und bestätige ihn sofort verbal. Beim Zurückgehen wird er mit Futter belohnt. Anschließend folgt gleich das Steh mit Beute. Die Belohnung ist, dass er aus dem Steh abgerufen wird und in die Beute packen darf. Ich spekuliere an dieser Stelle, dass sich das dann auch positiv auf das Herankommen auswirkt und bin gespannt, ob meine Rechnung aufgeht. Daraufhin mache ich ein freies Spiel und aus dem Spiel heraus Sitz und Platz, damit die anderen technischen Übungen ebenfalls mit eingebunden werden. (Video: 02.06.12 - Gehorsam)

Unser erster Durchgang beim gemeinsamen Überlaufen der Hürden ist im submaximalen Tempo mit Linkskreisen nach jeder zweiten Hürde. Im zweiten Durchgang versuche ich dann gleich maximales Tempo zu laufen. Ich merke, dass Rocky etwas verhalten ist und muss ihn aufmuntern. Daraufhin springt er an der dritten Hürden rund 80 Zentimeter hoch und berührt meinen linken Arm, was mich völlig aus dem Rhythmus bringt. Als nächste Laufe ich die Wendestange ohne Hund und dann mit Hund an. Ich merke insgesamt sein verhaltenes Laufen, aber auch, dass nach zweieinhalb Jahren Pause, mir noch Praxis fehlt. Den letzten Durchgang will ich vier Hürden schnell laufen. Ich komme gut in den Rhythmus und an die Wendestange, merke dann aber, dass Rocky einen großen Bogen machtund beende deshalb den Lauf mit einem Gehorsamselement. Ich beschließe hier das Hürdentraining in der Hoffnung, dass Rocky die Lektionen so verarbeitet, dass das nächste Training auf einem höheren Niveau stattfinden kann. (Video: 02.06.12 - Hürden)


Sonntag, 03.06.12
Aber manchmal bekommt man einen Grashalm doch schneller zum Wachsen. Im Gehorsam habe ich genau das gleiche trainiert wie gestern und spürte, dass Rocky auch ohne Handhilfe auf das Hörzeichen reagiert. Aus der formalen Grundstellung heraus hat es dann auch fast perfekt funktioniert. Für drei Mal Training finde ich diese Leistung mehr als respektabel.
Interessant war in dem Zusammenhang, dass Rocky eher aus der Entfernung heraus reagiert und die direkte Berührung in Verbindung mit den Hörzeichen zu Fehlern führte. Eine neue Erfahrung, es gilt sich aber auf jeden Hund und auf die jeweiligen Situationen individuell einzustellen.
Bei den Slalomdurchgängen achtete ich darauf, dass er aus den Rechtstoren nicht mehr so weit abtrifftet durch Reichtskreise, die mit Futter bestätigt wurden. Im Hindernislauf folgten nochmals zwei Durchgänge, wobei der erste nach der Treppe gestartet wurde. So bekommt er mehr Speed auf den Laufdiel und lernt, diesen auch sicherer zu überlaufen. Zum Abschluss machte ich noch zwei Mal drei Durchgänge Schrägwand – Hochweit für den CSC Sektion 3, wobei hauptsächlich auf den Sprungtechnik bei der Schrägwand und der anschließenden Beschleunigung geachtet wurde.


Mittwoch, 06.06.12
Bei dieser Einheit war ich darauf gespannt, wie schnell die Lernkurve von Rocky ansteigt. Am vergangen Wochenende haben wir zum ersten Mal prüfungsmäßgig den Hürdenlauf VK 2 gemacht. Er war etwas verhalten, seine Sprünge waren teilweise zu hoch (er berührte mich am Arm) und bei der Wendestange machte er eine großen Bogen. Zur Einordnung: Wir reden hier von Optimierungen im Zehntelsekundenbereich und nicht von Sekunden.
Es hat sich aber auf jeden Fall ausgezahlt, dass wir über den Winter immer gemeinsam über die Hürden gelaufen sind, wenn auch das Tempo deutlich langsamer und die Hürdenhöhe nur bei 20 Zentimeter war. Das ist jetzt aber auch schon fast 3 Monate her und bei einer Gesamtdauer der Trainingsarbeit seit Januar auch sicherlich nicht die die ganz breite Trainingsbasis.
Insgesamt machten wir vier Läufe (3 vom Start weg, einer von der zweiten Hürde ab) mit max. 4 Hürden Gesamtlänge. An der Wendestange zeigte ich ihm etwas Futter, damit er eng bei mir bleibt. Gleichzeitig gab ein Hörzeichen mit der Einleitung des Abbremsmanövers, damit er seine Aufmerksamkeit auf mich richtet. Im letzten Durchgang ohne Futter bewährte sich diese Unterstützung, die Wendestange lief er nahezu perfekt. Auch sonst sehe ich nur Nuancen, die Rocky noch besser machen könnte.
Der Hindernislauf erfolgte analog dem Training vom Samstag, mit seiner Motivation und Geschwindigkeit war ich sehr zufrieden.
Zum Abschluss trainierten wir noch das Steh und auch das Sitz in Verbindung mit Steh. Die Abläufe ähnelten der am Wochenende. Alles fehlerfrei, keine Verwechslungen. Das einzige Manko ist, dass er das Steh nicht sofort annimmt. Mit Blick auf die bevorstehende swhv-Meisterschaft ist es mir im Moment aber gerade wichtiger, dass er die Übung annimmt ohne es mit der Sitzübung zu verwechseln. (Video: 06.06.12 - Gehorsam)


