Die ersten Wettkämpfe
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Trainingstagebuch - 31. März bis 27. Mai 2012

Wochenende 31.03.12 / 01.04.12

Slalomlauf (Video: 31.03.12 – Erster Slalom)

Samstags machten wir das erste Mal Slalomlauf nach PO und mit „richtigen“ Slalomstangen. Der Muskelfaserriss ist wieder soweit in Ordnung, dass ich beschwerdefrei laufen kann, ich will mich aber noch nicht zu 100 % belasten. Eine erneute Verletzung würde die ganze Saison über den Haufen werfen. Deshalb laufe ich nur drei Durchgänge: 1. Durchgang komplett in lockerem Tempo, 2. Durchgang komplett in höherem Tempo, 3. Durchgang 4 Tore schnell. Das Zusammenspiel klappt reibungslos, um keine Verletzung zu riskieren, beschließe ich, das Training gleich mit dem Hindernislauf zu fortzuführen.

Hindernislauf
Da die Treppe noch kaum Bestandteil eines Trainings war, wollt ich Sicherheit beim Überlaufen der Treppe zu bekommen. Es wurde vier Mal die Sequenz Hürden – Treppe – Belohnung gelaufen. Ein Lauf ging dann komplett durch und hier merkte ich ab der Tonne, dass meine Leiste ein zu hohes Tempo noch nicht mitgeht.

Gehorsam
Hier war Rocky heute sehr im Trieb, deshalb waren die Kehrwendungen und die Grundstellungen zu ungenau (Kehrtwendung, Grundstellung). Dahingegen war ich mit Sitz und Platz sehr zufrieden. Das Abrufen machte ich mehrmals, er wurde dann beim dritten und vierten Mal aber immer langsamer. Für den korrekten und engen Vorsitz ließ ich die Hände abwechselnd zum einen parallel zum Körper hängen und zum anderen nahm ich in beide Hände Futter.

Hürdenlauf (Video: 01.04.12 – Hürden)
Sonntags haben wir zum ersten Mal seit dem Muskelfaserriss wieder mit erhöhtem Tempo trainiert. Heute standen 4 Hürden gerade aus auf dem Programm. Um Wettkampfnähe für den VK 1 zu simulieren, lief ich zum ersten Mal neben den Hürden her.
Mit dem gehorsamsorientierten Durchgang war ich sehr zufrieden. Wichtig ist mir die Ruhe in der Grundstellung zum Abschluss des Laufes, erst dann folgt die Belohnung. Bei dem Lauf 3 Hürden schnell spürte ich, wie sich Rocky zur dritten Hürde hin etwas von mir weg bewegte. Auf dem Video ist das kaum sichtbar, für mich war es aber trotzdem Anlass, dann unvermittelt das Tempo stark zu drosseln.


Die Trainingswoche vor dem erstem Wettkampf

Montag

Um Rocky mit den Gegebenheiten am Wettkampfort vertraut zu machen, trainierte ich etwas Gehorsam in Iptingen. Der Platz ist eher quadratisch, so dass es ihm etwas an Länge fehlt, das heißt, man muss die Geraden fast bis an die Platzbegrenzung auslaufen. Ingesamt bin ich mit dem Training zufrieden, er zeigt sich nur etwas unsicher gegen Ende der Geraden, wenn das Ende des Übungsplatzes naht.

Mittwoch
Abschlusstraining in Mühlacker. Rocky spürt, dass jetzt eine andere Zeit angebrochen ist. Das Aufwärmen ist intensiver, das Tempo wird höher und er will seine Kräfte jetzt so richtig ausspielen.
Das spüre ich beim Hürdenlauf. So kurz vor dem Wettkampf heißt es jetzt keine Fehler zu machen und Rocky richtig abzuholen.
Zum Abschluss folgt noch der Hindernislauf. Dieses mal mit richtig Tempo, aber nach ca. 40 m spüre ich, wie der Oberschenkelbeuger rechts zu macht. Ich nehme etwas Tempo raus und beschließe das Training, bevor es zu einer Zerrung kommt. Das Nicht-Lauftraining der letzten Wochen macht sich jetzt bemerkbar. Dies war ein deutliches Signal auf unseren ersten Wettkampf.

Samstag, 06.04.12 - Der erste Vierkampf
Meine Maßgabe für den ersten Wettkampf heißt, 54 Punkte im Gehorsam, in den Laufdisziplinen keine Fehler und verletzungsfrei durchkommen. Ich bin zwar wieder beschwerdefrei, allerdings werde ich konditionell nicht den kompletten Wettkampf mit maximalem Tempo laufen können, eine Zerrung oder schlimmeres wäre die Folge. Das heißt auch, dass ich keine Kraft haben werde, entsprechende Probedurchgänge zu machen. Deshalb war ich am Vortag nochmals in Iptingen (ich musste sowieso unsere Zeitmessanlage vorbeibringen) und lief noch zwei Mal den Hindernislauf.

Vor dem Gehorsam war ich ganz schön nervös. Die große Kunst ist, die richtige Balance zwischen Spannung und Konzentration zu erreichen. Mir gelang das nahezu optimal. Für mein Dafürhalten läuft Rocky hervorragend. Dass das Abrufen nicht perfekt ist, weiß ich.
Der Richter – Norbert Zizmann - sieht das anders. Er meint, dass er pendelt, dass er in der Grundstellung zu weit vorne ist, bei Sitz gebe ich eine Hilfe, usw. Für 54 Punkte reicht es immerhin, Ziel erreicht. Tja, im swhv muss man für seine Qualis ganz schön ranklotzen (Video: Iptingen – Gehorsam)

Zur Vorbereitung im Hürdenlauf arbeite ich sehr gehorsamsorientiert. Das „saukalte Wetter“ und die vielen Hunde im Wettkampfstress sind völlig ungewohnt. Rocky ist voller Spannung, ich kann nicht einschätzen, ob er bei mir bleiben wird. Zudem drängen sich im Startraum viele Teilnehmer und die Laufstrecke ist nicht leicht zu visualisieren. Auf der anderen Seite will ich auch nicht nur auf Sicherheit laufen.
Und dann die große Überraschung. Ich laufe schnell an und merke, dass Rocky vor der ersten Hürde sogar langsam wird. Leicht nehme ich das Tempo raus, passe mich Rocky an und bringe den Lauf sicher in 7,13 Sek. durch. Der zweite Durchgang ist noch etwas schneller (7,08), aber auf einmal merke ich, dass der Oberschenkel zwickt.
Da wir den Slalom nur einmal wettkampfmäßig trainiert haben und der Oberschenkel nicht mehr richtig mitmacht, entschließe ich mich, die Tore nicht in vollem Tempo anzulaufen. Der erste Durchgang ist ganz passabel, mit einer Zeit von 16,43 Sekunden aber nicht sehr schnell. Deshalb gehe ich im zweiten Durchgang mehr Risiko. Rocky bleibt wieder fehlerfrei, der Oberschenkel hält und die Zeit ist mit 15,95 gleich eine halbe Sekunde besser. (Video: Iptingen – Laufdisziplinen)

Im Hindernislauf versuche ich eine Balance zu finden, dass Rocky nicht zu weit von mir weg ist und ich kontrolliert laufe. Das gelingt uns auch in beiden Durchgängen, 10,62 und 10,67 Sek. sind ganz solide.
Gesamtergebnis: 276 Punkte (54/222), erster Platz, alle Ziele erreicht - perfekter Tag. Das macht Lust auf mehr. Noch etwas geblendet von den überragenden Eindrücken setzte ich mir als neues Ziel, noch innerhalb des Aprils den Aufstieg in den VK 2 zu schaffen (d.h. drei Vierkämpfe in vier Wochen!) und bis zu den swhv-Meisterschaften bereit zu sein für 225 Laufpunkte.