Samstag, 09.06.12
Heute ist das letzte Training vor dem Urlaub und es steht wieder ein Slalomeinheit an. Im Gehorsam habe ich inhaltlich an die letzten Trainingseinheiten angeschlossen, beim Steh versuchte ich zusätzlich mit dem geistigen Zügel (-> Ekard Lind) zu arbeiten. Der funktionierte als Unterstützung recht gut, aus der formalen Übung heraus ohne Hilfen hat es aber noch keine Fortschritte gegeben. (Video: 09.06.12 - Gehorsam)

Im Slalomlauf kommt Rocky jetzt aus dem Rechtstor deutlich besser heraus, der Bogen wird geringer und somit ist das einleiten in das Linkstor (zur Erinnerung unser Schwachpunkt mit dem Auslassen einer Stange beim Frühjahrsmeeting in Mühlacker) sicherer geworden. Zwei Mal stimmte das Timing für die Belohnung nicht, aber jeweils im Folgelauf waren keine negativen Einflüsse zu spüren.
Zum Abschluss stand dann noch zwei Durchgänge Hindernislauf (davon 1 x ab Tunnel) und Sektion 3-Training auf dem Programm. Zufrieden kann ich feststellen, dass die Geschwindigkeit auf den Laufdiel und sowie bei den letzten drei Hindernissen größer wird. In der Sektion 3 machte ich wieder 2 x drei Läufe, dieses Mal in der Kombination Schrägwand, Hoch-Weit und Hürde. Auch hier entwickelt sich die Technik, Sicherheit und das Tempo. (Video: 09.06.12 - Lauddisziplinen)


Wochenende 23./24.06.12
Hochs und Tiefs begleiteten das Training. Insgesamt waren die kompletten Gehorsamübungen durchwachsen, da es für mich schwierig war, Rocky nach der Pause richtig auszubalancieren, um die optimale Leistung abzurufen. Dazu versuchte ich nochmals über den geistigen Zügel, das sofortige Anhalten bei der Steh-Übung zu forcieren. Das funktionierte dann so gut, dass er auch bei Sitz stehen blieb )):- Das wieder umzudrehen gelang nicht wirklich, so dass ich das Training an dieser Stelle abbrach. Dem Risiko, dass auf Grund des wenigen Trainings bis zur swhv nicht alles perfekt läuft, war ich mich im Vorfeld bewusst, jetzt muss ich mich aber wohl konkret damit auseinandersetzen.
Im Hürdenlauf war ich durchaus zufrieden. Rocky lief sehr gut mit, nur mein Wadenbeinköpfchen und meine Achillessehnen spürte ich, sodass ich kein rundes Laufgefühl hatte. Zuerst machten wir einen Durchgang in Ύ-Tempo, dann vier Hürden schnell und zum Abschluss Start an der zweiten Hürde bis zum Ziel. Das Slalomtraining ist eigentlich fast ähnlich zu beschreiben. Mit Rocky bin ich zufrieden, ich merke vor allem in den Linkstoren, dass ich nicht den richtigen Druck entwickeln kann für schnelle Laufzeiten.
Im Hindernislauf standen einmal 6 und einmal 8 Hindernisse auf dem Programm. Rocky entwickelte sehr gutes Tempo, allerdings sprang er beim ersten Mal schräg vom Laufdiel ab. Ich brach dann gleich den Lauf ab, appellierte an seine Konzentration und dann lief es.
Zum Abschluss kommt noch das Sektion 3-Training. Zum ersten (und letzten) Mal seit dem Wettkampf Ende April haben wir die PO-Aufstellung trainiert. Zuerst erfolgte ein lockerer Durchgang, um sich an die Hindernisfolge zu gewöhnen. Den ersten schnellen Durchgang wollte ich mit einem Ball belohnen. Rocky lief schnell und ich war nicht ganz auf seiner Höhe (um mich etwas zu schonen). Er spekulierte nach dem Laufdiel bereits auf den Ball und lief an der letzten Hürde vorbei. Der Korrekturlauf – bei dem ich auf gleicher Höhe war – verlief dann schnell und ohne Beanstandung. Zum Abschluss lief ich noch einmal in einer kompletten Mannschaft, auch hier war ich sehr zufrieden. Mehr Läufe machte ich nicht an diesem Wochenende, da ich die eingangs beschriebenen körperlichen Probleme nicht noch stärken haben wollte.


Mittwoch, 27.06.12
Nur noch 3 Tage bis zur swhv-Meisterschaft. Geht das trainierte auf? Was ist noch zu tun, was kann man nicht mehr verbessern und was kann man vielleicht noch kaputt machen? Die persönliche Ziele bleiben bestehen (Vierkampf 54/224; CSC: kleine 29er-Zeit), das Training heute soll nur nochmals etwas Sicherheit geben und Erlerntes punktuell streifen.
Im Gehorsam stand natürlich das Thema Sitz – Steh auf dem Programm. Ich verzichtete auf das Platz, damit Rocky nicht zu häufig die Abfolge Grundstellung – Entwicklung – technische Übung machen muss. Mit der Ausführung war ich sehr zufrieden: Sitz gut angenommen, keine falsche Ausführung und Steh war nahezu perfekt.
Weiter ging es mit dem Slalomlauf. Zuerst machte ich 5 Tore ohne Hund, um nochmals auf die Lauftechnik zu achten, dann 5 Tore mit Hund. Kurz vor Tor 3 irritierte mich etwas uns stolperte. Gleich darauf der zweite Anlauf. Rocky lief sehr gut mit, vor allem aus Tor 3 und Tor 5 heraus war der Bogen deutlich kleiner und er war relativ eng bei mir. Zum Abschluss machte ich nochmals einen Durchgang mit Rechtskreise nach Tor 3 und Tor 5 in Verbindung mit Bestätigung.
Über die Hürden wollte ich nur einen Durchgang bis zur vierten Hürde machen. Nach der dritten Hürde touchierte mich Rocky leicht, das hatte mich zu aus dem Tritt gebracht, dass ich den Lauf beendete – mir fehlte in dem Moment auch die Kraft dagegenzuhalten. Im Hindernislauf schloss ich mit dem bewährten Programm der letzten Trainingseinheiten ab.


30.06.12 / 01.07.12: swhv-Meisterschaften in Ladenburg
Ein Wochenende der Extreme: das Wetter, die Leistungen, die Ergebnisse. Bis zum Samstag hin staute sich die Hitze immer mehr, bis wir schließlich 34 Grad hatten – eigentlich kein Wetter für einen Boxer.
Die Gehorsamsringe waren einem Glutofen nahe. Trotzdem war ich zuversichtlich, da wir unseren ersten Wettkampf überhaupt bei Nobert Zizmann gelaufen hatten und jetzt war es der erste VK 2. Ein bisschen Aberglaube muss schon sein :-)
Rocky war in der Vorbereitung auf den Gehorsam sehr gut drauf, ich wollte aber unmittelbar vor der Anmeldung auf Grund der Hitze nur noch Spannung aufbauen. Das war ein Fehler, denn ich merkte schon auf dem Weg zur Anmeldung, dass er zwar arbeitsbereit war, er aber seine Energie nicht richtig kanalisierte. Während dem Fußlaufen konnte ich keine richtige Bindung aufbauen. Mir wurde in Bezug auf die technischen Übungen schon ganz bange, weil sich häufig dann Folgefehler in den technischen Übungen einschleichen. Wie sind die Hörzeichen zu geben? Auf Grund der Hitze eher weich mit der Gefahr, dass er das Hörzeichen nicht wahrnimmt oder härter und er macht anstatt Sitz Platz. Die technischen Übungen liefen zum Glück besser und das Steh zum Abschluss war der Hammer. Gute Entwicklung, schnelle Ausführung und beim Abrufen dachte ich, er rennt mich um – volle Punktzahl. In Summe machte das 54 Punkte. Zwar zeigte sich Rocky am Anfang nicht von seiner allerbesten Seite, er machte aber auch keine Fehler. Deshalb war ich sehr zufrieden, zumal die Hauptwettbewerber nicht mehr oder sogar weniger Punkte hatten. (Video: swhv - Gehorsam)