Sonntag, 22.04.12 - Kreismeisterschaften unter schwierigen Bedingungen
Der zweite Wettkampf für Rocky steht mit den Kreismeisterschaften der KG 06 in Königsbach an. Unter der Woche konnten wir leider nicht am Probetraining teilnehmen und gleichzeitig beeinträchtigten mich ziemliche Rückenschmerzen, ausgelöst durch zu viel „Steine schleppen“ für eine Gartenmauer. Zudem war das Wetter bitter kalt, gefühlt noch kälter als in Iptingen, garniert mit dem einen oder anderen Regenschauer. Trotzdem war ich recht positiv gestimmt.
Im Gehorsam gelang es mir leider nicht so gut wie in Iptingen Rocky vorzubereiten. Er war zu überdreht und deshalb an einigen Stellen unsauber. Eine Kehrwendung nahm er nicht wahr, eine Grundstellung nahm er nicht richtig an, bei der Sitzübung war er kurz davor ins Platz zu gehen und dann passierte es bei Platz – er saß. Im Endergebnis 50 Punkte, keine Chance mehr auf einen Qualipunkt für den VK 2. Auch nach mehrmaligem Anschauen des Videos konnte ich nichts erkennen, warum das Platz nicht funktionierte. Im Nachhinein machte ich zwei Ursachen aus: erstens war Rocky zu überdreht und zweitens hatte ich kein Sitz/Platz mehr seid dem letzen Wettkampf trainiert. Ich dachte, das war in Iptingen so gut, das kann nur schlechter werden. Der Gedankengang ist richtig bei einem erfahrenen Hund, bei einem Anfänger haben sich die Abläufe aber noch nicht verinnerlicht, und es ist vermessen zu erwarten, dass er die Übungen immer auf dem gleich hohen Niveau ausführt. (Video: KG-THSM – Gehorsam)

Der Hürdenlauf war reibungslos, Rocky funktionierte im ersten Durchgang so gut, dass ich gar kein Hörzeichen geben musste, der zweite Durchgang war dann noch schneller (6,96/6,87).
Für den Slalomlauf versuchte ich einen Probedurchgang. Auf einmal lässt Rocky das Tor 2 aus. Im zweiten Anlauf das gleiche. Die Alarmglocken schrillten. I ch musste den Laufweg verändern (größerer Bogen vors Tor ziehen), mit Hörzeichen unterstützen und das Tempo nicht maximal laufen. Im Wettkampf selbst funktionierte es recht gut, die Zeiten waren auch sehr ansprechend (16,00/15,78), obwohl der Platz durch seine leichte Schräglage nicht einfach zu laufen ist.
Im Hindernislauf packte mich dann nochmals der Ehrgeiz. Ich konnte mich – trotz Konditionsmängel im zweiten Lauf noch steigern. Nach 10,58 legte ich mit 10.33 Sek. bei leicht ansteigendem Gelände eine respektable Leistung hin. (Video: KG-THSM – Laufdisziplinen)

Im Gesamtergebnis konnte ich mich in den Laufdisziplinen um einen Laufpunkt steigern und verfehlte eine höhere Punktzahl nur um ein paar Hundertstelsekunden (1. Platz, 273 Punkte (54 + 223)).
Das Resümee des Wettkampfes war durchwachsen, zumal nicht mehr viel Zeit bis zum nächsten Wettkampf blieb. Im Mittwochstraining ging ich es nochmals an den Slalomlauf ran. Dieses Mal gab es keine Probleme mit Tor 2.


29.04.12 – Rocky am Limit
Bis zu diesem Tag dachte ich immer, dass es für Rocky keine Grenzen geben sollte. Ein fataler Irrtum, der sich durch den ganzen Wettkampf zog. Doch von Anfang an. Am Wochenende war ein Hitzeeinbruch, am Wettkampftag nicht ganz so schlimm wie samstags, aber doch ungewohnt. Richter war wie in der Vorwoche Mario Schweichler und deshalb wollte ich ihm heute einen anderen Hund präsentieren.
In der Vorbereitung zum Gehorsam wollte ich dieses Mal mehr machen, damit die Spannung ausgewogener war. Aber schon in der ersten Grundstellung merkte ich, dass Rocky heute ohne Spannung war. So war es dann die komplette Leinenführigkeit und Freifolge über. Er ging zwar mit, aber von Spannung und Freude war nichts mehr zu sehen. Am Ende der Freifolge überlegte ich dann, wie ich die Hörzeichen für Sitz und Platz geben sollte. Da er doch ziemlich schlaff war, mussten sie weicher gegeben werden als sonst, aber nicht zu weich. Ich fand einen guten Mittelweg und Sitz und Platz funktionierten. Am Ende 54 Punkte. Es war kein schöner Gehorsam, aber ich dachte Schwamm drüber.
In den Laufdisziplinen wollte ich dann angreifen. Endlich wärmer, körperlich fit und hoch motiviert ging ich an den Hürdenlauf. Ich erwischte ziemliche Windböen, sodass ich doch ziemlich überrascht war, dass ich trotz maximalem Tempo mit 7,24 und 6,93 langsamer war, als eine Woche zuvor.
Ok, im Slalomlauf spielt der Wind nicht so eine große Rolle. Das Mittwochtraining war gut, so standen die Zeichen auf Angriff. Allerdings nur bis Tor vier. Ich machte wie immer einen leichten Bogen vor das Tor und leitete in den Richtungswechsel ein. Unmittelbar an der Torstange wurde Rocky unsicher und wich der Stange aus – vier Fehlerpunkte (16,44+4/15,88). Schon die zweite Disziplin, die nicht meinen Vorstellungen entsprach.
Na gut, im Hindernislauf hatten wir nochmals eine Chance für einen guten Abschluss. Rocky lief zwar gut, aber recht verhalten. In Zeiten ausgedrückt bedeutete das 10,65 und 10,76. Es war das erste Mal, dass ich auf Rocky warten musste. In Summe bedeutete das heute 2. Platz mit 272 Punkten (54/218).
Nachmittags stand dann noch der CSC an, wir hatten wieder die Sektion 3 zu laufen. Um den momentanen Leistungsstand auszuloten, versuchte ich Rocky richtig heiß zu machen, damit er nochmals alles aus sich herausholt. Hoch motiviert startete Rocky nach dem Pfiff, unmittelbar vor der Schrägwand ließ er diese aber aus - Mist. Der zweite Durchgang war dann fehlerfrei. (Video: HSVM – Laufdisziplinen)

Selbstkritisch analysierte ich den Tag und stieß dabei auf folgende Punkte:
> Rocky ist noch so jung und unerfahren, es wird noch eine Weile dauern, bis er in den Wettkämpfen
konstante Leistungen abrufen kann > Durch meine verbesserte Fitness und das bessere Wetter stieg das Ausführungstempo schlagartig an. Für einen Hund ist es ein großer Unterschied, ob er 90 % oder 100 % vom maximalen Tempo läuft. Ein junger Hund bzw. ein Hund, mit nur kurzer Trainingspraxis (4 Monate!) braucht Zeit, sich daran anzupassen.
> Das warme Wetter war eine neue Situation
> Die Wettkampffolge von drei Wettkämpfe in vier Wochen sind für einen jungen Hund eindeutig zu viel.

Für das weitere Training heißt das:
> Rocky muss wieder Lust bekommen, mit mir zu arbeiten - vor allem in Gehorsam. Das hatte für mich oberste Priorität. Exaktheit in der Ausführung war mir egal.
> Neben schnellen Läufen, muss es auch Läufe mit submaximalen und langsamen Tempo geben, um Rocky Zeit zur Adaption an die Wettkampfextreme zu geben.
> Die Belohnung durch Beute nach den Laufdisziplinen im Training wollte ich nicht mehr am Körper tragen - sondern wie im Wettkampf – abseits geben. So wollte ich einer negativen Verknüpfung (nur im Wettkampf kommt keine Belohnung) vorbeugen.



Sonntag, 06.05.12
Das Meideverhalten in den Linkstoren, wollte ich durch Training im magischen Dreieck abbauen. Hier hat man mehrere Linkswendungen hintereinander, so dass gezielt die Schwäche trainiert werden kann. Im ersten Durchgang machte ich einen klassischen Fehler. Die Rahmenbedingungen stimmten nicht. Entgegen meines Vorsatzes nahm ich die Beute doch mit und verlor sie unterwegs. Rocky merkte es, ließ abreißen und holte sich die Beute. So etwas sollte nicht passieren, einem erfahrenen Hundeführer erst recht nicht.
(Video: 06.05.12 – Magisches Dreieck)