Nachmittags war dann der CSC dran. Im ersten Durchgang lief alles fein, ohne an die Grenzen zu gehen liefen wir eine 29,2 Sek. Allerdings bekam ich 2 Fehler, weil ich am Start Rocky zu spät los lies. Ich macht mir nichts draus, da das für das Finale keine Gefahr sein sollte – eigentlich. Im zweiten Durchgang warf Ares zuerst eine Stange, anschließend gab es bei Sebastian 6 Fehlerpunkte und am Ende fehlten uns 37 Hundertstelsekunden zum Finale. Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen ))):-
Trotzdem nahm ich für den zweiten Tag des Vierkampfs unheimlich viel Motivation mit nach Hause.
Akribisch bereitete ich mich dann auch auf die Laufdisziplinen am Sonntag vor. Den Ablauf vom Hundeauslaufen über das Aufwärmen bis zum Durchlauf der Disziplinen war komplett durchorganisiert. Ich wollte nichts dem Zufall überlassen und unsere kurze Vorbereitungszeit nicht durch vermeidbare Fehler weiter belasten. Starke Gewitter in der Nacht kühlten die Temperaturen erheblich ab und im Laufe des Sonntags war es mit 17 bis 20 Grad eher ein Stück zu kühl als zu warm. Rocky war unheimlich motiviert und als wir ins Stadion einliefen, wusste ich nicht, ob er sich an das Erlernte im Hürdenlauf noch erinnern konnte. Bei uns beiden schoss das Adrenalin. In der unmittelbaren Vorbereitung machte ich ähnlich wie beim ersten Vierkampf relativ häufig kurze Sequenzen mit Antritten und Gehorsam. Der Lauf selbst war bis zur Wendestange perfekt, Rocky machte dann aber einen größeren Bogen und bis ich ein Hörzeichen gab, pendelte die Wendestange so stark, dass er noch ein Stück weiter von mir weg ging. Das kostete ordentlich Zeit, war aber fehlerfrei und mit 13,36 Sek. ganz passabel.
Im Slalomlauf mussten wir auf das Vereinsgelände des VdH Ladenburg gehen. Der starke Regen in der Nacht machte für mein Empfinden den Boden deutlich besser zu laufen (ich hatte mich auf eine knochenharte Piste eingestellt), obwohl in der Ergebnisliste viele deutlich langsamer waren als sonst. Auch ich überzeugte nicht mit zwei Läufen knapp unter 16,00 Sekunden. Das schiebe ich aber eher auf die Tatsache, dass ich kein volles Risiko einging. Die Visualisierung des Parcours war nicht einfach und ich befürchtete, dass Rocky ein Tor auslässt. Zudem merkte ich Konditionsschwächen bei zwei Läufen mit nur geringer Pause. Gegenüber meinem Hauptwettbewerber Peter Vigano büsste ich hier wertvolle Hundertstelsekunden ein. Gerd Asel hingegen kegelte sich aus dem Rennen, da er im zweiten Durchgang sich an Tor 3 verhedderte, rund 3 Sekunden verlor und oben drauf noch zwei Fehlerpunkte bekam (korrigieren des Hundes mit der Hand).
Vor dem abschließenden Hindernislauf wusste ich, dass ich volles Risiko gehen musste, um Peter noch zu überholen. Er legte mit 10,10 Sek eine starke Zeit vor. Ich motivierte Rocky bis auf das Äußerste, er verlor aber etwas Zeit an der Treppe und erst ab dem Laufdiel konnte ich maximales Tempo laufen. 10,20 Sek. waren immerhin Bestzeit, der Rückstand auf Peter vergrößerte sich aber. Im zweiten Durchgang lief Peter 10,20 Sek. und ich versuchte nochmals alles herauszuholen und das Unmögliche möglich zu machen. Rocky erwischte die Treppe gut, aber nicht optimal, anschließend ging die Post ab. Nach 9,95 Sekunden waren wir im Ziel, aber es fehlten am Ende 9 Hundertstelsekunden zum Titel. Das ärgerte mich im ersten Moment natürlich, gönnte Peter aber uneingeschränkt den Titel. Mit etwas Distanz muss ich sagen, dass Platz 2 mit 279 Punkten im ersten Vierkampf 2 gleich bei einer großen Meisterschaft, ein Pfund sind, auf das sich in Zukunft aufbauen lässt. Wir steigerten unsere Bestleistung um satte 3 Punkte. (Video: swhv - Laufdisziplinen)


02.07.12 - Der Blick nach vorn
Die alte Sepp-Herberger-Weisheit auf den Hundesport übertragen heisst, dass nach dem Wettkampf vor dem Wettkampf ist. Was lerne ich aus den swhv-Meisterschaften?
Den Haupthandlungsbedarf im Gehorsam sehe ich darin, dass Rocky auch auf fremden Plätzen konzentriert arbeitet. Wie ich das löse, weiß ich noch nicht, da der Aufwand das zu Trainieren immens ist (beim zweiten Mal kennt er ja Übungsplatz.)
Im Hürdenlauf ist eigentlich nur das enge Umlaufen der Wendestange bei Rocky zu verbessern. Hier werde ich gezielt arbeiten und ihn mit Futter unterstützen. Daneben muss ich mir ein deutlich besseres Niveau beim schnellen Überlaufen der Hürden erarbeiten.
Im Slalomlauf hat unser Training sehr gut gewirkt. Die leichte Unsicherheiten hatten Ihre Ursache in der schwierigen Visualisierung des Parcours und weniger in den großen Bögen nach dem Rechtstor. Ich muss nur noch selbstsicherer werden, denn sobald ich auf Rocky schaue, verliere ich etwas meine Ideallinie. Vor allem konditionell muss ich aber arbeiten.
Im Hindernislauf gefällt mir das sichere Anlaufen des Laufdiels sehr gut sowie das konsequente Tempo, das er bis zum Ziel durchzieht. Die Frage ist, inwieweit dieses Niveau schon konstant ist bzw. mehr Konstanz in die schnellen Hindernisläufe gebracht werden kann.