Im Gehorsam stellten wir die Prüfungssituation nach. Wie zuvor schon angekündigt, interessierten mich alle weiteren formalen Schwächen nicht, ich wollte nur die Motivation und Freude am Arbeiten wieder auf das ursprüngliche Niveau bringen.
Im Training hatte ich nie die Leinenführigkeit trainiert, jetzt sah ich eine mögliche negative Verknüpfung mit „Leine, Anmelden und ewig langem Fußlaufen“. Darin wurde ich sofort bestätigt. Rocky war in der Grundstellung genauso lustlos wir am Wochenende. Nur diese Mal wurde er nach rund 15 Schritten, als er Kontakt zu mir aufnahm, durch ein ausgiebiges Beutespiel belohnt.
Wieder einmal bestätigte sich meine These, dass eine negative Erfahrung sich bei einem jungen Hund viel stärker einprägt als bei einem erfahrenen Hund, zumal wenn sie im Wettkampf passiert.
Im nächsten Training am darauf folgenden Samstag machte ich exakt noch zwei Mal das gleiche und merkte schon leichte Fortschritte. Als ich dann beim übernächsten Training Mittwoch morgens vor der Arbeit nochmals Gehorsam trainierte, war er auf einmal wieder der Alte. Trotzdem, dass es relativ warm war, ging er motiviert ans Werk. Da er das kommende Wochenende mit seiner Familie in den Urlaub ging, hoffte ich, durch die zusätzliche Trainingspause wieder an das ursprüngliche Motivationsniveau anknüpfen zu können.


Donnerstag, 17.05.12
Die Trainingspause durch den Kurzurlaub hatte Rocky gut getan.
Im Gehorsam habe ich zum wiederholten Male die Wettkampfsituation simuliert. Das heißt, zuerst eine kleine Einstimmung für den Gehorsam (Spiele kombiniert mit kurzen Fußgehsequenzen und Wendungen), dann Pause und anschließend formales Arbeiten. Das heißt, Anmelden mit Richter, Fußlaufen ohne Hilfen und plötzliche Bestätigung. Hier kann ich jetzt enorme Fortschritte verzeichnen. Rocky geht wieder mit Lust mit. Anschließend machte ich noch Sitz und Platz sowie das Heranrufen. Mit allen drei Sequenzen war ich sehr zufrieden.
In den Laufdisziplinen habe ich jetzt mal die Reihenfolge gewechselt. Zuerst wollte ich den Hindernislauf trainieren, damit er konditionell voll da ist und ich ihn richtig fordern kann. So wollte ich der Verschlechterung der Laufzeiten entgegen steuern. Im ersten Lauf war das sehr gut, im zweiten Lauf wollte ich einen Tick schneller anlaufen. Rocky erwischte die Treppe nicht optimal und war am Laufdiel unter Zugzwang. Prompt sprang er seitlich ab, weil er das hohe Tempo nicht ausbalancieren konnte.
Im dritten Lauf hielt ich das Tempo bis zum Laufdiel bei 95 %, Rocky nahm ihn sicher, anschließend dann maximales Tempo, ich war dann auf gleicher Höhe mit Rocky. Ich merke, dass sich Rocky hier noch entwickeln muss, denn wenn es wärmer ist, dann wird er noch ein paar Körner liegen lassen. Für die Entwicklung will ich ihm aber Zeit lassen, vielleicht dauert das aber auch noch ein Jahr, bis er Zeiten unter 10 Sekunden laufen kann.
Spannend fand ich dann den Hürdenlauf, den ich dem Hindernislauf anschloss. Das heißt, vorher habe ich Rocky maximal motiviert, jetzt muss er sich zurücknehmen. Den ersten Lauf laufe ich ohne große Einstimmung gleich maximal. Rocky bleibt auf gleicher Höhe mit einer Tendenz nach vorne. Mit dem Hund bin ich zufrieden, allerdings merke ich bei mir Konditionsmängel. Im nächsten Durchgang erfolgt aus maximalem Tempo einen Linkskreis vor der ersten und vor der dritten Hürde. Rocky nimmt die Gehorsamselemente sehr gut an, an der zweiten Hürde zeigt er sich sogar deutlich verhalten. Das signalisierte mir, dass, wenn die Vorbereitung etwas intensiver ist, es bei den Hürden keinen großen Handlungsbedarf geben dürfte.
Zum Abschluss machte ich noch ca. 8 Durchgänge Schrägwand / Hoch-Weit als Vorbereitung auf die Sektion 3 im CSC - eigentlich mein erstes Training in dieser Form. Mir ist es wichtig, dass er zum einen aus voller Motivation die Schrägwand nicht auslässt (wie beim Wettkampf am 29.4.12), und zum anderen er beim Absprung nach unten springt. Das ist schonender für die Gelenke und er ist in der Lage wieder schneller zu beschleunigen. Die Durchgänge waren zum eingewöhnen, deshalb nicht zu schnell gelaufen und mehr auf die Technik geachtet. Es zählt erst bei den swhv-Meisterschaften und bis dahin sind es noch gut 6 Wochen.