07.07.12 bis 15.07.2012
Nach einer Meisterschaft machen wir immer etwas Pause und schöpfen Kraft für die neuen Aufgaben, deshalb war erst samstags das nächste Training. Rocky war heute unheimlich aufgedreht, er hatte noch unheimlich viel Adrenalin aus dem Wochenende im Blut.Der Hürdenlauf hat mir trotzdem recht gut gefallen, Schwerpunkt lag auf dem engen Umlaufen der Wendestange, die durch Futter entsprechend belohnt wurde. Etwas Gehorsam und zwei Hindernislaufdurchgänge rundeten das Training ab, wobei er den zweiten Durchgang zum ersten Mal richtig durchzog und ich sein Tempo nicht mehr halten konnte.
Am Mittwoch zeigte sich Rocky ähnlich, im Gehorsam äußerte sich das so, dass ihm die Konzentration fehlte und er wieder Sitz und Steh verwechselte. Ich brach das Gehorsamstraining ab.
Über die Hürden machte ich zum ersten Mal koordinative Übungen für mich (mehrere Durchgänge mit 6 Hürden in kurzem Abstand, dann 6 Hürden in mittlerem Abstand) anschließend machten wir 4 Durchgänge mit Rocky (4 Hürden ΰ 10 Meter gerade aus). Rocky war sehr stabil in seiner Ausführung, ich fühle mich so langsam auch besser und mache mehr Druck beim Anlaufen der Hürden, wobei es mir immer noch nicht leicht fällt, den Schritt gleichmäßig zu ziehen. Zum Abschluss wollte ich noch zwei Mal von der zweiten bis zur vierten Hürden laufen. Da ich aber ein Ziehen in der Leiste spürte, beendete ich mal wieder vorsichtshalber das Training, nach der Wendestange mit einer Belohnung. (Video: 11.07.12 - Hürden)
Sonntags regnete es ziemlich stark, gut für den Boden, weniger gut für die Stimmung. Für den Gehorsam nahm ich mir mehr Zeit, was sich positiv auf Rockys Konzentrationsfähigkeit auswirkte. Zum einen ist mir wichtig, dass er eine komplette Gerade (50 Schritte) aufmerksam läuft, zum anderen kommt er gerade relativ schlecht in den Laufschritt. Beides trainierte ich gezielt. Abschließend dann noch das Abrufen, zwei Mal mit Beute zur Belohnung (Rocky darf wie auf der langen Flucht im VPG durchrennen), einmal mit Vorsitz und Futter (hier lief er sehr gut durch).
Anschließend stand Slalomlauf auf dem Programm. Zuerst zwei Durchgänge Rechtstore schnell mit Belohnung durch Futter nach dem Rechtstor, Linkstore locker. Dann folgten zwei Durchgänge mit maximalem Tempo über die komplette Laufstrecke. Im zweiten Lauf merkte ich, wie die Kraft zu neige ging. Abschließend folgten die traditionellen 2 Durchgänge im Hindernislauf.


21.07.12 bis 25.07.12
Samstags stand das Slalomtraining im Mittelpunkt, es geht nach wie vor um die Optimierung der Laufwege. In den Linkstoren tue ich mir nach wie vor sehr schwer. Es ist zu wenig Druck in der Tordurchquerung, immer wieder mache ich ein, zwei passive Schritte. Die Rechtstore versuche ich etwas aggressiver anzulaufen, das heißt, dass ich wieder ein wenig mehr den direkten Weg suche und habe das Gefühl, dass das die bessere Variante für uns ist.
Im Gehorsam machen wir im Verbund das Sitz – Platz - Steh. Das Platz mache ich aus der Grundstellung des Sitz, damit nicht jedes Mal nach 12 Schritte das Hörzeichen für eine technische Übung kommt. So bleibt die Motivation erhalten, zumal das Platz sowieso sehr gut ist und keine Verwechslungsgefahr mit dem Steh besteht. Insgesamt sind die Ausführungen sehr gut. Zum Abschluss folgt ein ausgiebiges Beutespiel. Bei triebstarken Hunden wie bei Rocky ist der Anbiss auf Bauchebene grundsätzlich möglich (er hätte sicherlich auch das Potenzial im Schutzdienst eine sehr gute Figur zu machen), das Zerrspiel auf dem Boden baue ich aber immer wieder mit ein. Rein vom Jagdinstinkt her zerlegt der Wolf seine Beute auch nicht auf halber Höhe, sondern am Boden und man spürt – vor allem bei triebschwächeren Hunden – wie sie viel intensiver in ein Zerr- und Konterspiel überleiten. (Video: 21.07.12 - Training)


Sonntags spürte ich das Training unheimlich in den Knochen, trotz langer Aufwärmphase komme ich kaum in Schwung.
Auf dem Programm steht Hürdenlauf, zuerst vier Hürden gerade aus. Ich mache drei Durchgänge, alle mit Rocky. Er läuft gut mit, mir fehlt aber die Dynamik.Anschließend wollte ich noch ein paar Hindernisse machen, da mir aber die Kraft fehlt, kann ich nur bis zur Tonne schnell laufen – nicht gerade ideal, um die Geschwindigkeit von Rocky auf den letzten Hindernissen zu entwickeln. (Video: 21.07.12 - Training)

Im Gehorsam gibt mir Uwe den Tipp, den Rechtswinkel mit dem linken Fuß einzuleiten und den Linkswinkel mit dem rechten Fuß. Ziel ist es, dass es dem Hund leichter fällt, im Winkel zu folgen. Beim Rechtswinkel fühle ich mich ganz wohl damit, den Linkswinkel werde ich aber kurzfristig nicht umstellen, da Rocky eher irritiert ist und ins Stocken gerät.Mittwochs spüre ich das Training vom Wochenende immer noch. Ich habe große Probleme mit der Leiste, der Rücken zwickt und die Achillessehnen schmerzen, so dass ich aus Vorsicht für den bevorstehenden Wettkampf nur in reduziertem Maße etwas Hürden und Gehorsam trainiere.


Sonntag, 29.07.12 - CoE Mannheim
Heute steht ein weiteres Qualifikationsturnier der Competitions of Excellence bei SSPV Mannheim auf dem Programm. Ziel ist klar: um die zweite Quali für die VDH-DM zu erreichen brauche ich mindestens 54 Punkte im Gehorsam und 225 Laufpunkte. Ich gehe davon aus, dass man im Durchschnitt über 279 Punkte einreichen muss.Samstags war es zwar wieder sehr heiß, aber in der Nacht und am Morgen regnete es und es kühlte relativ angenehm ab – ideale Bedingungen für einen Wettkampf.
Im Gegensatz zur swhv-THSM schaffte ich es dieses Mal im Gehorsam, Rocky von der ersten Sekunde an Aufmerksam zu halten. Bis zum zweiten Rechtswinkel, als wir auf die Abgrenzung zum nächsten Ring zuliefen, war alles sehr gut, doch ab da ließ er sich leicht ablenken und war nicht mehr ganz sauber bei Fuß. Darunter litten auch wieder die Entwicklungen bei Sitz und Platz. Die Stehübung war in Ordnung, wobei er nach einiger Zeit seinen Stand nochmals korrigierte. Zum Schwachpunkt wurde jetzt aber das Abrufen. Bei Platz ging es noch, bei Steh kam Rocky aber gar nicht in Schwung und trabte lustlos auf mich zu. Mir war sofort klar, dass für diese Sequenz ein Umdenken im Training stattfinden, denn die Belohnung durch Beute führte dazu, dass er jetzt auf die Beute wartet und deshalb schon vorher langsam macht. Am Ende waren es 54 Punkte, Mindestziel erreicht, ich hätte aber gerne einmal mehr gehabt. (Video: Mannheim - Gehorsam)
Im Hürdenlauf herrschte ein starker Wind, sodass man nach der Wendestange wie gegen eine Wand lief. Die Zeiten waren insgesamt nicht so schnell und ich hatte noch nie so Probleme, auf den letzten drei Hürden den Rhythmus zu halten wie hier. Rocky lief ohne Problem mit, auch die Wendestange hatte mir sehr gut gefallen. Die Zeit von 13,45 stellte mich trotzdem alles andere als zufrieden.
Im Slalom mussten wir jetzt einen raushauen, weil ich erfuhr, dass im Hindernislauf die Schrägwand gestellt werden würde, was uns mindestens einen Punkt Laufzeit kostet. Und der Slalom lief dann auch richtig gut. Rocky lief ohne Einschränkung mit, nur an Tor 6 erwischte ich ihn durch meine pendelnde Hand an seiner Schnauze, weshalb er kurz zusammenzuckte. 15,01 Sek. waren es im ersten Durchgang, im zweiten Durchgang dann sogar noch etwas schneller mit 14,94 Sek. Endlich die 15-Sek-Schallmauer geknackt!
Mit diesem Ergebnis war ich recht zuversichtlich, die 225 Laufpunkte zu erreichen, weil wir nur eine 11,0 im Hindernislauf brauchten – auch mit Schrägwand machbar. Leider machte ich da die Rechnung ohne den Wirt. Im ersten Durchgang ging Rocky die Schrägwand relativ schnell an, das Tempo danach war aber nicht allzu hoch und im zweiten Durchgang war er sehr vorsichtig an der Schrägwand, aber machte danach viel Tempo. Doch beide Läufe waren über 11 Sekunden, sodass uns am Ende zwei Zehntelsekunden zu den 225 Laufpunkten fehlten. Wir gewannen zwar den Wettkampf mit 278 Punkten, vor Peter Vigano und Gerd Asel, zufrieden war ich trotzdem nicht. Zumal die Schmerzen in den Achillessehnen so stark waren, dass ich nach jedem Durchgang nur noch humpelnd zum Start gehen konnte. (Video: Mannheim - Laufdisziplinen)