Sonntag, 20.05.12
Auf Grund eines Obedience-Wettkampfes war heute das Training auf unserem Nebenplatz. Da es sehr heiß und schwül war, waren ideale Bedingungen um die Wettkampfsituation zu simulieren. Im Gehorsam hieß das, dass ein Ring mit Pylonen abgesteckt wurde, anschließend Anmelden beim fiktiven Richter, prüfungsmäßiges Laufen und plötzliche Belohnung.
Daneben stand heute das Slalomtraining auf dem Programm. Zuerst machte ich zwei Durchgänge im magischen Dreieck, um den Anknüpfungspunkt zu den vorherigen Slalomeinheiten zu suchen. Anschließend ging es dann richtig los. Zuerst standen Tempowechsel auf dem Programm, d.h. Linkstore schnell, Rechtstore locker. Trotz der Hitze ging Rocky sehr gut mit, es waren keine Schwächen an den Linkstoren zu erkennen. Im dritten Lauf standen 5 Tore schnell auf dem Programm. Hier bemerkte ich eine weitere kleine Schwäche. Beim Einlaufen in das Rechtstor ist Rocky leicht hinter mir, beim Auslaufen aus dem Tor macht er einen kleinen Bogen und dann wird es für ihn knapp, das Linkstor sauber anzugehen. An Tor 5 machte ich dann den Fehler, dass ich schon vor dem Einlaufen zur Beute griff. Rocky bemerkte das, schnappte sich die Beute vor dem Tor und ließt das Tor aus – ein Handlingsfehler, der mir nicht passieren dürfte. Zum Abschluss machte ich noch Tempowechsel Rechtstore schnell / Linkstore langsam und drehte nach den Rechtstoren eine Bogen / Kreis nach rechts, damit er sich mehr zu mir orientiert.


Mittwoch, 23.05.12
Heute fand das Abschlusstraining vor dem Wettkampf in Frankenthal statt. Inhaltlich war es nahezu identisch mit dem Training am 20.05.12, nur war Rocky heute in ganz anderer Stimmung. Er war – trotz Wärme – so unheimlich motiviert, dass ich relativ wenige Sequenzen trainierte. Warum?
Ist ein Hund in seiner Stimmungslage völlig konträr zu seinem sonstigen Verhalten, dann bringt es wenig, in dieser Ausnahmesituation zu trainieren, denn das nächste Mal wird man wieder auf einem ganz anderen Hund treffen. Zu meinen die Welt einzureißen, weil der Hund super motiviert ist, wäre genau das falsche. Ihn ruhig zu bekommen ist nicht das Problem, die Herausforderung liegt darin, ihn bei Laune zu halten. Und das habe ich durch das kurze Training gemacht.


Sonntag, 27.05.12 - Die dritte Quali?
Ich verzichtete auf das Training am Samstag, um Rocky motiviert im Wettkampf zu sehen. Das war auch gut so, da es am Samstag wieder sehr heiß war und durch eine noch so kleine Belastung hätte ich die Motivation nicht gesteigert. Zudem war es das Ziel, den Aufstieg für den VK 2 zu schaffen, dazu braucht man keinen perfekten Wettkampf.
Sonntags meinte es das Wetter dann gut mit uns, es war leicht bewölkt und nicht zu heiß. Bevor der Wettkampf losging, machte ich ein paar Übungen im Vorführring und dann hieß es noch rund eine Stunde warten. Ich legte Rocky noch am Auto ab und 20 Minuten bevor es losging holte ich ihn. Über Ruhe versuchte ich Spannung bei ihm aufzubauen. Richter war heute Andreas Sange. Bei Andreas bekommt man keine Punkte geschenkt, allerdings würdigt er eine gute Leistung, insofern sah ich durchaus die Möglichkeit, trotz aller Schwächen die 54 Punke zu packen.
Mit der Leinenführigkeit und der Freifolge war ich sehr zufrieden, bis auf eine Kehrtwendung. Da war ich mit meinen Gedanken nicht ganz bei der Sache und Rocky meinte, es kommt eine Grundstellung. Die Sitzübung war ebenfalls sehr gut. Allerdings bemerkte ich, dass er etwas unruhig wurde, als ich zurückging. Dann passierte es: In dem Moment, in dem ich um ihn herumlief legte er sich ins Platz. Die Ursache war für mich gleich klar. Er war heute so motiviert, dass er die Spannung nicht aushielt und sich hinlegte. Beim Platz bekam ich die Bestätigung. Blitzschnelles hinlegen und das Abrufen, - sonst unsere Schwäche - klappte so gut wie in noch keinem Wettkampf. Nach der Endgrundstellung lobte ich ihn ausgiebig und man sieht an seiner Reaktion, dass er kurz vor dem explodieren war (wohin nur mit meiner Energie?). Als wir trotz des Missgeschicks in der Sitzübung 54 Punkte bekamen, ließ es dann auch mich vor Freude fast explodieren. (Video: Frankenthal - Gehorsam)

Für die Laufdisziplinen war ich dann hoch motiviert, körperlich fühlte ich mich fit. Der erste Durchgang mit 6,85 Sek. war ganz gut, allerdings 4 Fehlerpunkte wegen Vorprellens. Ich hatte die Hörzeichen zu sanft gegeben, deshalb war Rocky leicht vorne. Im zweiten Durchgang intensivierte ich das Hörzeichen, wieder eine 6,81 Sek, dieses Mal aber ohne Fehler. Irgendwie wunderte ich mich, dass trotz der guten Bedingungen die Laufzeiten auf dem Niveau von Königsbach waren.
Im Slalomlauf wollte ich dann zuschlagen. Die Zeit mit 15,08 Sek. war super, aber irgendwie kam mir der Laufweg recht kurz vor. Dann passierte etwas, das hatte ich noch nie erlebt. Da viele Laufzeiten überdurchschnittlich gut waren, hatte der Richter – unser OfT Martin Heß – angeordnet, den Slalom zu vermessen. Dabei stellte sich heraus, dass er nicht korrekt aufgestellt war. Respekt an den Richter, dass er so etwas merkte und vielleicht auch eine Anregung an andere Richter, dass sie bei wundersamen Laufzeiten skeptisch sein sollen. Bei einigen Qualipunkzahlen zur VDH-DM – gerade aus anderen Landesverbänden – wäre das dringend nötig.
Tja, bei richtiger Länge waren die Laufzeiten mit 16,00 und 15,90 nur noch Durchschnittsware. Sicherlich war der Boden sehr hart und trocken, trotzdem waren die Zeiten auf dem gleichen Level wie beim ersten Wettkampf – und dort bin ich mit angezogener Handbremse gelaufen.
Im Hindernislauf dann der nächste Dämpfer. Es war die Schrägwand eingebaut. Gerade bei schnellen Teams kostet die Schrägwand unheimlich viel Zeit. Gerd Asel – der Tagesbeste mit 286 Punkte (Gratulation zur Superleistung auch an dieser Stelle) – lief nur ein 10,7/10,6 (und trotzdem in der Gesamtlaufzeit noch unter 62 Sekunden!); Martin Albrecht, der mit einer 14,7 im Slalom noch aufwartete war auf dem gleichen Niveau. Rocky war noch etwas schlechter. Mit 10,8 und 11,1 sind keine Wunderdinge in der Punktzahl zu erwarten. Trotzdem 272 Punkte (54 + 222), 2. Platz und Aufstieg in VK 2, ich war zufrieden. (Video: Frankenthal - Laufdisziplinen)
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