Samstag, 18.08.12

Eine längere Trainingspause liegt hinter uns. Unmittelbar nach dem Hindernislauf in Mannheim lief Rocky nur noch auf drei Beinen. Vermutlich hat sich bei der Jagd nach einem Ball etwas verstaucht. Gleichzeit waren meine Achillessehnenschmerzen und die Schmerzen im Wadenbeinköpfchen so stark, dass mir mein Osteopath eine Trainingspause empfahl. Die sollte zwar noch eine Woche andauern, da ich aber mit dem Wettkampf nächste Woche die letzte Chance für die Quali zur VDH-DM wahrnehmen wollte, sind wir trotzdem ins Training eingestiegen.
Auf dem Programm stand etwas Gehorsam, 3 Slalomläufe über 5 Tore sowie 2 Hindernisläufe mit 6 bzw. 8 Hindernissen. Das Programm war bewusst so moderat, da es neben unseren körperlichen Einschränkungen auch 35 Grad heiß war. Das Gehorsamstraining war ganz gut, wobei bei der Hitze keine Spitzenleistungen zu erwarten sind.
Beim Aufwärmen zum Slalomtraining merkte ich, dass die Schmerzen unverändert stark waren. Deshalb reduzierte ich das Training auf zwei Durchgänge. Rocky lief sehr gut mit, ich war mit der Technik auch ganz zufrieden, nur humpelte ich nach jedem Lauf wieder zum Start zurück. Deshalb beschränkte ich mich im Hindernislauf auf nur einen Durchgang, bei dem ich auch die Jogging-Schuhe anzog, um die Belastung noch weiter zu senken.


Mittwoch, 22.8.12
Die Schmerzen in den Achillessehnen waren in den darauf folgenden Tagen so groß, dass ich mir schon überlegte, die Saison abzubrechen. Etwas Schmerzstillendes wollte ich nicht nehmen, da mir das Risiko einer ernsthaften Verletzung zu groß war. Der Wettkampf am Wochenende in Kindenheim schien in weiter Ferne. Deshalb nahm ich eine Salbe, die beruhigende Wirkung hatte und siehe da, die Schmerzen wurden weniger.
Trotzdem beschränkte ich mich im Hürdenlauf auf einmal Anlaufen der Wendestange von der zweiten Hürde an sowie einen kompletten Durchgang. Im Hindernislauf machte ich auch nur einen Durchgang. Auf Grund der großen Hitze machte ein ausgiebiges Gehorsamstraining keinen Sinn. Die Wettervorhersage auf das Wochenende versprach Abkühlung und ich vertraute darauf, dass die Grundlage, auf die wir aufbauen konnten, auch ohne Training groß genug ist für die 54 Punkte.


Sonntag, 26.08.12 - finale Quali zur VDH-DM?
Heute war der Tag der Wahrheit: klappt es noch mit der Qualifikation zur VDH-DM? Ist es möglich, im ersten Trainings- und Wettkampfjahr in nur drei Versuchen sich zur VDH-DM zu qualifizieren? Und bin ich gesundheitlich so fit, den Wettkampf ohne Blessuren durchzustehen?Die Wettervorhersage stimmte schon einmal. Es war recht kühl, um die 20 Grad, dazu wehte aber ein sehr unangenehmer, heftiger Wind (der wohl in Kindenheim nicht unüblich ist). Mein Gehorsamsring war großzügig und nach einer kurzen Aufwärmphase vor dem eigentlichen Wettkampf merkte ich, dass Rocky heute extrem im Trieb stand. Für das Fußlaufen musste das kein Nachteil sein, bei den technischen Übungen hatte ich aber meine Bedenken. Bei Steh machte er mir insgesamt drei Mal Sitz, erst als ich das Hörzeichen sehr dezent gab, nahm er es sauber an.Als ich von der Einteilung der Richter erfuhr, war meine Euphorie ein weiteres Mal gedämpft. Meiner AK wurde Klaus Hummel zugeordnet. Er achtet auf jede Kleinigkeit und mir war bewusst, dass es kaum einen Spielraum geben wird, die 54 Punkte zu erreichen. Die Schwäche beim Abrufen aus dem letzten Wettkampf konnte ich auf Grund des fehlenden Trainings bzw. der Hitze nicht verbessern, ebenso wie die anderen Handlungsbedarfe. Aber Herausforderungen sind da, um angenommen zu werden und ich entschloss mich, Rocky mit Spannung in den Ring zu führen und unmittelbar vor dem Gehorsam nichts mehr mit ihm zu machen. Das gelang dann recht gut. Klaus meinte zwar, er sei am Anfang etwas unsicher gelaufen, das konnte ich aber nur bei einem kleinen Abweichen durch einen plötzlich quietschenden Hund sehen. Insgesamt war ich aber hochzufrieden, denn auch die Winkel und die Schenkel waren sehr gut. Er kritisierte dann noch die Kehrtwendungen, dass ich zu lange auf der Stelle trete. Im Gegensatz zu den letzten beiden Wettkämpfen war die Entwicklung zum Sitz ebenfalls sehr motiviert und ich entschied mich spontan, das Hörzeichen weicher zu geben. Das nützte aber alles nichts. Nachdem ich mich nach 30 Schritten umdrehte, lag Rocky. Jetzt wusste ich, dass der Traum von der VDH-DM schon ausgeträumt war. Auf den Videoaufzeichnungen ist zu erkennen, dass er sofort und unmittelbar ins Platz ging, ich hatte eigentlich gar keine Chance, über das Hörzeichen steuernd einzuwirken. Er hat – wie beim Wettkampf in Frankenthal – sein Temperament nicht mehr im Griff und ging deshalb ins Platz.Das Abrufen aus dem Platz sowie bei Steh war wie zu erwarten nicht so toll und dann versäumte Rocky noch den Vorsitz. Mit Vorsitz und der Sitzübung wären es 56 Punkten gewesen, was aufzeigt, dass wir bei jedem Richter unsere Qualis laufen können, so waren es heute nur 49 Punkte. (Video: Kindenheim - Gehorsam)

Trotzdem wollte ich die Laufdisziplinen noch ordentlich absolvieren. Der Hürdenlauf war dann auch gleich eine schwere Prüfung – nicht wegen Rocky, er lief optimal mit. Es ging aber bis zu Wendestange leicht bergauf bei gleichzeitig starkem Gegenwind. 13,56 Sekunden waren hierfür noch ganz gut.
Dann folgte eine lange Pause bis zum Slalomlauf. Die Tore drei und fünf musste man leicht bergab anlaufen, trotzdem versuchte ich sehr aggressiv ins Rennen zu gehen. Bis Tor fünf ging auch alles nach Plan, Rocky lief sehr gut mit und wir hatten ein gutes Tempo, doch dann stürzte ich bei der Beschleunigung zu Tor 6. Auch hier ist aus den Videoaufzeichnungen nicht zu erkennen, warum ich wegrutschte, normalerweise passiert das beim Abbremsen bzw. unmittelbar im Tor selbst. Der Sturz nahm mir dann doch etliches an Adrenalin. Im zweiten Durchgang war ich deutlich vorsichtiger, deshalb auch nur die Zeit von knapp unter 16 Sekunden (15,99). (Video: Kindenheim - Laufdisziplinen)

Wieder folgte eine lange Wartezeit zum Hindernislauf und beim Aufwärmen spürte ich zum ersten Mal die Achillessehnen sehr deutlich. Da die Treppe sehr eng auf der Hürde stand, hatte Rocky im ersten Durchgang doch einige Zeit verloren (10,68), im zweiten klappte es dann mit einer 10,21 deutlich besser. In Summe waren es dann 269 Punkte und Platz 3. Erster und zweiter wurde Peter Vigano mit seiner Holly und seiner Aila, wobei vor allem die 283 Punkte heute selbst bei optimalem Verlauf für uns nicht drin gewesen wären.
Ich freue mich schon auf die Duelle im nächsten Jahr mit Peter, denn für dieses Jahr wird das unser letzter Wettkampf gewesen sein. Die Entscheidung, die Saison zu beenden, erleichtert mich auch. Ich muss mich nicht mehr mit Schmerzen quälen. Um konkurrenzfähig zu sein und unter die Top 6 oder Top 8 bei einer VDH-DM zu kommen, hätte ich mindestens 280 Punkte (55/225) anbieten müssen. Da die Schrägwand uns noch mindestens einen Punkt kostet, hätte ich im Hürdenlauf unter 13 Sekunden und im Slalom unter 15 Sekunden bleiben müssen. Das ist grundsätzlich möglich, aber nicht ohne entsprechendes Training und das wäre – wenn überhaupt – nur mit erheblichen Schmerzen möglich gewesen.
Im Nachhinein stellte ich dann auch fest, dass für einen Start bei der VDH-DM eine Durchschnittspunktzahl von fast 281 Punkten notwendig gewesen wäre, dazu hätte ich im letzten Wettkampf 285 Punkte gebraucht.
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